Francesco Capricano (links) und Dr. Heinrich Richard freuen sich, dass es nach der Corona-Pause mit dem Limburger Sozialkaufhaus des Nothilfekomitees weitergehen kann.
+
Francesco Capricano (links) und Dr. Heinrich Richard freuen sich, dass es nach der Corona-Pause mit dem Limburger Sozialkaufhaus des Nothilfekomitees weitergehen kann.

Günstig einkaufen

Limburg: Sozialkaufhaus ist wieder geöffnet

  • VonRobin Klöppel
    schließen

Möbel, Kleidung und Haushaltsartikel für bedürftige Menschen im Angebot

Limburg -Das Sozialkaufhaus des gemeinnützigen Vereins Komitee für Nothilfe in Limburg mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern hat nach der Corona-Pause wieder geöffnet. "Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass wir wieder da sind", sagt der Erste Vorsitzende und frühere Erste Stadtrat Dr. Heinrich Richard. Denn zum einen gebe es in der Region viele bedürftige Menschen, die Möbel, Kleidung und Haushaltsaltsartikel bräuchten und das nicht wüssten. Zum anderen brauche der Verein laut Richard auch die Einnahmen aus dem Verkauf zu günstigen Preisen, um die laufenden Kosten der Lagerhalle zu decken. Folglich können in dem Sozialkaufhaus an der Rudolf-Schuy-Straße, wie der Vorsitzende erläutert, auch nichtbedürftige Menschen kaufen, weil der Verein Gelder erwirtschaften muss, um seine Arbeit für Bedürftige im gewohnten Rahmen fortführen zu können.

Francesco Capricano, der seit drei Jahren das Sozialkaufhaus führt, hat die Corona-Pause genutzt, um die Lagerhalle zu säubern und die Ware ansprechender zu präsentieren. Er achtet darauf, Dinge im Sortiment zu haben, die von den Bedürftigen auch wirklich gebraucht werden und keine Ladenhüter. So ist er froh, viele Restposten von Firmen bekommen zu haben, also den Kunden teilweise nun sogar Neuware anbieten zu können. Zum Beispiel handelt es sich dabei um Handtücher, Bettwäsche, Tischdecken und Teppiche.

Capricano sagt, dass er auch gerne nach vorheriger Absprache kostenlos in der Region Hauhaltsauflösungen durchführe - natürlich unter der Bedingung, dass er dann die Einrichtungsgegenstände für das Sozialkaufhaus verwerten dürfe. "Oft sind das noch sehr gut erhaltene Sachen", sagt Francesco Capricano. "Da wäre es schade, die einfach so in den Müll zu werfen, weil man selbst nichts damit anfangen kann". Und es gibt auch nette Menschen, die ihm immer wieder sehr gut erhaltene Second-Hand-Kleidung für den Weiterverkauf anbieten. "Dann sind die Frauen glücklich und ich auch", so der Geschäftsführer des Sozialkaufhauses.

Heinrich Richard denkt, dass in der Corona-Zeit viele die Zeit gehabt hätten, daheim alte Sachen auszusortieren. Da seien viele neuwertige Sachen dabei, von denen das Sozialkaufhaus und seine Kunden dann profitierten.

Capricano sagt, wenn er wirklich sehe, dass jemand hilfsbedürftig sei und die Ware nicht bezahlen könne, finde er immer eine Lösung. "Man sieht es in der Regel den Menschen an, wenn sie wirklich in Not sind", sagt Capricano. Als er beispielsweise von einem Fall hörte, dass einer Familie in Ahlbach das komplette Haus abgebrannt ist, sei er hingefahren und habe eine neue Ausstattung gebracht. "Wir sind immer am Mitmenschen orientiert und helfen, wenn so etwas passiert, sehr gerne", so Capricano.

Kostendeckend arbeiten

Sein Ziel müsse es aber trotzdem bleiben, mit dem Sozialkaufhaus insgesamt kostendeckend zu arbeiten, damit diese wertvolle Einrichtung dauerhaft bestehen bleiben könne. Es käme da ja durch Miete, Energie- und Wasserkosten sowie Versicherungen einiges im Monat zusammen. Capricano kann die zeitaufwendige Arbeit im Sozialkaufhaus neben seinem Hauptberuf nur stemmen, weil ihn seine Freundin und Schwester nach besten Kräften unterstützen. Wer Kleidung, Möbel, Haushaltsartikel und andere Gebrauchsgegenstände benötigt und es nicht zum Originalpreis kaufen kann, sollte einfach mal im Sozialkaufhaus vorbeischauen.

Öffnungszeiten und mehr Infos

Das Sozialkaufhaus in der Rudolf-Schuy-Straße 4 ist montags, dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 16 Uhr sowie mittwochs von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Wer dem Kaufhaus Ware anbieten kann, sollte bitte nicht einfach damit vorbeikommen, sondern sich vorher melden unter (0 64 31) 4 52 40 oder per E-Mail an post@komitee-nothilfe-limburg.de. Hilfreich wäre es bei gebrauchter Ware, Bilder anzuhängen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare