Der Aldi-Kreisel bei Dietkirchen soll baldmöglichst verschönert werden.
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Der Aldi-Kreisel bei Dietkirchen soll baldmöglichst verschönert werden.

Ortsbeirat diskutiert über Kita-Neubau

Limburg: "Seit Jahren wird nur geschwätzt"

  • VonRobin Klöppel
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Mit Kita-Neubau geht's nicht voran - Umgestaltung des Aldi-Kreisels gefordert

Dietkirchen -Der Kita-Neubau in Dietkirchen wird langsam zur unendlichen Geschichte. Axel Schröder, Kindergartenbeauftragter für Dietkirchen des Gesamtverbandes katholischer Kindertagesstätten in Limburg als Träger, berichtete am Dienstagabend bei der Sitzung des Ortsbeirats in der ehemaligen Verwaltungsstelle, dass ihm bei einem Treffen mit dem Leiter des Stadtbauamtes in Aussicht gestellt worden sei, dass die für die Betreuung der Kinder während der Neubauphase benötigten Container eventuell bereits im Winter kämen. Doch danach habe er nichts mehr von der Stadt gehört.

Auch Erster Stadtrat Michael Stanke (CDU) konnte Ortsvorsteher Markus Wirth (CDU) in einem Schreiben keinen Baustart nennen. Das veranlasste einen anwesenden Bürger zu fragen, was die in der Stadtverwaltung Tätigen denn den ganzen Tag machten. Denn eigentlich sei es doch deren Aufgabe, das umzusetzen, was im Haushaltsplan stehe.

Schröder bezeichnete die Raumsituation bei fast Vollbelegung und 25 komplett besetzten Plätzen für den Mittagstisch als weiterhin angespannt. Anwesende berichteten auch, dass es im Winter in dem Kindergarten muffig rieche. Und meinten, dort müssten mal Sitzungen stattfinden, um den Bauprozess zu beschleunigen.

Stankes Antwort an Wirth, den weiteren Fortgang des Projektes zu beschleunigen, indem man auf eine Zuschussbeantragung verzichte, da bis zur Bewilligung weitere eineinhalb Jahre vergehen könnten, konnte den Ortsvorsteher auch nicht überzeugen. Denn Markus Wirth bemerkte, dass man den Zuschuss auch schon vor zwei Jahren hätte beantragen können. Auch die Tatsache, dass die Stadt nun Container ankaufen statt anmieten wolle, könne zu einer weiteren Verzögerung führen.

Stanke hatte Wirth aber versichert, dass das Dietkircher Kita-Projekt weiter als andere Limburger Kita-Projekte sei und auf der Prioritätenliste ganz oben stehe. Trotzdem hat Ortsvorsteher Markus Wirth nicht den Eindruck, dass man im vergangenen halben Jahr auch nur einen Schritt weitergekommen sei. Denn die Mittel für das Projekt würden ja bereits seit drei Jahren im Haushalt stehen.

"Das ist doch eine Hinhaltepolitik"

Markus Wirth denkt, dass es vielleicht ein Fehler des Dietkircher Ortsbeirates sei, dass er nicht immer gleich auf die Barrikaden gehe. "Wir laufen seit zehn Jahren dem Neubau hinterher und reißen uns den Hintern auf", betonte Wirth. Ein Bürger übte klare Kritik an der Stadt: "Seit Jahren wird nur geschwätzt. Es gibt einen Plan für das Projekt und die Zusage. Warum kann man also jetzt nicht anfangen? Das ist doch nur eine Hinhaltepolitik."

Stadtrat Peter Kirchberg (CDU) verteidigte die Stadtverwaltung. Die Mitarbeiter seien gut. Es gebe nur zu viele Projekte, weil sich in Limburg viele Unternehmen ansiedeln wollten. "Wir sind alle frustriert, vor allem die Eltern", sagte der Ortsvorsteher. Er befürchtet, wenn sich jetzt nicht bald etwas tue, könne es 2024 werden, bis die neue Kindertagesstätte öffne. Der fraktionslose Wolfgang Breidenstein kritisierte, dass die Stadt für das Projekt freiwillig auf Zuschüsse verzichte. Die Mehrkosten zahlten am Ende letztendlich alle Bürger.

Zum Thema Sanierung Untergeschoss des Bürgerhauses sagte Markus Wirth, dass der Ort wieder einen öffentlichen Raum brauche, wo man feiern könne. Der Ortsbeirat unterstützt auch den Wunsch der Katholischen Öffentlichen Bücherei, dort aufgrund Platzmangels eine neue Bleibe zu finden.

Unverständlich findet Markus Wirth nach einem Hinweis einer älteren Mitbürgerin, dass man mit dem bald in Betrieb gehenden neuem On-Demand-System "LahnStar" nicht in die Kernstadt, sondern nur in andere Stadtteile fahren können solle. Gerade in die Kernstadt wollten ja viele Bürge. Und es sei für Ältere beschwerlich, vom Oudenburgring dafür zu Fuß zu einer anderen Bushaltestelle zu laufen.

Gerade für Neubürger ist es interessant, dass intensiv an einer neuen Bürgerinfo-Broschüre gearbeitet wird, die Horst Schmidt und Ludwig Ries vorstellten. Es wird intensiv auf die Dietkircher Geschichte und das Vereinsleben eingegangen. Aus der Versammlung kam der Wunsch, auch stärker zu beleuchten, was junge Familien im Dorf machen könnten. Auch andere Gruppen wie Schnapsbrenner und Bierbrauer, Imker und Pilzsammler sollen vorgestellt werden, wobei man geteilter Meinung ist, wo in der Broschüre die Grenze gezogen werden soll.

Der Ortsvorsteher hat auch einen Brief an die Stadt geschrieben, dass sie Mittel für die Gestaltung des Aldi-Kreisels in den Haushalt stellen soll. Der Ortsbeirat werde sich mit eigenen Verfügungsmitteln und Arbeitskraft beteiligen. Was Markus Wirth ärgert, ist, dass viele Spaziergänger verbotenerweise direkt an der Kurt-van-der-Burg-Brücke parkten. Das beste Halteverbot nutze nichts, wenn es nicht von der Stadt überwacht werde, lautet sein Fazit dazu.

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