Gleich einer der ersten Einsätze in Erftstadt war die Rettung von drei Lkw-Fahrern, die mit ihren Fahrzeugen im Hochwasser nicht mehr weiterkamen.
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Gleich einer der ersten Einsätze in Erftstadt war die Rettung von drei Lkw-Fahrern, die mit ihren Fahrzeugen im Hochwasser nicht mehr weiterkamen.

Hilfsaktion

Limburg-Weilburg: Einsatzkräfte aus dem Kreis helfen im Katastrophengebiet

  • VonKlaus-Dieter Häring
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Die Feuerwehr Limburg bricht nach Nordrhein-Westfalen auf, um nach den schweren Unwettern im Hochwasser-Katastrophengebiet zu helfen.

Limburg-Weilburg - Nach dem Löschzug des Landkreises Limburg-Weilburg ist auch die Wasserrettung zu einem Einsatz in die Hochwasser-Katastrophengebiete ausgerückt. Der Löschzug mit Einsatzkräften aus Weilburg, Hünfelden und Bad Camberg-Erbach startete schon am Donnerstag (15.07.2021) in Richtung Katastrophengebiet. Und beim zweiten Einsatz waren es auch wieder mehr als 30 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren und des Deutschen Roten Kreuzes, die gestern Morgen (Freitag, 16.07.2021) in Richtung Messezentrum in Düsseldorf ausgerückt sind.

Die Planungen für den Einsatz selber, angeordnet durch das Hessische Innenministerium, sind aber schon einen Tag vorher angelaufen. "Wir haben am Donnerstag um 19 Uhr die erste Alarmierung für die Wasserrettung bekommen", sagte Kreisbrandinspektor Georg Hauch. Als Einsatzleiter für die Untere Katastrophenschutzbehörde musste er eine Personenabfrage durchführen, es wurde mit Arbeitgebern gesprochen. Anschließend wurde die Gerätschaften für den Sieben-Tage-Einsatz koordiniert.

Feuerwehr Limburg: Retten und Evakuieren nach den Unwettern in NRW - Tauchen zu gefährlich

"Wasserrettung, Evakuierung von Gebäuden und eventuell Vermisstensuche" standen für die Einsatzkräfte auf dem Plan, "Tauchen weniger, das ist bei der Strömung zu gefährlich". Und selbst an Ort und Stelle können dann Probleme auftreten, die unter erschwerten Umständen zu bewältigen sind. Nicht hilfreich dabei ist die unstabile Kommunikationslage in diesem Gebiet, die Telefonnetze sind zusammengebrochen.

Es war dann auch ein "bunt gemischter Haufen", der sich am Freitagmorgen auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr in Limburg einfand, um gemeinsam in Richtung Düsseldorf zu starten. Zuerst waren es die Einsatzkräfte der Feuerwehr, die für ihren Wasserrettungseinsatz einen Gerätewagen Wasserrettung mit sechs Personen besetzt haben, weiter ein Mannschaftstransportwagen mit gleichgroßer Besetzung sowie zwei Boote für die Taucher und Rettungsschwimmer.

Nach Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz: Feuerwehr Limburg gemeinsam mit DLRG vor Ort

Der Wasserrettungstrupp setzt sich dann zusammen aus Einsatzkräften der Feuerwehren aus Limburg, Runkel, Dietkirchen. Dazu kamen dann noch die Einsatzkräfte der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft mit den Ortsgruppen Hadamar, Elz, Bad Camberg, Selters und Brechen/Runkel/Villmar. Auch hier waren es wieder mehr als 30 Einsatzkräfte mit Bootsführer, Taucher, Maschinisten und Sanitäter.

Sie waren alle gut vorbereitet: Alles wurde selbst unter den verschiedenen Organisationen untereinander in Übungen erlernt und vertieft. Außerdem gab es ähnliche Einsätze in der Vergangenheit. "Wie in Dresden, wo wir mit einem Löschzug bei der Hochwasserkatastrophe geholfen haben," berichtete Einsatzleiter Rene Jung von der Limburger Feuerwehr vor dem Start in Richtung Düsseldorf.

Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz: 60 Einsatzkräfte aus dem Kreis Limburg-Weilburg

Stolz war man von offizieller Seite über das ehrenamtliche Engagement der Einsatzkräfte aus dem Landkreis Limburg-Weilburg, die sich mit ihren 60 Einsatzkräften in die 600 Einsatzkräfte aus dem gesamten Hessen einfügen. "Die Lage ist dramatisch, viel Glück für euren Einsatz, eine Aufgabe, die nicht hoch genug einzuschätzen ist, ihr seid gut ausgebildet und ihr seid eine gute Truppe", gab Landrat Michael Köberle den Helfern mit auf den Weg.

Mit Signal ging es dann zu einer weiteren Sammelstelle, wo sich die Limburger einer Gruppe aus dem Rhein-Taunus-Kreis, Wiesbaden und Gießen anschlossen, um einen gemeinsamen Konvoi zu bilden. Und der Einsatzzug brauchte nicht lange auf einen Einsatzort zu warten. Noch auf der Autobahn in Richtung Düsseldorfer Messezentrum kam der Einsatzbefehl für Erftstadt, eine Stadt, in der unter anderem Häuser durch die Wassermassen eingestürzt sind. Und es war kaum Zeit, die Rettungsboote von den Einsatzfahrzeugen zu holen. Denn es galt drei Lkw-Fahrer zu retten, die mit ihren Fahrzeugen im Hochwasser steckengeblieben sind und nicht mehr weiter kamen. (Klaus-Dieter Häring)

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