Der Verkehr an der wichtigsten Kreuzung in Eschhofen wird künftig durch eine Ampel geregelt.
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Der Verkehr an der wichtigsten Kreuzung in Eschhofen wird künftig durch eine Ampel geregelt.

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Limburg: Wichtigste Kreuzung in Eschhofen bekommt eine Ampel

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Kreisverkehr nicht umsetzbar - Stadt führt Gespräche mit Hessen Mobil

Eschhofen -Die jahrelange Diskussion über die Verkehrsführung an der wichtigsten Kreuzung in Eschhofen hat ein Ende: Am Knotenpunkt Limburger Straße / Bahnhofstraße / Dietkircher Straße soll eine Ampel aufgestellt werden.

Nach der Empfehlung eines Verkehrsgutachtens soll die Anlage ganztägig und verkehrsabhängig geschaltet sein. Das heißt: Die Ampel reagiert auf das Fahrzeugaufkommen und zeigt jeweils dort länger Grün an, wo gerade die meisten Autofahrer unterwegs sind.

Der Ortsbeirat Eschhofen hat sich dieser Empfehlung einstimmig angeschlossen. Geld für die Errichtung der Ampel ist auch schon vorhanden: Die Limburger Stadtverordneten hatten bereits im Haushaltsjahr 2018 für eine Verbesserung des Verkehrsknotens 500 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Dass die Umsetzung so lange dauert, hat vor allem damit zu tun, dass der Ortsbeirat Eschhofen an dieser Kreuzung lange Zeit einen Kreisel favorisiert hat. Der lässt sich dort jedoch nicht umsetzen, weil der Platz fehlt. Es müssten Teile von Grundstücken genutzt werden, die sich in Privatbesitz befinden und nicht an die Stadt verkauft werden.

Gefahr für Radfahrer und Fußgänger

Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilt, laufen derzeit noch Abstimmungsgespräche mit der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil, weil diese von einem Teil der Straße Straßenbaulastträger sei. "Auch wird sich der Magistrat mit dem Thema befassen und die Stadtverordnetenversammlung eine Entscheidung treffen", erklärt die Sprecherin der Stadt, Anna-Sophie Seidel. Von einer Zustimmung ist jedoch auszugehen, schon deshalb, weil sich die Große Koalition von CDU und SPD in dieser Frage einig ist. Die nächste Sitzung der Stadtverordneten ist am Montag, 1. März.

Bereits 2017 hatte der stellvertretende Ortsvorsteher von Eschhofen, Valentin Bleul (FWG), den Antrag gestellt, an dieser Kreuzung einen Kreisverkehr zu errichten, und, falls dies nicht möglich sei, wenigstens eine Ampel. "Es ist uns wichtig, dass der Gefahrenschwerpunkt insbesondere für Fußgänger und Radfahrer nach langer Planung kurzfristig beseitigt wird", teilen die Freien Wähler in Eschhofen in einer Pressemitteilung nach der Grundsatzentscheidung des Ortsbeirats für eine Ampel mit.

2017 hatte die FWG ihren Antrag zur Errichtung eines Kreisverkehrs/Ampelanlage mit der Gefährlichkeit der Kreuzung begründet. Weil diese unübersichtlich sei, komme es "ständig" zu Unfällen mit Personenschäden. Deshalb habe der Ortsbeirat schon vorher jahrelang vergeblich um die Errichtung eines Verkehrskreisels an dieser Kreuzung gebeten. "Es gilt, Gefährdungen für Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer auszuschließen." Die Stadtverwaltung wiederum hatte in der Vergangenheit stets betont, dass die Kreuzung kein Unfallschwerpunkt sei.

"Verkehrsdefizite" am Knotenpunkt

Das von der Stadt beauftragte Fachbüro empfiehlt nach einer Untersuchung der Verkehrsabläufe an dieser Kreuzung, den Verkehr dort vollständig mit einer Ampel zu regeln, weil dann auch die Belange der Fußgänger und Radfahrer besser berücksichtigt werden könnten. Gleichzeitig soll darauf geachtet werden, dass die Ampel intelligent geschaltet ist: Dank einer verkehrsabhängigen Steuerung und einer Stauüberwachung mittels Kamera sollen Belastungsspitzen gut abgewickelt werden können. Die Verkehrsgutachter kommen in ihrem Gutachten zu dem Ergebnis, dass am Knotenpunkt "Verkehrsdefizite" vorliegen und weist auf Rückstaus und ungünstige Sichtachsen sowie das nicht ausreichende Angebot für Fußgänger hin. Das ist insofern ein Problem, weil diese Kreuzung vor allem von Fußgängern überquert wird, die zum Rewe-Markt im direkt angrenzenden Ennerich wollen.

Die Verkehrsgutachter bemängeln die bauliche Gestaltung und die geometrischen Rahmenbedingungen des Knotenpunkts und empfehlen nicht nur die Aufstellung einer Ampel, sondern auch eine bauliche Optimierung der Kreuzung. Außerdem empfehlen sie eine verbesserte Fußgängerführung am Bahnübergang in Eschhofen und eine Aufweitung im Bereich der Park + Ride-Anlage, weil insbesondere die Parkplatzausfahrt nicht optimal geregelt sei.

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