HR-Moderatorin Ariane Wick (rechts) zeigte Simon Weimer, Dzhemil Myumyn (hinten von links) und German Erbes (sitzend), wie eine Radioshow produziert wird.
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HR-Moderatorin Ariane Wick (rechts) zeigte Simon Weimer, Dzhemil Myumyn (hinten von links) und German Erbes (sitzend), wie eine Radioshow produziert wird.

Radio-AG für Achtklässler

Limburg: Schüler gehen in der Pause auf Sendung

  • VonRobin Klöppel
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Radio-AG mit HR-Moderatorin Ariane Wick an der Leo-Sternberg-Schule

Limburg -Radio hören ist bei den meisten Schülern der heutigen Zeit nicht mehr so angesagt, weil die Jugendlichen lieber Musik streamen. Dies haben die Lehrerinnen Nora Biermann und Rebecca Schmidt von der Leo-Sternberg-Schule Limburg von ihren Schülern erfahren. Und trotzdem gab es vor dem Schuljahr für ihre neue Radio-AG für die achte Jahrgangsstufe 35 Anmeldungen, so dass die 15 möglichen Teilnehmer ausgelost werden mussten. Diese wollen am heutigen Freitag das erste Mal in der großen Pause ihre eigene, 25-minütige Radioshow "Leo FM" senden. Unter anderem wird es eine Umfrage zum Thema Halloween und einen Beitrag über Leo Sternberg geben.

Zur Unterstützung der Schüler ist diese Woche HR-Radiomoderatorin und "Hessenschau"-Reporterin Ariane Wick in der Limburger Schule, um den Kindern zu zeigen, wie Beiträge recherchiert und geschnitten sowie Interviews geführt werden. Lehrerin Biermann sagt, dass die Schüler auch schauen müssten, dass die Sendung nicht überzogen werde, denn die Pause könne dafür nicht verlängert werden. Leider könne die Sendung aus technischen Gründen nur in die Schulaula, nicht auf den Pausenhof übertragen werden. Schmidt glaubt aber, dass sich die Schüler über diese Abwechslung freuten. Denn in den Pausen müsse aufgrund der Pandemielage noch jeder Schüler in seiner Gruppe bleiben, so dass Pausen aktuell für viele ziemlich langweilig seien.

Präsentieren und recherchieren

Ziel ist es laut Biermann, künftig mit der AG pro Monat eine Sendung zu produzieren. Im Internet übertragen können die Schüler ihre Live-Show leider nicht, weil sie sonst unter anderem Gema-Gebühren für die Musikbeiträge zahlen müssten. Ausschnitte der selbst erstellten redaktionellen Beiträge sollen aber auf den eigenen Social-Media-Kanälen der Schule bei Instagram und Facebook veröffentlicht werden.

Schmidt sagt, die Schule habe im vergangenen Schuljahr bereits ein Filmprojekt zusammen mit dem Hessischen Rundfunk gestartet. Da der öffentlich-rechtliche Sender in seiner "Bildungsbox" viele tolle Angebote habe, habe sie sich mit ihrer Kollegin um die Teilnahme am Radio-Projekt beworben und als eine von nur vier hessischen Schulen dieses Jahr den Zuschlag erhalten. Der HR leihe der AG dafür auch einen Radiokoffer, in dem alles drin sei, was man zur Produktion einer Live-Show brauche.

Mit der heute präsentierten Show möchte die Radio-AG sich auch bei einem HR-Wettbewerb bewerben. Auch wenn die meisten Schüler aktuell überhaupt kein oder kaum Radio hören, findet Schmidt das Projekt für die Schüler trotzdem interessant. Denn sie könnten hier viel lernen, was sie später mal im Berufsleben brauchten, wie Präsentieren, Recherchieren und Teamarbeit. Sie müssten auch überlegen, welches Thema für andere Schüler interessant sein könnte und wie man es am besten umsetze. Biermann ist überzeugt davon, das Projekt helfe den Schülern bei der Berufsorientierung. Jeder könne sich mal in jedem Bereich der Medienwelt austesten. Und kommendes Schuljahr sollten dann die Interessenten zum Zuge kommen, die diesmal kein Glück bei der Verlosung der AG-Teilnehmerplätze gehabt hätten.

Wick erklärt, es sei wichtig, zu überlegen, wie man einen Beitrag spannend aufbaue und wie man seriöse Quellen finde. Teilnehmer Simon Weimer sagt, dass er eigentlich in die Foto-AG der Schule gewollt habe, dort aber keine Plätze mehr gewesen seien. Die ersten Stunden dieses Projektes seien langweilig gewesen, weil zu viel geredet worden sei. Doch jetzt mache es ihm Spaß, sich am Computer mit technischen Dingen beschäftigen zu können.

Dzhemil Myumyn meint, dass er eigentlich auch in den Fotokurs gewollt habe. Radio sei langweilig, das höre doch heute keiner mehr. Wenn er später als Kfz-Mechatroniker arbeite, brauche er auch Social Media nicht. Es reiche, ein Werbebanner an der Autobahn aufzuhängen, wo die ganzen Unfälle passierten.

German Erbes findet den Workshop durchaus interessant, weil er sich für Technik interessiert. Beruflich wolle er aber später Polizist werden. Mesucan Topaz berichtet, dass er teilweise Radio höre, wenn er mit der Familie im Auto unterwegs sei. Von daher sei es interessant, mal einen Einblick zu bekommen, wie solche Beiträge zustande kämen. Wichtig sei das Projekt auch für das Miteinander der Schüler, das in der Coronazeit eindeutig zu kurz gekommen sei. Schülerin Rüya Günes findet am schönsten an dem Projekt, dass man mit den anderen Schülern etwas gemeinsam machen könne.

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