Im Kreis Limburg-Weilburg ist am Wochenende ein Sonderimpftag geplant.
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Im Kreis Limburg-Weilburg ist am Wochenende ein Sonderimpftag geplant.

„Können uns auf Niveau nicht ausruhen“

Kreis kämpft gegen Impfmüdigkeit – mit Impftag für die ganze Familie

  • Sabine Rauch
    VonSabine Rauch
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Schutz gegen Corona für die ganze Familie: Der Kreis Limburg-Weilburg bietet verschiedene Sonder-Impfaktionen an. Die Resonanz ist jedoch gering.

Limburg – Erst musste um jede Impfung gekämpft werden, jetzt muss das Gesundheitsamt den Menschen die Spritze gegen Corona hinterhertragen. Und nicht mal das mit großem Erfolg. Gerade mal 24 Männer und Frauen haben sich beim ersten "Impfen zu Hause" ihre Dosis verabreichen lassen, am vergangenen Wochenende waren es dann nur noch sieben.

Und auch bei den Sonder-Impfaktionen am vergangenen Wochenende auf dem Kirmesplatz in Weilburg und beim Fußball-Lokal-Derby zwischen Hadamar und Dietkirchen war die Impfbereitschaft nicht besonders groß. In Weilburg kamen immerhin 43, in Hadamar waren es nur zehn.

Corona in Limburg: Familienimpftag auch für Jugendliche

Vielleicht hat der Familienimpftag am Sonntag, 29. August, mehr Erfolg. Zwischen 10 und 17 Uhr können alle Impfwilligen ohne Voranmeldung ins Impfzentrum kommen - wenn sie denn älter als zwölf Jahre sind. Seit 28. Juli werden im Impfzentrum Kinder und Jugendliche ab dem zwölften Lebensjahr geimpft - schon bevor die Ständige Impfkommission die allgemeine Empfehlung zur Impfung Jugendlicher überarbeitet hat. "Wir impfen rund 30 Kinder und Jugendliche pro Tag", sagt Jan Kieserg, der Sprecher des Landkreises. Und der Kreis erwarte eine weitere Steigung der Impfnachfrage in dieser Altersgruppe zum Ende der Schulferien, am Familienimpftag beziehungsweise nach Schulbeginn.

Denn die Zahl der Infizierten steigt. Dafür gebe es zwei Gründe: Zum Einen die eingeschleppten Infektionen aus dem Ausland und zum Anderen "die in diesem Jahr vorherrschende Delta-Variante, die nach vorliegenden Studienergebnissen mittlerweile bei fast allen Infektionen nachzuweisen ist und deutlich infektiöser zu sein scheint".

Deshalb hofft die Kreisverwaltung, dass die Impfmüdigkeit mit dem Ende der Schulferien vorbei ist: "Die Entwicklung der Infektionszahlen wie auch die Zunahme der stationären Einweisung bei problematischen Covid-19-Verläufen machen deutlich, dass wir uns auf dem bisher erreichten Niveau nicht ausruhen können."

Sonder-Impfaktion auf dem Wochenmarkt in Limburg

Deshalb bietet das Impfzentrum auch an diesem Samstag wieder Sonderimpfaktionen an - dort, wo samstags die Menschen sind: Auf dem Wochenmarkt in Limburg , auf dem Edeka-Parkplatz in Dorchheim und auf dem Rewe-Parkplatz in Bad Camberg. Auch wer spontan entscheidet, ist willkommen: Die Impfung an den mobilen Impfstationen ist ohne Termin oder Voranmeldung möglich.

Um es den Impfmuffeln leichter zu machen - und weil genug Impfstoff da ist - hat das Impfzentrum schon seit Anfang August, als die Inzidenz noch sehr niedrig war, werktags in der Zeit von 8 bis 17 Uhr für jedermann geöffnet - auch ohne Termin.

Kreis Limburg-Weilburg bietet Corona-Impfung für zu Hause an

Außerdem bietet der Landkreis allen Personen, die keine Möglichkeit haben, in das Impfzentrum zu kommen, die Impfung für zu Hause - nach Anmeldung per E-Mail oder Telefon. Obwohl das für die Impfteams logistisch eine Herausforderung ist. Zum Team gehören ein Arzt, denn nur er darf die Indikation für die Impfung prüfen, den Patienten aufklären und das Vakzin spritzen, und ein Mitarbeiter für den Rest. Er muss die Spritze vorbereiten, vielleicht auch mal beim Ausziehen des Patienten helfen und den Impfpass ausfüllen. Die Dokumentation selbst erfolge im Nachhinein im Impfzentrum, so Jan Kieserg.

Überraschenderweise seien es bislang überwiegend jüngere Menschen gewesen, die das Angebot genutzt haben. Und Kieserg macht noch einmal Werbung für das Impfen: "Letztlich ist es unvermeidbar, dass im Rahmen dieser Pandemie jeder mit dem Coronavirus infiziert werden wird - entweder kontrolliert durch Impfung oder auf natürlichem Wege durch eine Infektion."

Abschließend verweist der Sprecher des Kreises auf das Robert-Koch-Institut: Die Gesellschaft könne die Corona-Pandemie nur besiegen, wenn mindestens 85 Prozent der Bevölkerung geimpft sind. (Sabine Rauch)

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