Christkindlmarkt in Limburg
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Vor allem die Schausteller hoffen, dass es auch dieses Jahr einen Christkindlmarkt in Limburg gibt.

Hilfe für Schausteller

Limburg: Gibt es einen Weihnachtsmarkt XXL?

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Der Magistrat in Limburg soll prüfen: Martinsmarkt, Christkindlmarkt und Wintermarkt vom 16. November bis 30. Januar und auf noch mehr Plätzen.

Limburg – Noch ist nicht klar, ob und wie der Christkindlmarkt in Limburg im Dezember unter Corona-Bedingungen stattfinden kann. Damit die Beschicker, die einen Großteil ihres Jahresumsatzes mit dem Christkindlmarkt machen und seit Beginn der Krise im März unter Einnahmeverlusten leiden, frühzeitig Planungssicherheit haben, soll der Magistrat schnell für Klarheit sorgen. Das ist der einstimmige Wunsch der Stadtverordneten, die damit einer Initiative der CDU-Fraktion folgten.

Der Antrag geht aber noch viel weiter: Der Magistrat soll zusätzlich prüfen, ob ein Limburger "Martinsmarkt" vom 16. bis 20. November stattfinden kann und ob der Christkindlmarkt, der am 29. Dezember enden würde, um einen "Wintermarkt" bis zum 30. Januar ergänzt werden kann. Damit solle den Beschickern die Möglichkeit gegeben werden, ihre Einnahmeausfälle seit März "zumindest teilweise zu kompensieren", wie es in der Erläuterung des Antrags von CDU-Fraktionschef Dr. Christopher Dietz heißt.

Weihnachtsmarkt XXL in Limburg? Standgebühren sollen erlassen werden

In einer Presseerklärung hatte die CDU zuvor erläutert, warum sie dies für wichtig hält. "Die Schausteller des Christkindlmarktes benötigen Planungssicherheit für die Zeit rund um Weihnachten, da ihre komplette Saison seit März ausgefallen ist", sagt der CDU-Stadtverordnete Stefan Wagner. Die finanzielle Not sei groß, und die Stadt Limburg müsse versuchen, mehr Kunden und Besucher nach Limburg zu holen. "Warum nicht in Limburg den längsten Markt Deutschlands stattfinden lassen?", sagt der Vorsitzende der Kernstadt-CDU, Stefan Best. "Das Allerwichtigste ist für uns, dass der Christkindlmarkt überhaupt stattfindet", sagt CDU-Bürgermeisterkandidat Stefan Laux. Gemeinsam mit Mitgliedern der Fraktion entstand so der angenommene Antrag. Auf Wunsch der CDU-Fraktion haben die Stadtverordneten den Magistrat zudem gebeten, den Beschickern für alle drei Märkte sämtliche Standgebühren zu erlassen. Außerdem soll der Magistrat gemeinsam mit dem Landkreis sowie der Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil ein ÖPNV-Konzept erarbeiten, um mit besseren Verbindungen Menschen in der Region den Besuch der drei Märkte mit dem Bus zu ermöglichen.

Und schließlich hält es die CDU für sinnvoll, das Marktgeschehen zu entzerren. Neben den etablierten Plätzen (Neumarkt, Kornmarkt und Plötze) sollten deshalb weitere Plätze in der Altstadt in das Konzept eingebunden werden.

Auf Wunsch der SPD-Fraktion soll der Magistrat zusätzlich heimischen Schaustellern "zeitnah" und zunächst bis Ende des Jahres die Möglichkeit geben, an geeigneten Stellen in der Innenstadt (Übergang zur WERKStadt, Europaplatz, Neumarkt, Kornmarkt Plötze, Bischofsplatz) Stände aufzustellen; auch in diesen Fällen sollen die üblichen Gebühren erlassen werden.

Limburg: „Alle Schausteller sind betroffen“

Schon im Mai hatte der Sprecher der heimischen Schausteller, Andreas von Fischke, im Gespräch mit dieser Zeitung auf die prekäre Situation seiner Branche hingewiesen. "Alle sind betroffen", sagte er. "Egal, ob kleine oder große Unternehmen. Einige Schausteller haben sich sogar bereits ihre Lebensversicherung auszahlen lassen, um über die Runden zu kommen. In meinem Betrieb fallen monatlich laufende Kosten von über 3000 Euro an, die irgendwie bezahlt werden müssen. Außerdem haben wir im vergangenen Jahr viel Geld für neue Geräte ausgegeben. Damals konnte ja keiner ahnen, was uns bevorsteht."

Gleichzeitig drückte er im Frühjahr die Hoffnung aus, dass es "zumindest Weihnachtsmärkte geben wird, die vielleicht in diesem Jahr schon vor dem ersten Advent öffnen und auch noch einige Tage nach Weihnachten das Bild der Städte prägen". Durch eine solche zeitliche Verlängerung könne sich zumindest ein Teil der Schausteller-Branche etwas erholen. "In meinen 35 Jahren in der Selbstständigkeit habe ich schon viele Krisen überstanden. Aber die Corona-Pandemie ist etwas anderes. Sie gleicht einem Berufsverbot."

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