Peter Beuth (unten links) sprach bei der CDU Limburg-Weilburg.
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Peter Beuth (unten links) sprach bei der CDU Limburg-Weilburg.

Politischer Aschermittwoch

Limburg-Weilburg: Innenminister Beuth: Impfwillige erhalten bis Sommer Termin

  • vonRobin Klöppel
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Virtueller Politischer Aschermittwoch der CDU - Fahrplan für Öffnungen erwartet

Limburg-Weilburg -Beim virtuellen Politischen Aschermittwoch des CDU-Kreisverbandes Limburg-Weilburg mit dem hessischen Innenminister Peter Beuth (CDU) haben 65 Gäste teilgenommen. Der 53-jährige Taunussteiner machte dabei Hoffnung, dass im zweiten Quartal die Verfügbarkeit von Impfstoff gegen Corona deutlich zunehmen werde und bis Sommer alle impfwilligen Hessen einen Termin bekommen könnten. Beuth denkt, dass dann auch wieder viele Veranstaltungen stattfinden könnten. Er sei guter Dinge, dass bei der nächsten Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Merkel ein Fahrplan festgelegt werde, wann Einzelhändler und Gastronomie unter welchen Bedingungen wieder öffnen könnten.

Dies stehe unter der Voraussetzung, dass bis dahin die Infiziertenzahlen weiter sinken. Beim letzten Zusammentreffen sei dies, so Beuth, noch nicht der Fall gewesen, weil man erst habe abwarten wollen, wie sich die Lage mit den besonders ansteckenden Corona-Mutanten in Deutschland entwickle.

Zur öffentlichen Kritik, dass das Limburger Impfzentrum nicht sofort nach Fertigstellung in Betrieb gegangen sei, sagte der Minister: "In der Anfangszeit, wo der Impfstoff noch sehr knapp gewesen ist, hätte es keinen Sinn gemacht, schon alle Impfzentren zu öffnen".

Landrat räumt Fehler ein

Landrat Michael Köberle (CDU) stand in der Runde offen zu seinem Fehler, dass sich der Krisenstab des Landkreises am Neujahrstag habe impfen lassen. Er findet es aber schade, wenn im Kreis und in der CDU die vergangenen Jahre hervorragende Arbeit geleistet worden sei und dann ein Fehler plötzlich die komplette öffentliche Diskussion überlagere. Köberle tut es vor allem für seine Familie leid, die jeden Morgen die Angriffe in der Zeitung lesen müsse. CDU-Kreisvorsitzender Andreas Hofmeister bescheinigte Köberle, bisher als Landrat eine gute Leistung zu zeigen. Die aktuelle schrille Diskussion werde bald auch wieder verschwinden.

In Hessen bestehe mittlerweile in 28 Impfzentren eine Kapazität von bis zu 50 000 Impfungen am Tag, berichtete Beuth. Es ergebe Sinn, zuerst die dran zu nehmen, die besonders gefährdet seien, Seniorenheimbewohner und die Mitarbeiter in den Einrichtungen. Mit der Gruppe höchster Priorität sei man, wie der Minister sagte, kommenden Monat durch. Dann könnte die nächste Gruppe an die Reihe kommen.

Zu den Coronamaßnahmen-Kritikern sagte Beuth, dass sich die Bundesregierung Corona nicht ausgedacht habe. Die Maßnahmen seien gekommen, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu kriegen. Mit Erfolg, wie Beuth denkt. Denn nach Höchstwerten im Dezember würden die Infektionszahlen derzeit immer weiter zurückgehen.

Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (CDU) sagte, Impfstoff könne man nicht wie Bier einfach im Supermarkt kaufen. Er erinnerte daran, dass vor einem Jahr viele Menschen noch froh gewesen wären, wenn sie gewusst hätten, dass 2021 schon mehrere zugelassene Impfstoffe auf dem Markt sein würden. Die Impfstoff-Produktion werde nun überall hochgefahren.

Die Vorsitzende des Brechener Gemeindeparlamentes, Christel Höhler-Heun, fragte Beuth, ob Gremiensitzungen künftig per Videoschalte erlaubt werden könnten. Beuth hält nichts davon, weil die Diskussionsqualität leide. Ebenfalls sei die Frage offen, was passieren würde, wenn ein Mandatsträger vor einer Abstimmung aus der Leitung fliege.

Murat Altuntas, Gastwirt aus Weilburg, bat das Land, der Gastronomie eine verlässliche Öffnungsperspektive zu geben. Auch der CDU-Bundestagsabgeordneter Klaus-Peter Willsch meinte, die Unternehmer wollten endlich wieder ihrem Geschäft nachgehen und Kunden bedienen dürfen. Der frühere hessische Finanzminister Karlheinz Weimar erklärte, viele Geschäfte in den Innenstädten hätten auch ohne Corona Probleme bekommen. Der Virus habe den Trend aber verstärkt. Mehr als vier verkaufsoffene Sonntage könne das Land aber nicht genehmigen, weil die Rechtslage das nicht zulasse. Man müsse die Bürgermeister aber nach besten Kräften unterstützen, die Ortskerne lebendig zu halten.

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