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Ausbau nicht erlaubt: Wie lange gibt es noch Windkraft aus Limburg?

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Von: Stefan Dickmann

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Eines der beiden Windräder in Offheim kurz vor Sonnenuntergang.
Eines der beiden Windräder in Offheim kurz vor Sonnenuntergang. © Stefan Dickmann

Der Betreiber der Windräder in Limburg würde gern technisch aufrüsten, darf aber nicht. Das Rathaus unterstützt ihn.

Limburg – 22 Jahre alt werden die beiden Windräder an der B49 zwischen Offheim und Ahlbach im Juni. Es werden noch ein paar weitere Geburtstage folgen. Aber der Tag ist wohl nicht mehr allzu fern, an dem sie abgebaut werden müssen - wenn die im Vergleich zu heutigen Windrädern recht kleinen Exemplare mit 70 Metern Nabenhöhe nicht durch ein größeres Windrad ersetzt werden dürfen, das mehr Energie erzeugt. Darauf werde es hinauslaufen, wenn er weiterhin keine Genehmigung erhalte, die im Juni 2000 aufgestellten Windräder durch eine leistungsstärkere Anlage ersetzen zu dürfen (Repowering), sagt Betreiber Michael Laux aus Offheim.

Das Problem: Die beiden Windräder liegen schon seit Dezember 2017 nicht mehr auf einer Vorrangfläche für Windräder. Dieser Status ist im aktuell gültigen Teilregionalplan Energie nicht mehr vorgesehen. Sie dürfen zwar dort weiter stehenbleiben und betrieben werden, aber ein Ausbau ist nicht mehr möglich. Und spätestens, wenn größere Reparaturen anstehen, dürfte es eine Frage der Wirtschaftlichkeit sein, die Windräder weiter zu betreiben.

Limburg: Repowering von Windkraft soll Energiewende unterstützen

Planungsrechtlich ist im Grunde seit 2017 festgelegt worden: Limburg kann weiterhin Gewerbe, aber keine Windkraft mehr. Der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) ist damit nicht einverstanden. In einem Schreiben an den für das Planungsrecht zuständigen hessischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir bittet er den grünen Spitzenpolitiker darum, der Stadt "Möglichkeiten aufzuzeigen, wie wir das Repowering möglichst schnell umsetzen können und somit einen (kleinen) Beitrag zur Energiewende leisten können".

Schließlich seien die Windräder in der umliegenden Bevölkerung "absolut unumstritten und akzeptiert", schreibt Stanke. Mit zu geringen Abstandsflächen zur Wohnbebauung zu argumentieren, wie dies vor Aufstellung des neuen Teilregionalplans geschah, sei ein "Totschlagargument". Eine angeblich zu geringe Windgeschwindigkeit sei auch nicht nachvollziehbar, weil ein Gutachten des Betreibers zu einem anderen Ergebnis komme; ob es am Standort ausreichend Wind gebe oder nicht, sei zudem Sache des Investors. Auch das Argument, die vorhandene Aufstellfläche für ein größeres Windrad sei zu klein, könne er nicht verstehen. "Leitungen liegen - Erschließungen sind gebaut - die Bevölkerung lebt mit den Windrädern seit Jahren ohne Beschwerden", schreibt Stanke dem Minister. "Alles dies sind Gesichtspunkte, die unbeachtet bleiben, obwohl der gesunde Menschenverstand dies nicht nachvollziehen kann. Eine nachhaltige Politik sieht tatsächlich anders aus", schreibt der Christdemokrat dem Grünen.

Limburg: Ministerien bei Windrädern uneins

Das hessische Wirtschaftsministerium gibt sich auf Anfrage zugeknöpft. "Der Minister wird Herrn Stadtrat Stanke in Kürze antworten. Wir bitten um Verständnis, dass wir dem nicht vorgreifen möchten", teilt ein Sprecher des Ministeriums mit. Das klingt nicht danach, dass sich eine schnelle Lösung abzeichnet. "Nach einem Beschluss des Hessischen Wirtschaftsministeriums dürfen keine Windenergieanlagen repowert werden, die außerhalb der festgelegten Windvorrangflächen stehen", teilt auf Anfrage eine Sprecherin des hessischen Umweltministeriums mit. Das ist zwar für die Genehmigung zuständig, kann aber das Wirtschaftsministerium in dieser Angelegenheit nicht überstimmen.

Und so bekommt man eine Ahnung davon, dass die einen in Sachen Windenergie wohl gern mehr machen würden als die anderen. Dass sich das ändert, ist nicht zu erwarten. Das selbst gesteckte Ziel der Landesregierung lautet, "etwa zwei Prozent" der Landesfläche in Hessen vorrangig zur Nutzung der Windenergie zur Verfügung zu stellen. Faktisch ist dies erfüllt mit einem Anteil von 1,89 Prozent. (Stefan Dickmann)

Derweil erzielt der Windpark in Hünfelden im Kreis Limburg-Weilburg hohe Erträge. Über ein weiteres Windkraftprojekt im Kreis Limburg-Weilburg informierten Projektierer, Gutachter und Naturschützer im September.

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