Pallottinerpater Toni Schröers ist ab 1. Februar 2022 nicht mehr Pfarrer von St. Marien in Limburg.
+
Pallottinerpater Toni Schröers ist ab 1. Februar 2022 nicht mehr Pfarrer von St. Marien in Limburg.

Personelle Veränderung

Limburg: Toni Schröers, Pfarrer von St. Marien, muss aufhören

Bistum verkündet Personalentscheidung zum 1. Februar 2022 - Kritik aus Pfarrgemeinderat und von Gemeindemitgliedern

Limburg -Pallottinerpater Toni Schröers ist ab 1. Februar nächsten Jahres nicht mehr Pfarrer der Limburger Pfarrei St. Marien. Das hat der Personaldezernent des Bistums, Domkapitular Georg Franz, auf Anfrage bestätigt. Vorausgegangen war eine Mitteilung im Pfarrbrief vom Wochenende, in der Schröers die Gemeindemitglieder über die personelle Veränderung informiert hatte, die zu einiger Unruhe und teils heftigen Reaktionen führte.

"Nicht nur Pater Dr. Benjamin Atanga verlässt unsere Pfarrgemeinde, sondern auch ich muss gehen. Ab dem 1. Februar 2022 bin ich nicht mehr Pfarrer von St. Marien. Der Name des Nachfolgers wird noch bekannt gegeben", war dort zu lesen.

Pater Atanga verlässt die Pfarrei zum 1. November dieses Jahres. Der 51-Jährige geht nach fünf Jahren in Limburg zurück nach Kamerun, wo er einen Lehrauftrag übernimmt. Eine Entscheidung der Pallottiner, die laut Personalchef Franz für den Kaplan leider keinen Nachfolger anbieten können. Deshalb werde das Bistum schauen, wie hier eine personelle Verstärkung in der Pastoral gewährleistet werden könne.

Mit seiner Formulierung in der Pfarrmitteilung "... auch ich muss gehen" brachte der 70-jährige Schröers zum Ausdruck, dass er nach 16 Jahren nicht freiwillig seinen Hut nimmt. Zur Begründung erklärte der Personaldezernent wörtlich: "Der Weggang von Pater Schröers steht auch im Kontext des Übergangs der Pfarrei St. Marien in die künftige sogenannte Pfarrei neuen Typs in Limburg zum 1. Januar 2023. Das Bistum und die Provinzleitung der Pallottiner haben die Personalentscheidung in gemeinsamer Absprache getroffen." Zum 1. Februar 2022 werde Dompfarrer Gereon Rehberg, der künftige Leiter des pastoralen Raums Limburg, die Pfarrverwaltung der Pfarrei St. Marien übernehmen. Das Bistum sei dankbar dafür, dass die Pallottiner zum 1. Februar 2022 einen neuen Priester in die Seelsorge entsenden werden. Dieser werde bereits im gesamten pastoralen Raum Limburg mitarbeiten, jedoch mit einem Schwerpunkt in St. Marien verortet sein.

Neue Aufgabe bei den Pallottinern

Georg Franz würdigte die Arbeit von Pater Schröers, der seit dem 1. September 2005 als Gemeindepfarrer das Leben der Pfarrei maßgeblich geprägt habe und unermüdlich als Seelsorger in allen Lebenslagen der Menschen aktiv gewesen sei. Ihm habe die Zuwendung zum Einzelnen besonders am Herzen gelegen. Zum 1. Februar 2022 werde Schröers in der Gemeinschaft der Pallottiner eine neue Aufgabe übernehmen.

Pater Toni Schröers hält sich mit Äußerungen weitgehend zurück. Er, der zuvor als Rektor das Limburger Missionshaus leitete und im 40. Jahr seiner Priesterweihe steht, will seinen Dienst bis Ende Januar ordentlich zu Ende bringen und wird dabei von Mitbrüdern aus dem Missionshaus unterstützt. "Dann sehen wir, was weiter wird", sagt der Ordensmann, der sich mit Wehmut von seinen bisherigen Aufgaben verabschieden wird. Zu der etwa 3700 Mitglieder zählenden Pfarrei St. Marien in der Limburger Südstadt gehören St. Vinzenz Pallotti in Blumenrod und St. Johann Nepomuk Linter einschließlich der Seelsorge der alten Menschen in der Seniorenresidenz Blumenrod, des Theodor-Fliedner-Hauses sowie der Wohnstadt auf dem ehemaligen Ohl-Gelände.

"Wir sind über das Vorgehen des Bistums sehr erstaunt und fragen uns, warum diese Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt kommt", erklärte Heike Bausch. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates verweist darauf, dass ab Januar 2023 die neue große Pfarrei ihre Arbeit aufnimmt und bis dahin St. Marien noch einen schwierigen Weg ohne ihren Pfarrer zu bewältigen habe. Außerdem stelle sich einmal mehr die Frage, wozu es einen Pfarrgemeinderat und einen Verwaltungsrat gibt. "Ich erwarte vom Bischöflichen Ordinariat, dass man auch mal mit den Gremien darüber spricht, wie es weitergeht", so Bausch. "Ehrenamtliche investieren viele Stunden, auch bei der Pfarreiwerdung, und dann kommt so etwas aus heiterem Himmel. Ich weiß wirklich nicht, wo hier die Zusage unseres Bischofs umgesetzt wird, dass die Ehrenamtlichen mitgenommen werden." Die Gremien von St. Marien würden sich mit der neuen Sachlage noch näher befassen. Personaldezernent Franz erklärte dazu, er werde sich mit den Gremien über die neue Entwicklung in Verbindung setzen.

Gemeindemitglieder kritisieren in ersten Reaktionen die Art und Weise, wie der Dienst von Pater Schröers beendet werde. Sie sind über die abrupte Entscheidung des Ordinariats enttäuscht und verärgert. Der Organist der Pallottinerkirche, Frank Sittel, bedauert in einem Brief an Generalvikar Wolfgang Rösch und Personaldezernent Franz, mit Pfarrer Schröers verliere die Pfarrgemeinde einen langjährigen erfahrenen und beliebten Seelsorger. Qualität, Geist, Stil, sein kluger theologischer Verstand und seine Einfachheit bestimmten bis heute die kompetente Arbeit des Pfarrers; eines den Menschen in besonderer und vielfältiger Weise zugewandten Theologen und Priesters, der gerne noch längere Zeit in St. Marien geblieben wäre. Dieter Fluck

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare