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Limburg: Städtebaulich "absolut unbefriedigend"

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Von: Stefan Dickmann

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Sie stehen seit Jahren leer: die beiden Häuser im Hahlgartenweg.
Sie stehen seit Jahren leer: die beiden Häuser im Hahlgartenweg. © Stefan Dickmann

Der Zustand der Häuser im Hahlgartenweg 1-3 bereitet Kopfzerbrechen

Limburg -Eigentum verpflichtet. So steht es im Grundgesetz. Dennoch gibt es Grenzen, wie sich im Hahlgartenweg in der Limburger Innenstadt zeigt. Dabei geht es um die nebeneinander liegenden Häuser Nummer 1 und 3. "Städtebaulich ist die Situation aus Sicht der Stadt absolut unbefriedigend", teilt der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) auf Anfrage der Stadtverordneten Ingrid Horz-Schmachtel (Grüne) mit. Sie hatte sich über den jahrelangen Leerstand der Häuser und deren schlechten Zustand an der Ecke zur Parkstraße beklagt. All das "führt zur Abwertung aller Gebäude in diesem Quartier". Sie hatte den Magistrat um eine Einschätzung gebeten und wollte wissen, ob es Kontakt mit den Eigentümern gab.

"Das Objekt Hahlgartenweg 1 ist in einem nicht gerade gepflegten, aber baulich intakten Zustand", teilt Stanke mit. "Das Objekt Hahlgartenweg 3 weist optisch erhebliche Schäden auf. Diese sind unter anderem einem Wasserschaden, der zu spät festgestellt wurde, geschuldet. Die Substanz wurde vom Eigentümer gesichert, so dass das Objekt keinen weiteren baulichen Schaden nehmen kann. Aber da von dem Haus keine Gefahren für die Öffentlichkeit ausgehen, ist hier ein Eingreifen nicht möglich."

Abreißen und neu bauen geht nicht

Im Verlauf der vergangenen Jahre habe die Stadt mehrfach Gespräche mit den Eigentümern geführt. "Zuletzt hat sich im Jahr 2019 die Verwaltung mit dem Eigentümer in Verbindung gesetzt", erklärt Stanke. "Grund war seinerzeit der zunehmend schlechte bauliche Zustand des Objektes Hahlgartenweg 3", so Stanke.

Da die beiden Häuser Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage Diezer Straße / Parkstraße seien, sei der zuständige Bezirkskonservator des Landesamtes für Denkmalpflege hinzugezogen worden. "Die zukünftigen aber noch nicht konkretisierten Vorstellungen des Eigentümers sind, beide Objekte niederzulegen, die Grundstücke zu vereinen und einen Gebäudekomplex mit unterschiedlichen Nutzungen zu errichten." Das Problem: "Dieses Konzept kann aufgrund der städtebaulichen Gesamtstruktur weder vom Landesamt für Denkmalpflege, der Unteren Denkmalschutzbehörde noch vom Bauamt getragen werden." Es sei zwar angedacht gewesen, über ein erfahrenes Architekturbüro einen städtebaulichen Entwurf für eine Neubebauung erarbeiten zu lassen, aber das sei an der Finanzierung gescheitert, teilt Stanke mit.

Der Gebäudekomplex Hahlgartenweg 1-3 hat noch eine historische Bedeutung: Wie auf der Homepage der Stadt steht, handelt es sich um Lee Liebmanns Geburtshaus. Der Deutsche jüdischen Glaubens lebte dort von 1923 bis 1938. Vor dem Haus erinnert ein Stolperstein an seinen im KZ ermordeten Onkel. dick

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