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Blitzer in der Diezer Straße

Verkehrskontrollen

In Limburg sollen mehr Blitzer aufgestellt werden

Sechs stationäre Blitzer hat die Stadt Limburg im Einsatz, mehrere Tausend Autofahrer werden jedes Jahr erwischt, die meisten auf der Frankfurter Straße. Es gibt sogar schon Überlegungen, weitere Geräte aufzustellen.

Die Geschwindigkeit von Kraftfahrzeugen wird von der Kreisstadt Limburg sowohl durch mobile als auch stationäre Messanlagen überwacht. Beide Versionen haben sich nach Einschätzung der Ordnungsbehörde zur Verbesserung der Verkehrssicherheit bewährt. Allein 2017 haben die sechs stationären Anlagen 8427 Mal geblitzt. 793 Mal kamen Temposünder mit einem Verwarnungsgeld davon, in 634 Fällen wurden Bußgelder verhängt.

Ein Verwarnungsgeld zahlen Fahrer, die nicht mehr als 20 km/h zu schnell waren. Wer die angeordnete Höchstgeschwindigkeit noch deutlicher überschreitet, wird zur Zahlung eines höheren Bußgeldes herangezogen. Auch Punkte in der Verkehrssünderkartei Flensburg und Fahrverbote drohen.

Für das laufende Jahr 2018 liegen Erhebungen bis zum 15. November vor. Allerdings kann die bis dato ermittelte Gesamtzahl der Verstöße nicht zu einem Vergleich mit dem Vorjahr herangezogen werden, da die beiden Anlagen in der Diezer Straße von April bis August ausgefallen waren. Deshalb kommen bisher insgesamt „nur“ 5238 Verstöße zusammen. 4838 führten zu einem Verwarnungs- und 400 zu einem Bußgeld.

Fahrzeuge gezählt

Die Stadt hatte vor einigen Jahren auf beiden Seiten der Diezer Straße, jeweils stadtauswärts an der Frankfurter- und der Holzheimer Straße sowie hinter den Ortseinfahrten Linter (aus Richtung Limburg) und Staffel (aus Richtung Görgeshausen) stationäre Anlagen aufstellen lassen. Diese erfassen nicht nur die Raser, sondern sie zählen auch die durchfahrenden Fahrzeuge. So wurden allein im vergangenen Jahr auf der oberen Diezer Straße 2,5 Millionen Fahrzeugbewegungen registriert, dabei 37 000 mehr in Richtung der Nachbarstadt. Jeweils rund 1,1 Millionen Fahrzeuge bewegten sich auf der Frankfurter Straße stadtauswärts und in Linter ortseinwärts. Rund 600 000 fuhren nach Staffel hinein und 660 000 passierten die Messstelle an der Holzheimer Straße.

Im laufenden Jahr wird das Niveau aus 2017 meist wieder in etwa erreicht. Starke Abweichungen zeichnen sich jedoch in Staffel und auf der Holzheimer Straße ab. Während in Staffel bis zum 15. November die Vorjahreszahl überschritten wurde (plus 67 000 Fahrzeuge), nahm die Zahl in der Holzheimer Straße mit 283 000 Fahrzeugen um 377 000 Kfz erheblich ab.

Die meisten Verwarnungs- und Bußgelder erbrachte im Vorjahr die Messung in der Frankfurter Straße. Allein dort führte die Überwachung zu 3649 Verwarnungen und 393 Bußgeldern. Bis zum 15. November diesen Jahres waren das 2189 und 261.

Nachts gilt Tempo 30

Ebenfalls recht lukrativ fiel die Bilanz in der Diezer Straße Richtung Innenstadt mit 1034 Verwarnungen und 74 Bußgeldern aus, in der Gegenrichtung nach Diez mit 886/65. In der Holzheimer Straße waren 1008 Fahrer schneller als erlaubt unterwegs, was für 67 Fahrer ein Bußgeld nach sich zog. In diesem Jahr ging die Anzahl der Temposünder in der Holzheimer Straße auf 351/24 merklich zurück. Dabei muss berücksichtigt werden, dass auf diesen drei genannten Straßen (Diezer, Frankfurter und Holzheimer) von 22 Uhr bis 6 Uhr morgens aus Lärmschutzgründen Tempo 30 gilt.

Die höchste gemessene Geschwindigkeit wurde sowohl 2017 als auch 2018 in der abschüssigen Ortseinfahrt Staffel gemessen. Dort hatten es zwei Fahrzeugführer besonders eilig und brachten es im vergangenen Jahr auf 102 km/h, in diesem Jahr auf 103 km/h und damit auf mehr als das Doppelte des Erlaubten. Ein Autofahrer ist zudem in diesem Jahr mit 93 km/h nach Linter hinein gedüst.

Noch gravierender fallen die Verstöße bei Tempo 30 aus. Im vergangenen Jahr wurden hier Autos mit 92 km/h auf der Diezer Straße in Richtung Stadtmitte und mit 84 km/h auf der Frankfurter Straße geblitzt.

Die angeführten Zahlen sind Beispiele aus einer üppigen Statistik und zeigen, dass die stationären Radargeräte sehr wohl ihre Berechtigung haben – es könnten sogar noch weitere hinzukommen. In den derzeitigen Haushaltsberatungen der Stadt wollen sowohl CDU als auch SPD weitere Standorte prüfen.

Die bisherigen wurden vor einigen Jahren von der örtlichen Ordnungsbehörde gemeinsam mit der Polizei nach den Anforderungen der Schulwegsicherung, aufgrund von Bürgerbeschwerden unter Mitwirkung der Ortsbeiräte festgelegt und von der für die Genehmigung zuständigen Polizeiakademie Hessen befürwortet worden. Staffel kam deshalb zum Zug, weil sich dort auf der Gefällstrecke in Richtung Ortsmitte von 2011 bis 2013 acht Verkehrsunfälle ereignet hatten, bei denen ein Mensch getötet und vier Personen zum Teil schwer verletzt wurden. Am Ortseingang von Linter aus Richtung des Kreisverkehrs wurden im gleichen Zeitraum 15 Verkehrsunfälle mit vier Verletzten aufgenommen. Bei der Mehrzahl war nicht angepasste Geschwindigkeit Unfallursache.

Von Dieter Fluck

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