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Haus-Kauf: So teuer ist das Wohnen in der Region von Limburg.

Immobilienpreise im Vergleich

So viel kostet Wohnen in Limburger Region - Taunus teurer als der Westerwald

  • Stefan Dickmann
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Immobilienpreise im Vergleich. Was muss man im Kreis Limburg-Weilburg für ein Eigenheim aufbringen? Und wo ist es am teuersten? Eine Warnung vorweg: Die Region ist heiß begeht.

Limburg-Weilburg -Wer wissen will, wie wertvoll sein Eigenheim ist oder wie teuer die Grundstückspreise in seiner Kommune sind, der schaut in den Immobilienbericht, den das Amt für Bodenmanagement mit Sitz in Limburg einmal im Jahr veröffentlicht. Dort sind alle Durchschnittspreise aufgelistet - sowohl die Bodenrichtwerte für Grundstücke in der jeweiligen Kommune als auch die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser.

Raum Limburg: Taunus sind die Häuser und die Grundstücke deutlich teurer als im Westerwald

Bodenrichtwerte sind „durchschnittliche Lagewerte des Bodens“ pro Quadratmeter und „gelten für eine Mehrzahl von Grundstücken“, heißt es im Bericht. Die vorgelegten Zahlen basieren auf tatsächlich verkauften Immobilien im vergangenen Jahr. Vier Landkreise aus Westhessen werden in dem 170 Seiten starken Bericht zusammengefasst, der zum Preis von 50 Euro beim Amt für Bodenmanagement zu erwerben ist.

Wir haben in den Bericht geschaut und stellen die wichtigsten Zahlen und Werte aus dem Landkreis Limburg-Weilburg vor. Als Faustformel gilt dabei: Im Taunus sind die Häuser und die Grundstücke deutlich teurer als im Westerwald, was vor allem an der größeren Nähe zum Rhein-Main-Gebiet liegt.

Haus-Kauf: Landkreis Limburg-Weilburg als Pendler-Region heiß begehrt

Unser Landkreis ist eine Pendler-Region. Wer bewusst hier eine Immobilie oder ein Grundstück zum Bauen erwirbt, arbeitet nicht selten im Rhein-Main-Gebiet. Vereinfacht ausgedrückt: Wer 30 Kilometer Wegstrecke einspart, weil er weiter im Süden ein Haus kauft oder dort baut, muss mehr bezahlen. Dazu kommt noch, wie es in dem Immobilienbericht heißt, das generelle Phänomen, das die Nachfrage nach Bauland deutlich höher ist als das Angebot.

Und schließlich gilt: Alle genannten Zahlen sind Durchschnittswerte. Je nach Standort, Zustand des Hauses und natürlich der konkreten Nachfrage können die Preise deutlich darüber und darunter liegen. Und das sind die wichtigsten Eckpunkte im Bericht:

Immobilienpreise Limburg-Weilburg: Die Bodenrichtwerte im Landkreis - Was ist mein Eigenheim wert?

Kreis Limburg-Weilburg: Preise für bebaute und unbebaute Grundstücke

Preise für bebaute Grundstücke in mittlerer Lage (siehe auch Grafik): Mit Abstand am teuersten ist es in Bad Camberg mit einem Bodenrichtwert von 200 bis knapp 300 Euro pro Quadratmeter. Deutlich günstiger, aber für den heimischen Landkreis noch immer hochpreisig, sind solche bebauten Grundstücke in Limburg und Elz mit einem Bodenrichtwert von 150 bis knapp 200 Euro pro Quadratmeter. Es folgen die vier Kommunen Brechen, Selters und Hünfelden im Süden sowie Hadamar mit Bodenrichtwerten von 100 bis knapp 150 Euro. In den zwölf anderen Kommunen wird es in mittlerer Lage schon deutlich günstiger mit Preisen von 50 bis knapp 100 Euro pro Quadratmeter.

Unbebaute Grundstücke: Gegenüber dem Vorjahr sind diese laut Bericht "leicht gestiegen". Auch hier gilt: Bad Camberg steht einsam und allein an der Preisspitze, als einzige Kommune mit einem Quadratmeterpreis von mehr als 200 Euro für unbebautes Bauland. Auf Platz 2 folgt Limburg mit 180 Euro.

Zum Vergleich: Mit Abstand am günstigsten im heimischen Landkreis lässt sich Bauland in Merenberg erwerben, mit einem Durchschnittspreis von 47 Euro (bezogen auf die vergangenen drei Jahre). Ebenfalls unter 100 Euro liegen die Quadratmeterpreise in Beselich, Dornburg, Elbtal, Mengerskirchen, Runkel, Villmar, Waldbrunn, Weilburg und Weinbach. Im mittleren Preissegment befinden sich Brechen, Elz, Hadamar und Hünfelden. Der Bericht listet auch die durchschnittlichen Häuserpreise auf:

Kreis Limburg-Weilburg: Das kosten Ein- und Zweifamilienhäuser

Ein- und Zweifamilienhäuser: Wer in unserem Landkreis solche Häuser mit einem Baujahr ab 1950 erwerben will, zahlt den höchsten Durchschnittspreis in Bad Camberg mit 382 000 Euro. Deutlich günstiger, aber für heimische Verhältnisse immer noch teuer, ist es in Limburg und Selters mit fast annähernd gleichen Durchschnittspreisen von um die 318 000 Euro.

Richtung Westerwald wird es erheblich günstiger: Merenberg, Dornburg und Waldbrunn sind die einzigen Kommunen im Kreis, in denen ein bestehendes Ein- oder Zweifamilienhaus im Durchschnitt um die 180 000 Euro kostet. Im Mittelfeld liegen Villmar, Hadamar und Weilmünster.

In neun der insgesamt 19 Kommunen unseres Landkreises liegt die mittlere Wohnfläche in diesen Häusern zwischen 170 und 180 Quadratmetern. Die meiste Wohnfläche findet sich durchschnittlich in Löhnberg mit 187 Quadratmetern, die kleinste in Mengerskirchen mit 116. Die durchschnittliche Größe bebauter Grundstücke ist in Weilmünster am höchsten (900 Quadratmeter), in Beselich am kleinsten (659 Quadratmeter). In zehn der 19 Kommunen liegt die Grundstücksgröße zwischen 700 und 800 Quadratmetern.

Kreis Limburg-Weilburg: Das kosten Doppelhaushälften und Eigentumswohnungen

Doppelhaushälften: Nur für vier Kommunen des Landkreises lagen laut des Amts für Bodenmanagement genug Daten vor, um die Durchschnittspreise für Doppelhaushälften mit einem Baujahr ab 1950 zu ermitteln. Am teuersten sind diese in Limburg mit einem Durchschnittspreis von gut 327 000 Euro, am günstigsten in Hadamar mit etwas mehr als 144 000 Euro, wobei die mittlere Wohngröße in Hadamar 25 Quadratmeter weniger beträgt als in Limburg mit 157 Quadratmetern.

Eigentumswohnungen: Am teuersten sind Eigentumswohnungen (Baujahr 1950 bis 2016) mit einer mittleren Wohnfläche zwischen knapp 70 und mehr als 80 Quadratmetern im Landkreis in Bad Camberg und Limburg mit einem Preis von jeweils mehr als 1700 Euro pro Quadratmeter. Deutlich günstiger ist der Erwerb einer solchen Wohnung in Beselich mit einem Quadratmeterpreis von unter 1000 Euro. Im Mittelfeld liegen Elz und Weilburg mit jeweils mehr als 1400 Euro. In immerhin elf Kommunen des Kreises lassen sich keine aussagekräftigen Durchschnittspreise für Eigentumswohnungen ermitteln, darunter sind zum Beispiel auch Brechen, Villmar und Waldbrunn.

Deutlich teurer sind natürlich neue Eigentumswohnungen, die zwischen 2017 und 2019 entstanden sind; aber nur für drei Kommunen liegen verlässliche Daten vor. Auch hier liegt Bad Camberg vorn, dicht gefolgt von Limburg mit einem Quadratmeterpreis von jeweils mehr als 2800 Euro. Günstiger ist es in Elz, aber auch hier liegt der mittlere Kaufpreis bei knapp 2500 Euro pro Quadratmeter. In dieser Sparte spielen laut Immobilienbericht alle anderen Kommunen keine Rolle. Die durchschnittliche Größe der neuen Eigentumswohnungen liegt dabei zwischen 80 (Limburg) und 94 Quadratmetern (Bad Camberg). Stefan Dickmann

Weitere Informationen

Die aktuellen Bodenrichtwerte für jede Kommune und jeden Ortsteil (Stichtag 1. Januar 2020) sind kostenfrei im Internet unter der Adresse boris.hessen.de einsehbar. Interessierte können den Immobilienmarktbericht in digitaler Form für 50 Euro beim Amt für Bodenmanagement in Limburg erwerben. Er kann telefonisch bestellt werden unter 0 64 31 - 91 05 68 43 oder per E-Mail an GS-GAA-AFB-LM@hvbg.hessen.de

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