Eines der Themen, das viele umtreibt: Die vollen Busse, mit denen die Kinder und Jugendlichen zu den Schulen wie hier in Hadamar gebracht werden.
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Eines der Themen, das viele umtreibt: Die vollen Busse, mit denen die Kinder und Jugendlichen zu den Schulen wie hier in Hadamar gebracht werden.

Folgen des Regelbetriebs

Limburg: Die Schulen und Corona

Gespräch beim Kreis: Was besser werden soll und was bereits funktioniert.

Limburg -Der Landkreis Limburg-Weilburg hat als Schulträger den Regelbetrieb an seinen Schulen permanent im Blick. Das sagt Landrat Michael Köberle (CDU) - und hatte daher Ende August zu einem Auswertungsgespräch mit der Spitze des Staatlichen Schulamtes, Vertretern des Kreiselternbeirates sowie der Kreisschülervertretung zum Start des Schuljahres im Regelbetrieb während der Corona-Pandemie eingeladen. Dieses hat nun in der Aula der Theodor-Heuss-Schule stattgefunden. Folgende Ergebnisse teilt der Kreis mit:

Infektionsgeschehen:Insgesamt waren seit dem Ende der Sommerferien sechs Schulen des Landkreises Limburg-Weilburg von Corona-Fällen betroffen, berichtete Kirsten Eckenberg, stellvertretende Amtsärztin des Gesundheitsamts. Zehn Schülerinnen und Schüler seien aktuell infiziert. Es habe "zum Glück nur drei Folgeinfektionen durch die erkrankten Schülerinnen und Schüler in den Schulen gegeben". Allgemein befinde sich das Infektionsgeschehen im Landkreis mit einer aktuellen Inzidenz von 7 auf überschaubarem Niveau.

Maskenpflicht:Das gesundheitsamt teilte zur Maskenpflicht während des Unterrichts mit, dass die sogenannte Community-Maske keinen Eigenschutz, sondern nur Fremdschutz biete und in Innenräumen, in denen sich viele Personen über einen längeren Zeitraum aufhalten, wegen der Aerosolverteilung kein Schutz bestehe. Aus diesem Grund sei Lüften von entscheidender Bedeutung, denn bei frischer Luft sei die Gefahr einer Ansteckung deutlich geringer. "Bislang ist der Regelbetrieb der Schulen bei uns im Landkreis überwiegend problemlos angelaufen, wozu auch unser kreiseigenes Hygienekonzept mit regelmäßigen Reinigungstätigkeiten, regelmäßigem Lüften und Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in den Schulbereichen - außer im Unterricht - beigetragen hat", so Köberle.

Flexible Schulanfangszeiten:Die aktuell in der Öffentlichkeit diskutierten flexiblen Zeiten werden seitens der Schulen als schwierig umsetzbar angesehen, da insbesondere die Elternschaft großen Wert auf verlässliche Schulzeiten lege. Dies sagten der Leiter des Amtes für Jugend, Schule und Familie, Joachim Hebgen, sowie der Leiter des Staatlichen Schulamtes, Michael Scholz. Dennoch liefen aktuell Überlegungen, Schulzeiten zu entzerren, was aber nicht von heute auf morgen umgesetzt werden könne.

Schülerbeförderung:Da Gesundheitsamt teilte mit, dass bislang kein einziger Corona-Fall im Landkreis auf eine Ansteckung im Schulbusverkehr zurückzuführen sei. Die Landesregierung hatte die geltenden Corona-Abstandsregeln von 1,50 Meter im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) außer Kraft gesetzt, dafür aber das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtend eingeführt. Jeden Morgen sind im ÖPNV in der Spitze 85 Busse im Schülerverkehr des Landkreises eingesetzt, hinzu kommen rund 20 Busse im freigestellten Schülerverkehr. Somit werden im ÖPNV zwischen der ersten und dritten Stunde 240 Fahrten durchgeführt. Der Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil (VLDW), Dirk Plate, berichtete, dass es nach den derzeitig gültigen rechtlichen Bestimmungen keine Überfüllung in den Bussen gebe. Die VLDW habe bei eigenen Erhebungen keine Überfüllung festgestellt. Jede Beschwerde sei geprüft und entsprechend mehr als 50 Kontrollen durchgeführt worden. Grundsätzlich gibt es eventuell Verteilungsprobleme auf den Linien, wo mehrere Busse verkehren. Morgens wird dann häufig der letzte und mittags der erste Bus genutzt. Dies ist allerdings ein immer wiederkehrendes Problem.

Busse reserviert

Landrat Köberle präsentierte das Konzept des Landkreises als Schulträger für den Fall, dass die derzeit niedrigen Infektionszahlen steigen sollten: "Wir haben uns als Landkreis zusätzliche Busse reserviert, verteilt im freigestellten und ÖPNV-Schülerverkehr. Diese Verstärkung erfolgt im Einzelfall, wenn das Infektionsgeschehen in einer bestimmten Region über die Inzidenz von 20 steigt sowie die Belegungskapazität einer Buslinie nachweisbar und unveränderbar überschritten ist." Björn Jung vom Kreiselternbeirat betonte, dass dies seiner Meinung nach noch nicht ausreiche. Plate gab zu bedenken, dass bei Einhaltung der Corona-Abstandsregel von 1,50 Meter, welche ansonsten gilt, vier Mal so viele Busse und natürlich auch vier Mal so viele Busfahrer benötigt würden. In diesem Zusammenhang begrüßt Köberle die mögliche Verstärkung des Schulbusverkehrs durch das Land Hessen, die Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) angekündigt hat.

Technische Ausstattung:Das Gesamtvolumen des Digitalpaktes Schule betrage etwas mehr als 12,5 Millionen Euro, wovon mehr als 1,5 Millionen Euro aus Kreismitteln gespeist würden, so die Kreisverwaltung. Der Kreis selbst bislang zwei Anträge gestellt und auch bewilligt. Diese beziehen sich auf die Beschaffung und Einrichtung einer Firewall in allen Schulen zur Absicherung sowie auf das Bereitstellen von Wlan. Landrat Köberle hat die Schulen mit zwei Schreiben über den Stand und das weitere Vorgehen informiert. Der Landkreis hat bereits alle Schulen an das Glasfasernetz angebunden. Die Wlan-Ausleuchtung ist an 28 Schulen abgeschlossen, acht Musterräume für Präsentationstechnik sollen in acht bis zehn Wochen fertig sein. Je zwei Musterräume werden in der Leo-Sternberg-Schule, Fürst-Johann-Ludwig-Schule, Friedrich-Dessauer-Schule und Peter-Paul-Cahensly-Schule als Grundlage für die künftige Verkabelung der Klassenräume eingerichtet, womit die Techniken geprüft werden können. Eine Firewall ist bereits an 30 Schulen in Betrieb genommen. Der Landkreis hat zudem 3200 iPads für Schülerinnen und Schüler beauftragt, bei denen eine durch die Schule anerkannte Bedürftigkeit besteht. Bisher wurden 750 angeliefert, 120 Geräte sind eingerichtet und abrufbereit.

Schutzmaterial:"Wir als Landkreis haben alle Schülerinnen und Schüler sowie die gesamten Lehrkräfte mit insgesamt rund 100 000 Mund-Nasen-Bedeckungen sowie Stoffmasken ausgestattet. Dazu wurden in den Sekretariaten 150 Plexiglas-Scheiben angebracht, 247 Desinfektionsspender in den Schulen aufgestellt und 36 000 Einweghandschuhe für die EDV-Räume ausgegeben. Auch die neuen Erstklässlerinnen und Erstklässler haben wir nach den Sommerferien mit Masken ausgestattet. Außerdem haben die Busfahrer Mund-Nasen-Bedeckungen erhalten, um bei Schülerinnen und Schülern nachsteuern zu können", erläuterte Landrat Köberle.

Filtersysteme im Klassenzimmer:Der technische Leiter des Eigenbetriebs Gebäudewirtschaft, Albrecht Heckelmann, äußerte sich skeptisch zum Einsatz von mobilen Umluftgeräten in Unterrichtsräumen, was deren Wirkung im Regelbetrieb mit gefüllten Klassenräumen angeht. Der Landkreis prüft derzeit allerdings die Anschaffung von CO2-Messgeräten, um den aktuellen Zustand der Luft in den Räumen prüfen zu können und darüber die Lüftungsintensität zu steuern. red

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