Der Limburger Dom wird derzeit bis 24 Uhr angestrahlt. Aus Sicht der Sozial-Ökologischen Fraktion reicht auch ein angestrahlter Dom bis 22 Uhr aus.
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Der Limburger Dom wird derzeit bis 24 Uhr angestrahlt. Aus Sicht der Sozial-Ökologischen Fraktion reicht auch ein angestrahlter Dom bis 22 Uhr aus.

Beleuchtung abschalten?

Limburg: Sollte der Dom zwei Stunden früher im Dunkeln liegen?

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Die Fraktion SÖFL ärgert sich über die "Lichtverschmutzung" in der Stadt.

Limburg -Wie lässt sich in Limburg die "Lichtverschmutzung" in der Nacht reduzieren? Das wollte die Sozial-Ökologische Fraktion (SÖFL) von der Verwaltung wissen und hatte selbst sechs Vorschläge unterbreitet, die nun von der Stadt geprüft und bewertet worden sind. Die SÖFL hatte unter anderem vorgeschlagen, die Beleuchtung des Doms schon um 22 Uhr abzuschalten - zwei Stunden früher als bislang.

Der vom Ersten Stadtrat Michael Stanke (CDU) vorgelegte Bericht des Magistrats sei vom Umweltausschuss in seiner Sitzung am Montagabend im Bürgerhaus Lindenholzhausen zur Kenntnis genommen worden, erklärte auf Anfrage der Vorsitzende des Ausschusses, Horst-Günter Herold (FDP). Der Vertreter der SÖFL, Frank Ansorge, habe auf einen konkreten Antrag verzichtet.

Und so bewertet der Magistrat die Vorschläge:

Die Dom-Beleuchtungschon um 22 Uhr abzuschalten, wie die SÖFL anregt, ist aus Sicht des Magistrats "eine politische Entscheidung", könnte also umgesetzt werden, sofern dies eine Fraktion im Stadtparlament beantragt und natürlich dafür auch eine Mehrheit findet. In der Dämmerung beginnt die Beleuchtung des Doms und endet derzeit um 24 Uhr.

LED-Werbeflächen von 22 bis 6 Uhrauf Wunsch der SÖFL nicht mehr betreiben zu dürfen, ist rechtlich nicht so ohne weiteres möglich. Solche Werbeanlagen müssten grundsätzlich von der Bauaufsichtsbehörde der Stadt Limburg im Einvernehmen mit der Verkehrsbehörde genehmigt werden, erklärt Stanke. Das geschehe in der Regel dann, wenn die Beleuchtung "blendfrei" und für die Verkehrsteilnehmer "nicht störend" wirke, teilt er mit. "Für vorhandene Anlagen gilt die Genehmigung ohne zeitliche Einschränkungen", schreibt er. Das heißt: Diese genießen Bestandsschutz. Allerdings gebe es die Möglichkeit eine Satzung zu erlassen, mit der bei neuen Genehmigungen "eine nächtliche Dauerbeleuchtung" untersagt werden könne.

Der SÖFL-Vorschlag, die Beleuchtung von Nebenstraßen zwischen 22 und 6 Uhr zu "halbieren", wird vom Magistrat "fachlich nicht empfohlen". Zwar könne "auf Wunsch der Politik" eine Herabsetzung der Beleuchtungsstärke vorgenommen werden, schreibt Stanke, allerdings sollten dabei Sicherheitsgründe berücksichtigt werden. In den wenigen Nebenstraßen in Limburg, die bereits mit LED-Beleuchtung ausgestattet seien, sei eine Halbierung der Leuchtkraft problemlos möglich. Aber in den überwiegend noch nicht mit LED-Beleuchtung ausgestatteten Nebenstraßen bedeute dies, jede zweite Lampe ausschalten zu müssen. "Dies sorgt für einen Wechsel von erleuchteten Bereichen und Schattenbereichen und ist nicht regelkonform", teilt Stanke mit.

Die SÖFL regt zudem an, die nächtliche Beleuchtung im ICE-Gebietzu überprüfen. "Aus meiner Sicht wird hier die Nacht zum Tage gemacht", schreibt Antragsteller Frank Ansorge. Auch in diesem Fall kann laut Stanke "auf politischen Wunsch" eine Straßenbeleuchtung "auf die sicherheitsrelevante Beleuchtungsstärke heruntergefahren werden". Allerdings dürfe dies in bestimmten Bereichen aus Gründen der Sicherheit und Schutz vor Vandalismus nicht getan werden. Stanke nennt den Bahnhofplatz sowie den Parkplatz und den Stadtplatz vor dem ICE-Bahnhof.

Ebenfalls ein Dorn im Auge ist der SÖFL-Fraktion die Beleuchtungssituation auf dem Aldi-Parkplatz in Dietkirchen. Dieser werde momentan zu 100 Prozent aus bläulichen LEDs erhellt. Doch dafür sei die Stadt nicht zuständig. "Für Stellplätze sind - außer für Frauenstellplätze - in der Stellplatz- und Garagenverordnung keine Anforderungen an die Sicherheit gestellt", teilt Stanke mit. Das heißt, es gebe keinerlei Vorgaben zur Beleuchtung. Nur bei "störenden unzumutbaren Beleuchtungen" sei die Stadt wieder zuständig.

Auch beim Vorschlag, die nächtliche Gartenbeleuchtung durch LED-Solarleuchten zu verbieten, sieht sich die Stadt als Bauaufsichtsbehörde nicht zuständig. Denn die Beleuchtung von Grundstücken falle nicht in den Aufgabenbereich der Bauaufsicht - ausgenommen seien lediglich die sicherheitsrelevanten Zugangsbereiche.

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