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Limburgerin im Finale von „Miss From Germany“: Schon das Kinderzimmer war ein Laufsteg

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Sieglinde weiß, welche kosmetischen Tricks ihre Schönheit hervorheben.
Sieglinde weiß, welche kosmetischen Tricks ihre Schönheit hervorheben. © kka

Sieglinde Lampe aus Limburg steht beim Schönheitswettbewerb "Miss From Germany" im Finale. Die 17-Jährige kam im Alter von fünf Jahren nach Deutschland.

Limburg -"Bitte Papa, lass mich da mitmachen. Ich wünsche mir das so sehr!", flehte Sieglinde Lampe den Vater am Vorabend ihres 17. Geburtstags an. Das war Mitte Februar. Sieglinde hatte sich im Internet über den Schönheitswettbewerb "Miss From Germany" (MFG) informiert. Dort beträgt das Mindestalter 17 Jahre.

Auch wenn Siegfried Lampe seine Tochter fraglos für eine Schönheit hält, so glaubte er doch nicht ernsthaft an ihren Erfolg in einem solchen Wettbewerb. Aber enttäuschen wollte er sie auch nicht. Also erlaubte er dem Mädchen, das Bewerbungsformular auszufüllen und half ihr bei der Produktion eines kleinen Handy-Videos, mit dem sich Sieglinde der Jury vorstellen konnte.

Limburgerin im Finale von „Miss From Germany“: „Ich war ja so nervös“

"Ich hab' schon als Dreijährige mit meiner Mama zusammen Sendungen über Miss-Wahlen angeschaut", erzählt die Schülerin. Bereits damals sei sie sich sicher gewesen, irgendwann einmal selbst einmal die Schärpe tragen zu dürfen. So wurde ihr Kinderzimmer zum Laufsteg, wo sie heimlich Gang und Gesten der Models übte.

Mit gutem Erfolg, wie sich zeigt. Denn nach dem ersten Casting für MFG, das in Düsseldorf mit insgesamt 138 Bewerberinnen stattfand, kam die auf den Philippinen geborene Sieglinde in die zweite Runde. Sie konnte ihr Glück kaum fassen. "Ich war ja so nervös", erinnert sie sich. Die tollen Haare, die hübschen Gesichter oder das selbstsichere Auftreten ihre Konkurrentinnen nahmen ihr fast den Mut. "Aber weglaufen ist für mich keine Option", so die ehrgeizige Jugendliche.

17-jährige Limburgerin besuchte eine Schule für Hörgeschädigte

Tatsächlich hat Sieglinde in ihrem jungen Leben schon mehr gekämpft, als die meisten ihrer Altersgenossen. Aufgrund einer angeborenen Beeinträchtigung ihres Gehörs entwickelte sie einen Sprachfehler. Zudem kam sie erst im Alter von fünf Jahren nach Deutschland, ohne die Sprache zu kennen. Siegfried Lampe, der jahrzehntelang in Asien gelebt und auf dem Inselstaat im Pazifischen Ozean eine Familie gegründet hatte, fühlte sich dort nach einem Überfall nicht mehr sicher und kehrte mit Frau und Kindern in die alte Heimat zurück.

Sieglinde besuchte in Bad Camberg die Schule für Hörgeschädigte und lernte sowohl das Lippenlesen als auch die Gebärdensprache. Später konnte sie auf eine Regelschule wechseln und wird nächstes Jahr die Mittlere Reife erlangen. Auch beim Basketball beweist die Schülerin Kampfgeist. "Ich war schon dreimal deutsche Meisterin und wurde einmal sogar als die Beste gekürt", erzählt sie stolz.

Limburgerin im Finale von „Miss From Germany“: „Waren die einzigen mit einer Show“

Zurück zum Schönheitswettbewerb. Nach dem Casting in Düsseldorf kam Sieglinde weiter und durfte zu einem Workshop nach Berlin reisen. Um der Jury zu beweisen, dass sie das Zeug zur Miss hat, obwohl sie noch so jung ist, hatte sie sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Zusammen mit ihrem Vater Siegfried, den man in der Region als Zauberkünstler kennt, verblüffte sie mit Magie und Illusionen. "Wir waren die einzigen mit einer Show, das kam richtig gut an", freut sie sich.

Wieder war eine Hürde genommen. Vater und Tochter wurden zum Recall nach Thailand eingeladen. Während des zehntägigen Aufenthaltes in Phuket gab es eine Menge Herausforderungen zu meistern. So musste sich das Mädchen in verschiedenen Outfits präsentieren oder auf einem schwimmenden Steg über die Wellen laufen. Nach und nach lichtete sich die Zahl der Kandidatinnen, denn die Mädchen wählten aus ihrem Kreis mehrere Mitstreiterinnen aus, die nach Hause geschickt wurden.

Junge Limburgerin möchte sich bei der Endausscheidung gegen Diskriminierung stark machen

"Ich war ja auch eine Wackelkandidatin", gesteht Sieglinde ein, "aber der Direktor vom MFG hatte sich für mich eingesetzt". Nun steht die junge Limburgerin im Finale und fiebert der Endausscheidung am 27. August entgegen. "Ich arbeite an einer kleinen Choreografie und will auch mein Englisch noch etwas verbessern", sagt sie. In ihrer Rede möchte sie sich vor allem gegen Diskriminierung stark machen.

Selbst wenn Sieglinde einen der drei Siegerplätze auf dem MFG-Treppchen besteigen sollte, bleibt sie bei ihren Berufswünschen auf dem Boden. "Nach der Schule würde ich gern eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich machen", sagt sie. (red)

Die 33-jährige Kelkheimerin Yasmin Reiter machte bei der Wahl zur „Miss Germany“ mit und bewarb dort ein Tierschutzprojekt auf den Philippinen.

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