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Limburg: Pallottinerinnen feiern das neue Marienborn

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Die Fotomontage zeigt in der Bildmitte das 2001 eingeweihte "Haus Felizitas" mit dem neuen Erweiterungsbau (links). Es stehen insgesamt 91 Alten- und Pflegeplätze zur Verfügung. Der Neubau (rechts) beherbergt das Provinzialat der Deutschen Pallottinerinnen und ist Wohntrakt der nicht pflegebedürftigen Ordensschwestern.
Die Fotomontage zeigt in der Bildmitte das 2001 eingeweihte "Haus Felizitas" mit dem neuen Erweiterungsbau (links). Es stehen insgesamt 91 Alten- und Pflegeplätze zur Verfügung. Der Neubau (rechts) beherbergt das Provinzialat der Deutschen Pallottinerinnen und ist Wohntrakt der nicht pflegebedürftigen Ordensschwestern. © Dieter Fluck

Nach der Erweiterung stehen im Haus Felizitas 91 Heimplätze zur Verfügung

Limburg -Wer die neue Lahnbrücke stadtauswärts befährt, erblickt auf der rechts gelegenen Anhöhe zwei große graue Neubauten. Sie stehen auf dem Areal des Klosters Marienborn, das die Deutsche Provinz der Pallottinerinnen 1901 bezogen hat. Seitdem ist dort oft an- und aufgebaut worden.

Jetzt bestand ein doppelter Grund zur Freude. Corona-bedingt wurde die Feier zum 20-jährigen Bestehen des 2001 fertiggestellten Seniorenheims "Haus Felizitas" nachgeholt und zugleich mit zahlreichen Gästen die Fertigstellung des 2017 begonnenen Erweiterungsbaues gewürdigt.

Dazu hieß die Oberin der Deutschen Provinz der Pallottinerinnen, Schwester Astrid Meinert, Bewohner und Gäste im neu gestalteten Innenhof willkommen. Nach der Erweiterung stünden im Haus Felizitas 91 Heimplätze zur Verfügung. Vorher waren es 36 Zimmer. In einem zweiten neuen Gebäude auf der Südseite befindet sich seit Ende 2019 das Provinzialat. Dort leben auch die nicht pflegebedürftigen Schwestern.

"Die bewegte Baugeschichte passt zu uns Pallottinerinnen. Unser Gründer Vinzenz Pallotti hat uns aufgetragen, unser Handeln immer an den Zeichen der Zeit auszurichten", betonte die Oberin und weier: "Als es eine Blütezeit gab, wurde das Mutterhaus erweitert. Als die Bedürfnisse älterer Menschen auch in unserer Gemeinschaft in den Fokus rückten, wurde ein Haus für Senioren integriert und, der demografischen Entwicklung der Bevölkerung entsprechend, nun das Haus Felizitas deutlich erweitert", so Schwester Meinert. Sie wies zugleich darauf hin, dass das alte Kloster nach den geltenden Vorgaben des Brand- und Katastrophenschutzes von dem Orden nicht mehr selbst renoviert werden konnte: "Von diesem Gebäude mussten wir uns schweren Herzens trennen."

Mehr Zeit für die Pflege

Die Oberin hatte vielen Beteiligten zu danken, voran dem benachbarten Architekturbüro Hans und Werner Schmidt.

Die Einrichtungsleiterin Annette Jänisch wies darauf hin, nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie würden Beschäftigte in der Altenpflege unglaubliche Leistungen erbringen, die sie kaum in Worte fassen könne. Diese drohten bei den politisch Verantwortlichen wie auf gesellschaftlicher Ebene wieder aus dem Blickfeld zu verschwinden. "Derzeit haben 82 pflegebedürftige Menschen im Haus Felizitas eine neue Heimstätte gefunden, darunter 23 Pallottinerinnen, die dort das gemeinschaftliche Leben des Ordens teilen können", so Jänisch.

Die Pflege benötige mutige, nachhaltige Konzepte mit dem Willen zur Umsetzung und keine kurzfristigen Initiativen, die in der Praxis kaum Wirkung entfalten, vor allem mehr Zeit für die Pflege - sprich: mehr Personal und familienfreundlichere Arbeitsbedingungen, vor allem weniger Bürokratie. Sie lobte die gute Atmosphäre im Haus, den hohen Anspruch und die Herzenswärme der Mitarbeitenden. "Das freundliche und respektvolle Miteinander auf der Basis unseres christlichen Menschenbildes spiegelt sich in den Gesichtern der Bewohnerinnen und Bewohner wider", stellte die Leiterin fest.

Die Glückwünsche der Stadt Limburg überbrachte die Stadträtin Birgit Geis (Grüne). Tobisch sorgte für die feierliche Überleitung auf der Trompete. Der Feier im Freien war ein Dankgottesdienst vorausgegangen, den der neue Provinzial der Pallottiner aus Friedberg bei Augsburg, Pater Markus Hau, im Beisein des Frankfurter Flughafenseelsorgers, Pallottinerpater Edward Fröhling, in der Klosterkapelle des Provinzhauses zelebrierte.

Nicht zurück, sondern nach vorne schauen

In seiner Predigt rückte Hau den Roman "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" des französischen Autors Marcel Proust in den Blick und stellte infrage, ob es tatsächlich eine verlorene Zeit gibt. Zwar könne man darüber sinnieren und in der Angst leben, alt zu werden. "Warum brauchen Pallottinerinnen das Haus Felizitas? Weil wir eine andere Perspektive haben", reichte der Provinzial die Antwort hinterher und zog Parallelen zum Evangelium dieses Tages.

Gott spreche davon, dass ein Weizenkorn nur dann neue Frucht hervorbringe, wenn es in die Erde gelegt werde, um zu sterben. "Deshalb führen wir hier dieses Haus, weil wir nicht zurück, sondern nach vorne schauen", sagte der Pater und zitierte Papst Franziskus, dass gerade das Altern bei allen Erschwernissen zu einer fruchtbaren Zeit menschlicher Liebe werden könne. Mit Glaube und Perspektive bekomme dieses Haus Lebendigkeit.

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