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Die geplante „Gemini Plaza“ in Limburg wird auch Auswirkungen auf den Verkehr auf der B8 haben.

Bauvorhaben

Was „Gemini Plaza“ in Limburg für den Verkehr bedeutet

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Der Investor legt in Limburg ein Gutachten vor. Das 35-Millionen-Projekt an der B8 könnte der neue Sitz des Finanzamts werden. „Gemini Plaza“ hätte Auswirkungen für den Verkehr.

Limburg - An der B8 zwischen der Brückenvorstadt und Staffel will im nächsten Jahr ein Limburger Investor zwei große Wohn- und Bürogebäude mit Lebensmittelmarkt bauen lassen - die sogenannte „Gemini Plaza“ Ost und West. Diese Ansiedlung wird auch Auswirkungen auf den Verkehr auf der B8 zwischen Limburg und Elz haben. Ein Fachbüro hat nun eine Empfehlung ausgesprochen, wie der Verkehr an der Ampel-Kreuzung B8, Westerwaldstraße (Kaufland) und Dieselstraße (Zufahrt zur Gemini Plaza) am besten geregelt werden sollte, um Rückstaus durch den zusätzlichen Verkehr zu vermeiden.

Limburg: Millionen-Projekt „Gemini Plaza“ – Finanzamt könnte Hauptnutzer werden

Allein ein Drittel der Gesamtnutzungsfläche der beiden Gebäude von immerhin 30 000 Quadratmetern ist für Büros vorgesehen. Einer der möglichen Hauptnutzer könnte das Finanzamt Limburg-Weilburg sein.

Die Standorte in Limburg und Weilburg sollen bekanntlich fusionieren und in Limburg zentral angesiedelt werden. Noch lange vor der Corona-Krise hatte das Land Hessen entschieden, die Büroflächen - angedacht sind rund 5000 Quadratmeter - für das fusionierte Finanzamt zu mieten statt zu besitzen.

Limburg: Auswirkungen des 35-Millionen-Euro Projekts "Gemini Plaza" für den Verkehr

Von mehreren Bewerbern sind nur noch zwei übrig geblieben: Neben dem Investor der "Gemini Plaza", Christoph Müller, gibt es einen weiteren Investor, der im Limburger ICE-Gebiet einen Bürokomplex neu bauen und an das Land Hessen vermieten würde. Die Stadt hatte sich schon vor Längerem bereit erklärt, dass es im ICE-Gebiet dafür eine geeignete Fläche gibt, die sie auch für die Ansiedlung des Finanzamts zur Verfügung stellen werde. Mit einer endgültigen Entscheidung über den künftigen Standort ist vermutlich in den nächsten Wochen zu rechnen.

Unabhängig von der Frage, ob das Finanzamt künftig an der B8 angesiedelt wird oder nicht - das könnte frühestens im Laufe des Jahres 2022 passieren - laufen die Planungen für das 35-Millionen-Euro Projekt "Gemini Plaza" weiter. Der Investor hat nun ein Verkehrsgutachten vorgelegt, aus dem hervorgeht, dass die Ampel-Kreuzung B8 / Dieselstraße / Westerwaldstraße mit dem zusätzlichen Verkehr zwar so gerade eben noch funktionieren würde, aber trotzdem Änderungen empfohlen werden: Zum einen sollen dadurch zu große Rückstaus an der Einmündung der Dieselstraße auf die B8 vermieden werden und zum anderen der Verkehrsfluss auf der B8 nicht zu stark beeinträchtigt werden. Die beiden neuen Gebäude sollen im Bereich Bischof-Blum-Straße, Dieselstraße und Siemensstraße gebaut werden.

Limburg: Verkehrsgutachter geben der Politik ihre Empfehlungen ab

Dazu kommen die Pläne der Stadt Limburg, schon im nächsten Jahr die Westerwaldstraße zwischen der Ampel an der B8 und der Lichfieldbrücke neu zu gestalten und die Situation für die Radfahrer in der Westerwaldstraße mit einem Schutzstreifen auf dem Asphalt zu verbessern.

Die Verkehrsgutachter haben vier Varianten mit ihren einzelnen Vor- und Nachteilen untersucht und empfehlen der Politik eine Umsetzung, die einen "verkehrssicheren und leistungsfähigen Verkehrsablauf ermöglicht".

„Gemini Plaza“ in Limburg: Dieselstraße soll ausgebaut werden

So soll im Bereich der künftigen "Gemini Plaza" das bestehende Verkehrsnetz um eine Verbindung zwischen der Bischof-BlumStraße und der Robert-Bosch-Straße ergänzt werden. Die Bischof-Blum-Straße soll im Abschnitt zwischen Diesel- und Siemensstraße zur Einbahnstraße umfunktioniert werden, so dass im Gewerbegebiet von Norden kommende Fahrzeuge über diese Ergänzung in die Dieselstraße geführt werden. "Radverkehr und Busse sind von dieser Regelung ausgenommen."

Durch diese Änderung wird nach Darstellung des Verkehrsgutachtens der durch das Gebäude "Gemini-Plaza Ost" erzeugte zusätzliche Verkehr ebenfalls über die geplante Ergänzung auf die Dieselstraße geführt. Deshalb soll die Dieselstraße in Fahrtrichtung B8 zweispurig ausgebaut und kurz vor der Ampel-Kreuzung direkt an der B8 dreispurig aufgeweitet werden.

Limburg: „Gemini Plaza“ – Einzelhandelsfläche wurde verkleinert

Im Mai hatten die Stadtverordneten den sogenannten Aufstellungsbeschluss für das Projekt "Gemini Plaza" gefällt. Anschließend hatten sich der City Ring als Vertreter des Limburger Einzelhandels in der Innenstadt sowie die Industrie- und Handelskammer gegen eine geplante Einzelhandelsverkaufsfläche von mehr als 2000 Quadratmetern und gegen das dort vorgesehene Einzelhandelsangebot ausgesprochen.

Daraufhin wurde die Einzelhandelsfläche auf 1600 Quadratmeter reduziert und auch das angedachte Sortiment begrenzt; es darf nur vor allem der Nahversorgung dienen (Supermarkt). (Stefan Dickmann)

Das Projekt „Gemini Plaza“ sorgt für Unmut in Limburg. Steht die Zukunft der Innenstadt auf dem Spiel? Der City Ring ist besorgt.

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