Auch Hobbyzüchter wie Katharina Schmitt aus Ahlbach treffen jetzt Vorsorge und schützen ihre Tiere vor Kontakt mit den Wildvögeln.
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Auch Hobbyzüchter wie Katharina Schmitt aus Ahlbach treffen jetzt Vorsorge und schützen ihre Tiere vor Kontakt mit den Wildvögeln.

Vogelgrippe

Bereits sieben bestätigte Fälle in der Region: Sorge wegen Geflügelpest nimmt zu

Im Westerwaldkreis gibt es erste Vogelgrippe-Fälle. Das besorgt auch die Menschen in Limburg-Weilburg. Betriebe sollen sich vorbereiten.

Limburg-Weilburg - Überall wächst die Angst vor Corona. Aber auch ein zweiter hochansteckender Virus beschäftigt zurzeit viele Menschen: die Geflügelpest. Die anzeigepflichtige Tierseuche, von der Hühner, Puten, Gänse, Enten, wildlebende Wasservögel und andere Vögel befallen werden können, wird auch Vogelgrippe genannt.

Dr. Kerstin Herfen, Amtstierärztin im Landkreis Limburg-Weilburg, hat jetzt aus aktuellem Anlass über die Situation berichtet. Im Westerwaldkreis sind mittlerweile sieben bestätigte Fälle von Vogelgrippe bei Wildvögeln aufgetreten. Die Tiere wurden an verschiedenen Seen gefunden. Für Dornburg, Elbtal, Waldbrunn und Mengerskirchen wurde eine Allgemeinverfügung erlassen. In den anderen Orten wird von einer Aufstallungs-Verpflichtung abgesehen - noch. Allerdings sollten sich alle, also auch die Kleinstbetriebe, jetzt auf die Situation vorbereiten.

Limburg: Angst vor Vogelgrippe – Hygienestandards bei Tierhaltung enorm wichtig

Das Wichtigste sind die Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen. Jonas Bachmann, Geschäftsführer beim Kreisbauernverband Limburg-Weilburg, weiß, dass diese Regularien in den Großbetrieben zum Alltag gehören. Allerdings ist seit Ausbruch der Pandemie die Nachfrage nach Legehennen geradezu explodiert. Hühnerhaltung im eigenen Garten ist Mode geworden, möglicherweise auch wegen etlicher Lebensmittelskandale. "Grundsätzlich empfehlen wir die Einhaltung entsprechender Hygienestandards in der Tierhaltung, wie das Unterbinden des Kontakts von Futter- und Wasserstellen für Nutz- und Haustiere mit Wildvögeln, beispielsweise Spatzen. Aber auch Mäuse oder Ratten, die als typische "Kulturfolger" von Futterresten als Nahrungsquelle profitieren, müssen ausgeschlossen werden", sagt Bachmann.

Im Klartext heißt das, dass Futter und Tränke nicht frei zugänglich sein dürfen und abgedeckt werden müssen. Zu den notwendigen Biosicherheitsmaßnahmen gehört darüber hinaus, dass die Ein- und Ausgänge zu den Ställen oder sonstigen Standorten gegen unbefugten Zutritt gesichert und nur mit entsprechender Schutzkleidung betreten werden. Auch Einmal-Überschuhe und Desinfektionsmatten sind zu empfehlen. Alles muss regelmäßig desinfiziert werden. Das beginnt mit den Händen und Schuhsohlen und führt über alle Gerätschafen oder Maschinen und Fahrzeuge, die für das Geflügel benutzt werden.

Sorge um Geflügelpest im Kreis Limburg-Weilburg: Überdachung sorgt für Sicherheit

Für Sicherheit sorgt ein überdachter Bereich, wobei das Dach möglichst geschlossen sein sollte. Gerade für Hobby- und Haustierhaltungen ist der überdachte Bereich nicht so leicht einzuhalten. Aber Möglichkeiten dazu gibt es. Zum Beispiel kann ein altes Gartenhäuschen umfunktioniert werden.

Und woran erkannt man, ob die eigenen Hühner die Geflügelpest haben? Zum Beispiel am deutlichen Rückgang der Wasser- und Futteraufnahmen, Kopf- Kamm- und Gliedmaßenschwellungen und wenn sie keine Eier mehr legen, Ein klassisches Anzeichen für die Geflügelpest ist, wenn innerhalb von 24 Stunden mindestens drei Hühner sterben.

"Tierhaltung bedeutet immer Verantwortung. Dieser Verantwortung muss man sich stellen und unter Umständen die eigene Haltungspraxis hinterfragen oder im Interesse des Wohlergehens sowie der Gesundheit der Tiere, der Biosicherheit und auch im Interesse anderer Tierhalter anpassen", betont Jonas Bachmann. (red)

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