Um diese Kreuzung am Ortsrand von Eschhofen geht es: Geradeaus führt der Weg nach Ennerich mit seinem Supermarkt, der auch die Nahversorgung in Eschhofen sicherstellt. Rechts geht es nach Lindenholzhausen und links zum Bahnhof.
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Ampel in Limburg: Um diese Kreuzung am Ortsrand von Eschhofen geht es.

Ulrike Jung (SPD)

Wann kommt endlich die neue Ampel? Ortsvorsteherin nimmt Stellung

  • Stefan Dickmann
    VonStefan Dickmann
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In Limburg wird seit langem auf eine Ampel gewartet. Ortsvorsteherin Ulrike Jung (SPD) dazu im Interview.

Eschhofen -Viele Eschhöfer warten darauf, dass an der Kreuzung in Höhe der Tankstelle endlich eine Ampel errichtet wird. Auch Ortsvorsteherin Ulrike Jung (SPD) geht davon aus, dass dieses Jahr die Bauarbeiten beginnen. Doch so einfach ist das alles nicht. Was Ulrike Jung außerdem erhofft und wie ihre 2021er-Bilanz ausfällt, erklärt sie im Interview.

Was hat sich in Eschhofen im vergangenen Jahr positiv verändert?
Mit den pandemiebedingten Herausforderungen wurde das Dorfleben auf den Kopf gestellt. Insbesondere die Vereine haben das Möglichste dafür getan, teilweise mit viel Aufwand, ihre Angebote in angepasster Form weiter vorzuhalten. Im Gegensatz zu 2020 konnten zum Beispiel auch die Kirmesburschen und Kirmesmädchen ihren Kirmesbaum traditionell in der Bogg stellen. Es wurden von Einzelnen und Gruppen immer wieder Wege gefunden, wie es gehen kann, Anforderungen zu entsprechen und auf Gemeinschaft und soziales Miteinander nicht verzichten zu müssen. Nachhaltigkeit und Klimaschutz rücken immer deutlicher ins Bewusstsein. Es besteht insbesondere bei jungen Familien großes Interesse, sich daran aktiv und gemeinsam zu beteiligen.
Was hat Sie als Ortsvorsteherin im vergangenen Jahr besonders geärgert oder frustriert?
Ein Dauerthema sind Parksituationen, die bei Anwohnern dazu führen, sich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt zu fühlen. Leider führt es oftmals eben nicht zu einer Problemlösung, wenn Halteverbotsschilder aufgestellt, Grenzmarkierungen angebracht und Parkflächen eingezeichnet werden. Das Problem wird verlagert, und folgend könnten wir uns im Ortsbeirat immer wieder mit den daraus entstandenen neuen Beschwerden beschäftigen. Es ist wenig zielführend, in jeder Straße Eschhofens ein Regelwerk aufzustellen.
Welche Projekte sollen in Eschhofen möglichst schon im kommenden Jahr umgesetzt werden?
Die bauliche Veränderung der Kreuzung an der Tankstelle wird 2022 endlich umgesetzt werden. Mit Ausstattung von Lichtzeichenanlagen (Ampeln) erhoffen wir auch mehr Sicherheit für die Fußgänger und Radfahrer. Jahrelang wurde in Eschhofen für eine Gefahrenentschärfung der Verkehrssituation an dieser Stelle gekämpft, und der Bau eines Kreisels war zwar Favorit, aber nicht machbar. Mit Unterstützung vieler Helfer wird die Umgestaltung des künftigen Dorfplatzes erfolgen. Der ehemalige Kirmesplatz an der Schule wird ein sichtbares und bleibendes Zeichen von Bürgerbeteiligung, Mehrgenerationennutzen und Nachhaltigkeit setzen. Ich freue mich, dass im Haushalt 2022 Planungskosten eingestellt sind für Projekte, die das Dorfbild ebenfalls verändern werden: Der Platz an der Kirche (Mainzer Straße) geht in die nächste Planungsphase, und entlang der Lahn, zwischen Dietkirchen und Eschhofen, wird mit Bürgerbeteiligung ein Lahnuferweg geplant. Auch der notwendige Anbau am Feuerwehrgerätehaus kann in die Planung gehen.
Wenn Sie ein politisches Herzensprojekt für Ihren Ort sofort umsetzen könnten, welches wäre das?
Da gibt es mehrere Herzensprojekte, die auch bereits im Ortsbeirat kommuniziert sind: Ein temporärer Wald- oder Feldkindergarten in Eschhofen, um mit dieser Maßnahme nicht nur ein ergänzendes Betreuungsangebot vorzuhalten, sondern auch, um die Warteliste auf einen Kindergartenplatz zu reduzieren. Ein Seniorenpflegeheim in Eschhofen, mit den Angeboten von Tagespflege, Kurzzeitpflege, Dauerpflege: am sinnvollsten als Mehrgenerationenhaus, in dem barrierefrei gewohnt und gelebt werden kann. Die Spielplätze in Eschhofen könnten naturnah aufgewertet werden, und ein Spielplatz im neuesten Neubaugebiet muss noch errichtet werden.Ein barrierefreies Heimat- oder Dorfmuseum, um der Eschhöfer Geschichte einen zugänglichen, dauerhaften Platz zu bereiten. Der Friedhof könnte eine gestalterische Aufwertung gebrauchen und sich neuen, zeitgemäßen Bestattungsformen anpassen.Ich könnte noch mehr aufzählen. . .
Brauchen die Ortsbeiräte mehr Kompetenzen?
Luft nach oben ist immer. Aber der Ortsbeirat hat nun einmal nicht die Funktion eines Parlaments, weshalb ich mich mit dem Ruf nach mehr Kompetenz immer schwer tue. Hier kommt mir die Metapher der eierlegenden Wollmilchsau in den Sinn. Mehr Kompetenzen heißt nämlich auch, dass daraus etwas entsteht, was auch formell, inhaltlich, zeitlich und verantwortlich erfüllbar sein muss.

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