Freuen sich auf viele neue Mitstreiter im Vereinsgarten (von links): Sonja Ohrmann, Anne Kaniut, Sylvia Blumenberg, Tanja Schäfer und Viktoria Spiegelberg-Kamens.
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Freuen sich auf viele neue Mitstreiter im Vereinsgarten (von links): Sonja Ohrmann, Anne Kaniut, Sylvia Blumenberg, Tanja Schäfer und Viktoria Spiegelberg-Kamens.

Mehr über richtige Ernährung erfahren

Limburg: Pflanzen, ernten und voneinander lernen

  • VonRobin Klöppel
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Verein "Gartengemüse Limburg" bewirtschaftet Fläche im Schirlinger Feld - Jeder ist willkommen

Limburg -Den Verein "Gartengemüse Limburg" haben Anne Kaniut, Tanja Schäfer, Sylvia Blumenberg, Viktoria Spiegelberg-Kamens, Sascha Biskup, Marie-Louise Kalusa und Sonja Ohrmann gegründet. Sie wollen gemeinsam mit Gleichgesinnten auf einem von der Stadt gepachteten Feld auf dem früheren Gelände der Staudengärtnerei im "Schirlinger Feld" biologisch Obst und Gemüse anbauen.

Ziel der Gruppe: Man soll voneinander lernen, mehr über richtige Ernährung erfahren und am Ende gesunde Lebensmittel mit nach Hause nehmen können. Auf chemische Dünger und Pestizide wird auf den insgesamt 2500 Quadratmeter großen Feldern verzichtet. Die Vereinsvorsitzende Anne Kaniut sagt, dass die Stadt dem Verein das Gelände erst einmal für ein Jahr verpachtet habe, um zu sehen, was die Aktiven daraus machten. Wenn der Verein sorgsam mit den Flächen umgehe, sollte laut Kaniut aber einer längerfristigen Nutzung des Geländes durch den Verein nichts im Wege stehen.

Im kommenden Jahr wollen die Aktiven nebenan auf 800 Quadratmetern noch einen Bürgergarten mit Lehrpfad schaffen. Es soll ein Kräuter- und Staudengarten werden, in dem alle interessierten Besucher viel über die Pflanzen erfahren und auch Kräuter mit nach Hause nehmen können, wie Viktoria Spiegelberg-Kamens erzählt.

Das Gründungsteam des Vereins "Gartengemüse Limburg" ist eine Gruppe, die sich schon länger kennt und deren Mitglieder den sprichwörtlichen grünen Daumen haben. Zur Vereinsgründung haben sie sich entschieden, weil es gemeinsam mehr Spaß macht, Gemüse anzubauen und zu ernten als alleine. Anne Kaniut betont, dass im Verein prinzipiell jeder willkommen sei. Natürlich können auch Männer eintreten, obwohl die Mitglieder aktuell überwiegend Frauen seien. "Wir haben Interessierte aus allen Altersgruppen", ergänzt Viktoria Spiegelberg-Kamens. Das Angebot sei für junge Familien genauso interessant wie für Senioren.

Bevor es mit der Vereinsarbeit losgehen konnte, musste das Gelände erst einmal anbaufähig gemacht werden. "Hier standen vorher Bäume und Büsche" berichtet Kaniut. Nach deren Entfernung hat die Gruppe den Boden umgraben lassen. Da auf dem Boden lange Zeit nichts angebaut worden ist, sei er frei von Pestiziden. Ein Jahr lang haben die Aktiven den Boden getestet. Dieser erhole sich langsam, weiß Kaniut. Bis er wieder komplett im Gleichgewicht sei, werde es wohl noch vier Jahre dauern. Die Leute sollen lernen, wie man den Boden durch die richtige Fruchtfolge in der Balance halte, erläutert Kaniut.

Niedrige Beiträge

Die Vereinsgründer haben den Mitgliedsbeitrag bewusst niedrig angesetzt, damit jeder mitmachen kann. Eine aktive Einzelperson zahlt 50 Euro im Jahr, eine Familie 75. Eine passive Mitgliedschaft kostet lediglich fünf Euro. Mitglieder können sich auf dem Gelände für 25 Euro im Jahr ein halbes Beet mit einer Größe von 15 Quadratmetern pachten. Das Schöne am Anbau in der Gemeinschaft sei, dass man immer andere habe, die man bei Problemen fragen könne. Beispielsweise könne man erfahren, welche Pflanzen miteinander harmonierten, warum eine Pflanze nicht richtig wachse oder was man gegen Pflanzenkrankheiten tun könne. Wie Silvia Blumenberg sagt, sollten verschiedene öffentliche Workshops angeboten werden, zum Beispiel über Heilkräuter, Pilze, Baumveredlung und Kompostwirtschaft. In der Gruppe soll auch mal gekocht oder auch Yoga gemacht werden.

Alle Pläne sind aber noch nicht in Stein gemeißelt. Viktoria Spiegelberg-Kamens sagt: "Der Verein muss mit seinen Menschen wachsen." Er könne nur funktionieren, wenn jeder bereit sei, sich bei Arbeitseinsätzen aktiv einzubringen. Sylvia Blumenberg berichtet, gemeinsam draußen zu sein, sei der ideale Ausgleich zum Berufsalltag. Viele hätten zu ihren Stadtwohnungen auch keinen eigenen Gemüsegarten, manche bewusst nur Ziergärten. Deshalb sei der Verein für diese Menschen ein interessantes Angebot. Die Aktiven wollen, auch mal etwas ausprobieren, was nicht in jedem Garten wächst. So seien dieses Jahr Süßkartoffeln und Sojabohnen angebaut worden, erzählt Anne Kaniut. Auch lila Möhren und Asiasalat seien vielen Bürgern noch kein Begriff.

Es gebe schon Kooperationen mit dem Waldorf-Kindergarten und der -Schule, so die Vorsitzende. Auch alle anderen Kitas und Schulen könnten gerne mit dem Verein kooperieren. Mehr Infos über den Verein gibt es auf der Webseite www.garten-gemuese.de. Für persönliche Fragen steht die Vorsitzende Anne Kaniut gerne telefonisch unter (0 64 31) 9 09 12 13 oder E-Mail an anne@garten-gemuese.de zur Verfügung.

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