Im Februar 2019 erläuterte Professor Joachim Schultz- Granberg (re.) Bürgermeister Dr. Marius Hahn, Annelie Bopp-Simon und Torsten Becker (links) die weitere Entwicklung Blumenrods.
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Im Februar 2019 erläuterte Professor Joachim Schultz- Granberg (re.) Bürgermeister Dr. Marius Hahn, Annelie Bopp-Simon und Torsten Becker (links) die weitere Entwicklung Blumenrods.

Projekt nimmt Gestalt an

Limburg: Urbanes Leben mit viel Grün am Stadtrand

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Stadtplaner stellt im Ausschuss seinen Entwurf für die Erweiterung Blumenrods vor

Limburg -"Durchaus urban, obwohl am Stadtrand gelegen" - so soll Blumenrod im Süden eines Tages aussehen, wenn auf den Wiesen und Feldern zwischen der Kneippstraße im Westen und der Straße "Breites Driesch" im Osten rund 670 Wohnungen entstanden sein werden - Einfamilienhäuser, Doppelhäuser, Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser. Der Stadtplaner Professor Joachim Schultz-Granberg aus Berlin stellte am Mittwochabend im Bürgerhaus Lindenholzhausen seinen Entwurf vor, der sich bereits vor eineinhalb Jahren in einem städtebaulichen Wettbewerb durchgesetzt hatte. Der Ausschuss für Stadtentwicklung tagte im Bürgerhaus, das auch Schauplatz einer Bürgerversammlung am Donnerstag, 17. September, sein wird. Um 19 Uhr soll es dann nicht nur, aber auch um die Erweiterung Blumenrods in den sogenannten Bauabschnitten V und VI gehen.

Der knapp halbstündige Vortrag des Stadtplaners kam im Ausschuss sehr gut an. "Ich finde das sehr gut. Das macht einen tollen Eindruck", sagte CDU-Fraktionschef Dr. Christopher Dietz. Frank König (FDP) zeigte sich nach der Präsentation "positiv überrascht". "So kann sich Limburg weiterentwickeln. Unsere Fraktion bewertet das sehr positiv", sagte er. Und auch die Vertreterin der Grünen, Sabine Wirth, deren Fraktion dem Vorhaben in seiner Dimension von 25 Hektar eigentlich kritisch gegenübersteht und noch viele offene Fragen sieht, hielt sich mit Kritik zurück. Sie sprach zumindest von einem "informativen Vortrag" und lobte die "gute Durchmischung" von eingeschossigen und mehrgeschossigen Häusern.

vertagen sich

Gleichwohl vertagte sich der Ausschuss (so wie gestern Abend auch der Bauausschuss), was aber nichts daran ändern wird, dass Blumenrod eines Tages vergrößert wird, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. In einem ersten Schritt müssen der Gesamtflächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden; dieser soll "eine geordnete städtebauliche Entwicklung sowie die Bereitstellung kostengünstigen Baulands für Wohnbauzwecke zur Deckung dringend benötigten Wohnraumbedarfs gewährleisten", wie es in der Vorlage des Magistrats heißt. Zuvor hatte sich schon der Ortsbeirat in dieser Frage vertagt.

Trotz der positiven Grundhaltung zu dem für Limburg "wichtigsten wohnungspolitischen Projekt seit Jahrzehnten" (SPD-Fraktionschef Peter Rompf) hatten aber auch die Mitglieder des Ausschusses noch Fragen und Anmerkungen. Peter Rompf erklärte für die SPD-Fraktion, dass eine Anbindung der zu bauenden Häuser an das in Blumenrod bereits bestehende Fernwärmenetz sinnvoll sei. Für die Anwohner sei zudem wichtig, in welcher Form das Wohnungsbauprojekt sich entwickeln werde. Rompf regte an, vorher genau festzulegen, in welchen kleineren Bauabschnitten dies geschehen werde. "Es werden nicht alle Häuser auf einen Schlag gebaut, sondern nach und nach bei Bedarf", sagte er.

Auch Christopher Dietz betonte, es handle sich um eine "behutsame Planung". Gleichwohl sei es für seine Fraktion wichtig, dass bei der Entwicklung des neuen Wohngebiets auch Sicherheitsfragen berücksichtigt werden müsste. Denn gerade in Limburg gebe es ein "Unsicherheitsgefühl im öffentlichen Raum". Das müsse in den beiden neuen Wohnquartieren Blumenrod V und VI unbedingt vermieden werden. Dietz regte Gespräche mit dem Landeskriminalamt an, die über entsprechende Experten verfügten.

Sicherheit ist ein wichtiger Aspekt

Die in der Verwaltung für Stadtentwicklung zuständige Annelie Bopp-Simon versicherte Dietz, die Kriminalprävention sei mittlerweile fester Bestandteil der Stadtplanung. Die Verwaltung werde auf jeden Fall Experten der Polizei zu Rate ziehen, um bei der Entwicklung Blumenrods V und VI "Angsträume zu vermeiden".

Stadtplaner Schultz-Granberg zeigte sich offen für eine solche Diskussion. Der von ihm vorgelegte Entwurf berücksichtige zum Beispiel "die strikte Vermeidung von Sackgassen", weil dies explizit die Sicherheit fördere durch eine höhere soziale Kontrolle.

In seiner Präsentation hatte er wesentliche Eckpfeiler skizziert. So sei zum Beispiel geplant, den Stadtpark Blumenrod durch einen Grünzug zu verlängern, um eine Frischluftschneise zu schaffen, der die Bereiche V und VI zudem trennt. Ein Wäldchen solle nicht nur erhalten, sondern durch neue Bäume vergrößert werden. "Es werden eine Menge Bäume gepflanzt", sagte er. Neben einer Busverbindung solle es auch zahlreiche Radwege und viele Radstellplätze geben.

Die beiden Wohnquartiere sollten bewusst so angelegt werden, dass sich die neuen Anwohner in ihrem Quartier gern aufhielten und auch dort spazieren gingen. Es sei das ausdrückliche Ziel, dass die neuen Blumenröder nicht in die angrenzenden Feldwege gehen müssten, zumal sich dort ein Vogelschutzgebiet befinde, das nicht belastet werden solle.

Den Sorgen der Anwohner vor dem Baustellenverkehr könne dadurch Rechnung getragen werden, eine externe Baustraße zu schaffen, erklärte der Stadtplaner. Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) sicherte im Ausschuss zu, dies werde geprüft, "um die Belastungen der Anwohner zu minimieren". Stefan Dickmann

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