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Viele Eltern kutschieren ihre Kinder bis vor die Schultür.

Elterntaxis

Limburg prüft Maßnahmen, Schulwege sicherer zu gestalten

Jedes Jahr überprüft die Stadt die Schulwegsicherungspläne und leitet diese an Schulen und Eltern weiter. 2013 wurde durch den Dezernenten entschieden, die vorhandenen Pläne einer kompletten Betrachtung zu unterziehen. Die Ergebnisse wurden dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr vorgelegt.

Es ist ein Phänomen der heutigen Zeit, dass Eltern ihre Kinder überall hinfahren. Dies beginnt morgens beim Schulweg und endet am Nachmittag bei den Fahrten zu den Vereinen. Es besteht das Problem, dass die Eltern ihre Kinder am liebsten bis ins Klassenzimmer fahren möchten.

Vor den Schulen entstehen Gefahrensituationen für die Schulkinder. Mit diesem Thema setzte sich der Magistrat von Oktober 2013 bis Oktober 2015 in Zusammenarbeit mit den Schulen, Ortsbeiräten sowie der Straßenverkehrsbehörde auseinander und legte das Ergebnis nun im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr vor. Große Diskussionen gab es darüber nicht. Einstimmig beschlossen die Mitglieder, dass der Magistrat die vorgeschlagenen Maßnahmen zügig umsetzt und den Ausschuss in einem Jahr über den Sachstand informiert.

Aus der Vorlage des Magistrats für den Ausschuss lässt sich entnehmen, wo die Gefahren liegen. Während die Kinder am Morgen nur aus dem Auto geschmissen werden, warten die Eltern gegen Ende der Unterrichtszeiten vor den Gebäuden bis ihre Kinder herausstürmen. Die Fahrzeuge stehen dementsprechend länger als am Morgen. Durch die parkenden Autos kommt es zu Sichtbehinderungen und zu Behinderungen des fließenden Verkehrs.

Gefährlich wird es, wenn die Kinder auf der Fahrerseite ein- und aussteigen, weil sie sich dann auf der Seite des fließenden Verkehrs befinden. Auch konnte beobachtet werden, dass die Eltern häufig entgegen der Fahrtrichtung anhalten. Die Eltern würden sich wenig Gedanken machen, wo sie halten. Da werden die Kinder im Halteverbot, auf den Gehwegen oder sogar auf Fußgängerwegen rausgelassen, heißt es zusammengefasst in der Vorlage.

Eine Lösung wäre die Einführung der Aktion „Autofreie Schule“, so heißt es weiter in der Vorlage. An der Staffeler Grundschule gibt es bereits einen Tag in der Woche, an dem dies praktiziert wird. Nach Erfahrung der Schule würden vor allem die Kinder selbst auf Einhaltung des autofreien Tages achten. Weitere Maßnahmen wäre Informationsarbeit, um die Eltern auf die Probleme und Gefahren noch stärker aufmerksam zu machen. Bei Fußgängerüberwegen in Schulnähe könnten Schullotsen zu mehr Sicherheit beitragen. Der Magistrat spricht sich in dem Papier gegen die Einrichtung von Hol- und Bringzonen aus, da diese nur das Bringen mit dem Auto fördern würden.

Peter Rompf (SPD) machte darauf aufmerksam, dass der Kreis für 2019 den Umweltpreis an Schulen vergeben möchte, die Aktionen durchführen, dass Kinder zur Schule laufen. Er regte an, damit einen Anreiz zu schaffen, dass Schulen mit den Schülern zusammen für eine autofreie Schule kämpfen. Kai-Hagen Maiwald (Die Linke) möchte einen Flyer entwickeln, um das Bewusstsein zu schärfen, wie gesund das Laufen für die Schüler ist. Der Erste Stadtrat Michael Stanke könnte sich vorstellen, vor den Schulen Hinweisschilder mit dem Text „Lassen Sie ihre Kinder zur Schule gehen“ anzubringen.

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