Suzan (links) und Yasmin Salmann aus Linter sind zwei der Goethe-Schülerinnen, deren Werke seit gestern gezeigt werden.
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Suzan (links) und Yasmin Salmann aus Linter sind zwei der Goethe-Schülerinnen, deren Werke seit gestern gezeigt werden.

Kreative Schüler

Limburg: Schaufensterbummel vorbei an Giraffe, Pinguin und Tiger

  • vonRobin Klöppel
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Goethe-Schüler stellen ihre tierischen Kunstwerke in den Geschäften der Innenstadt aus

Limburg -Die zweite Vernissage von Schülerarbeiten an der Limburger Johann-Wolfgang-von-Goethe-Schule konnte aufgrund der aktuellen Corona-Beschränkungen leider nicht stattfinden. Darum werden sie die kommenden Wochenenden seit Donnerstag in Limburger Schaufenstern als Open-Air-Galerie gezeigt. Denn die Kunstarbeiten, Tierbilder und Plastiken, die die Kinder und Jugendlichen ab der fünften Klasse die letzten Monate unter dem Motto "Goetheschule - einfach tierisch gut" gefertigt hatten, sind einfach viel zu schön, um sie ungezeigt zu lassen, wie Fachbereichsleiterin Kunst, Charlotte Weber, findet. "Die Bilder nur auf die Webseite der Schule zu stellen, bringt nicht dasselbe Kunsterlebnis, wie die Werke irgendwo öffentlich zu präsentieren", ist sie überzeugt.

Also hatte Weber spontan die Idee, die Werke dort auszustellen, wo aktuell möglichst viele Menschen sie betrachten können: in der Limburger Innenstadt. Weber sprach einige Geschäftsinhaber an, rannte bei den meisten offene Türen ein. Lediglich ein Geschäftsinhaber habe mit der Begründung abgesagt, dass die Bilder nicht zu seinem Geschäft passten.

Gestern machten sich Charlotte Weber und ihre Lehrerkolleginnen Maria Feist und Ann-Kathrin Klein dann an die Arbeit und schmückten bei Brillen Plaz (Grabenstraße 57), im Schuhhaus Unkelbach (Neumarkt 6), im Modehaus Vohl & Meyer (Neumarkt 1) sowie im Fotostudio Karl (Diezer Straße 2) die Schaufenster. Die meisten der Werke wurden im Schaufenster des leerstehenden Geschäftshauses in der Grabenstraße 37 dekoriert, nach Themenbereichen wie Savanne, Arktis und Reich der Quallen geordnet. Dort sind die Werke laut Weber wahrscheinlich noch bis zum Beginn der Sommerferien zu sehen. So bekommt Limburg dann doch vorübergehend noch seinen eigenen Zoo.

Viel Talent bewiesen

Die Schüler ab der fünften Klasse bewiesen wahrlich viel Talent, bastelten aus alten Schulstühlen zum Beispiel riesige Tierfiguren von der Giraffe bis hin zum Leoparden und Pinguin. Quallen hängen von der Decke. Gesichter eines Schimpansen oder eines Tigers wirken wahrlich lebensecht. Da haben Weber und ihre Kolleginnen im Kunstunterricht wahrlich eine tolle Arbeit geleistet.

Warum die Schüler nicht selbst die Schaufenster geschmückt haben? Zum einen, weil Schulleiterin Melanie Jansing sich, wie sie sagt, an die Bitte an alle Schulen halten will, während des Corona-Lockdowns zu keinen unnötigen Veranstaltungen einzuladen. Die Schüler zusammenzutrommeln, wäre auch schwer gewesen, weil sie derzeit alle Online-Unterricht machen, außer den Abschlussklassen, und die hätten, so Jansing, sicherlich gerade anderes zu tun. Die Schwestern Yasmin und Suzan Salmann aus Linter aus den Klassen 7RA und 9RB kamen am Nachmittag zumindest kurz vorbei, um noch ein zur Präsentation der Arbeiten gefertigtes Hintergrundbild in der Grabenstraße vorbeizubringen. Yasmin Salmann erklärte, dass sie es super finde, dass die Arbeiten öffentlich präsentiert würden und damit die viele Arbeit gewürdigt werde, die dahinterstecke. "Ich male viel, wenn ich nicht gerade anderes zu tun habe", verrät die Neuntklässlerin. Ein Bewundern der Werke lohnt auch für Kunstinteressierte, die mit der Goethe-Schule nichts zu tun haben.

Charlotte Weber berichtet: "Die Ergebnisse sind trotz des gemeinsamen Oberthemas sehr facettenreich und umfassen Drucke, Zeichnungen, Skulpturen, aber auch verschiedene Mischtechniken." Weber kann sich durchaus vorstellen, diese Art der Präsentation in Zukunft noch einmal zu wiederholen, wenn die gestalteten Schaufenster bei den Betrachtern gut ankämen.

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