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Limburg: Straßenmusik an fast allen Ecken

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Von: Nadja Quirein

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Die "Limdom Buskers" aus dem Westerwald spielten unter anderem vor der Volksbank in der Fußgängerzone.
Die "Limdom Buskers" aus dem Westerwald spielten unter anderem vor der Volksbank in der Fußgängerzone. © Nadja Quirein

Auf neun Plätzen in der Innenstadt gab es für jeden Geschmack etwas zu hören

Limburg -Keine großen Bühnen, Lautsprecher oder Bestuhlung, stattdessen (Straßen-)Musik mitten in der Stadt, an neun Plätzen in der Innenstadt, abwechslungsreich, vielfältig und bunt. Dieses Konzept des ersten Limburger Straßenmusikfestivals kam am Wochenende an. Nicht nur Einheimische, auch Touristen genossen das kurzweilige Programm am Samstag und am Sonntag. Manch einen überraschte das Event, andere kamen eigens dafür angereist, aber alle freuten sich, dass etwas los war in der Stadt. Im Wechsel waren an unterschiedlichen Orten vom Europaplatz entlang der Innenstadt bis hoch zum Dom und in der Altstadt immer wieder neue kleine Konzerte zu hören.

Wer seinen Lieblingsplatz gefunden hatte, konnte dort verweilen und wurde dennoch abwechslungsreich unterhalten, da die Musiker und Gruppen die Plätze stündlich wechselten. Alternativ gab es natürlich auch die Möglichkeit, als Besucher die neun Orte abzulaufen und so sein ganz eigenes Musikprogramm zusammenzustellen.

"Wir haben nach Ort ausgewählt, nicht nach Band", sagte die Limburgerin Sigrid Krispin, die am Samstagnachmittag bei brütender Hitze und den Weg in die Innenstadt ausschließlich wegen des Straßenmusik-Festivals gemacht hatte. Gemeinsam mit Freunden habe sie sich ein Plätzchen in einem Café gesucht und von dort aus der Musik gelauscht, während kräftig in die Tasten gehauen, an den Saiten gezupft und natürlich gesungen wurde.

Schattenplätze waren in der Hitze beliebt

Gutes Wetter hatten sich die Organisatoren der Stadt Limburg für ihre Premiere des Straßenmusik-Festivals gewünscht. Dass dieser Wunsch gleich in extremer Ausführung mit deutlich mehr als 30 Grad erfüllt wurde, hatte allerdings auch Einfluss auf den jeweiligen Zuspruch: Besonders die Plätze, an denen es Schatten gab und die Möglichkeit bestand, sich zu setzen, waren am Samstag gut besucht. Mitten in der Sonne stehend sah man Samstagnachmittag nur wenige Zuhörer.

Doch es lag nicht nur an den lauschigen Plätzen, sondern natürlich auch an ihrem musikalischen Können, dass die Gruppe Limdom Buskers, eine vierköpfige Folk-Rock-Pop-Akustik-Combo aus dem Westerwald, so viele Zuhörer für sich interessierte und für ihre Darbietung kräftigen Applaus erhielt. Erfrischend, authentisch und sympathisch zeigten sie sich mit bekannten Liedern in überraschender Interpretation.

Seifenblasen machten den Kindern viel Spaß

"Es war toll, aber anstrengend", sagte Musikerin Sylvia von der Band Ultraleicht aus Siegen. Sie würde jederzeit wieder an diesem Festival teilnehmen, erklärte sie, auch wenn ihr die Sonne ganz schön zu schaffen machte.

Dass man verschiedene Spielorte innerhalb einer Stadt hatte, fanden auch ihre beiden Bandkollegen Christian und Sebastian klasse. So lerne man die Stadt gleich kennen.

Als "eine wirklich tolle Überraschung", beschreiben die Schwestern Anita Deuss und Elisabeth Bergweiler das Straßenmusik-Festival. Mit drei weiteren Schwestern hatten sie Limburg als Ort für ein gemeinsames Treffen ausgemacht und zeigten sich allesamt begeistert von der Musik an fast allen Ecken. Sie hatten es sich in der Altstadt auf der Fensterbank eines Bekleidungsgeschäfts gemütlich gemacht und lauschten der Musik von Stefan Karnath. Dieser hatte mit seinen Auftritten das Publikum schnell in seinen Bann gezogen. Die Menschen blieben auch am gestrigen Sonntag am Fischmarkt immer wieder stehen und erfreuten sich an Steve's one-man-band. Der sympathische Künstler aus Siegen spielte drei Instrumente gleichzeitig: Mundharmonika, Gitarre und Schlagzeug, ergänzt durch seine markante Stimme. Und vor dem Limburger Dom hatte die 15-jährige Julie Wonder mit ihrer Gitarre Platz genommen und verzückte ihre Zuhörer mit ihrer tollen Stimme.

Zu einem der Höhepunkte für die Kinder gehörten aber ganz klar die zahlreichen Seifenblasen, die Seifenblasenkünstler zu Hauf in die hitzige Sommerluft zauberten. Die Kinder freuten sich über jede einzelne Seifenblase, jagten diesen hinterher und versuchten, sie zu fangen. Auch die Älteren blieben stehen und machten Fotos, bot sich doch ein ganz besonderes Bild.

Zu der musikalischen Vielfalt trugen auch folgende Künstler bei: Andreas Riedel erfreute die Gäste mit eigenen Melodien und Texten. Das Duo Dennie und Schaum ließ am Samstag das Herz von Folkmusik-Freunden höher schlagen. Basti Becker ließ die Gäste staunen, was man alles aus einer Handpan, einem Instrument optisch ähnlich einer Wokpfanne, zaubern kann. Das Duo Redsndreads sprang für den verhinderten Künstler Lunng Fern ein. Mit seinen Klavierklängen mit von der Partie war Torsten Dzeik. Zum Erfolg des ersten Straßenmusikfestivals trugen zudem folgende Künstler bei: Michael Zabel, Philipp Bender, meTermorphose und die Band Pils und Kippe. NADJA QUIREIN

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