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Schon jetzt überwacht die Polizei den Bahnhof per Video; künftig sollen die Kontrollen ausgeweitet werden.

Mehr Hilfspolizei, mehr Video

Limburg will mit einem neuen Konzept die Sicherheit seiner Bürger verbessern

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Mit zusätzlichen Ordnungskräften, mehr Videoüberwachung, besser ausgeleuchteten Straßen und Plätzen sowie eine Waffenverbotszone will die Stadt Limburg das Sicherheitsgefühl ihrer Bürger verbessern. Das sieht ein neues Sicherheitskonzept vor, über das die Stadtverordnetenversammlung Mitte November entscheiden soll.

Die im Frühjahr vorgelegten Zahlen hatten Stadtverordnete und Magistrat aufgeschreckt: Knapp zwei Drittel der Limburger fühlen sich in ihrer Stadt deutlich oder zumindest etwas unsicherer als noch vor fünf Jahren. Dies war das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von mehr als 5000 Bürgern durch Professor Gerhard Schmelz von der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung in Wiesbaden.

Mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen will die Stadt nun gegensteuern und das Sicherheitsgefühl ihrer Bürger verbessern, wie der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) auf Anfrage dieser Zeitung erläuterte. Wichtigster Punkt in dem Konzept, das zunächst im Haupt- und Finanzausschuss und anschließend im Stadtparlament beraten wird, ist eine verstärkte Präsenz von Mitarbeitern des Ordnungsdienstes in der Öffentlichkeit. Damit, so Stanke, will die Stadt auf ein zentrales Anliegen ihrer Bürger eingehen, das auch in der Umfrage immer wieder genannt worden war.

Das Ordnungsamt soll daher personell aufgestockt werden: von bisher 18 auf 22 Mitarbeiter. Vier neue Halbtagskräfte sollen künftig die Parkhäuser und den ruhenden Verkehr überwachen. Seit 1. August bereits verfügt das Ordnungsamt über einen eigenen Einsatzleiter, der sich vor allem um organisatorische Dinge kümmert.

Eine verbesserte Organisation erscheint denn auch notwendig vor dem Hintergrund, dass von April 2019 an der städtische Ordnungsdienst fünf Stunden länger als bisher auf Streife gehen soll. Der Nachtdienst, der bisher um 23.30 Uhr endete, soll um anderthalb Stunden verlängert werden, so dass die Mitarbeiter täglich durchgängig von 7 bis 1 Uhr im Einsatz sein werden. Künftig sollen die Hilfspolizisten auch Plätze und Gebäude aufsuchen, die sich in der Bürgerbefragung als „Angsträume“ herauskristallisiert hatten. Dazu gehört vor allem das Umfeld des Bahnhofs, den fast die Hälfte der Befragten am liebsten meidet. Aber auch das Tal Josaphat und Blumenrod sollen verstärkt überwacht werden. In den Stadtteilen werde der Ordnungsdienst ebenfalls häufiger als bisher anzutreffen sein, kündigte Stanke an. Für die Sicherheit am Bahnhof mahnte er zudem eine stärkere Beteiligung der Bundespolizei an. Die sei bisher nämlich kaum wahrnehmbar.

Auch die Video-Überwachung in der Innenstadt wolle die Stadt ausweiten, sagte Stanke. Wurden bisher nur der Bereich des Bahnhofs und die Bahnhofsunterführung kontrolliert, so will die Stadt nun prüfen, ob sie auch die Bahnhofstraße, den Neumarkt, die Graupfortstraße und den Verbindungsweg zwischen Zentralem Busbahnhof und Frankfurter Straße überwachen kann. Voraussetzung wäre aber, dass sich dort ein erhöhte Kriminalität nachweisen lasse, so Stanke. Denn für die Videoüberwachung gebe es strenge Datenschutzregeln.

Ein weiterer Baustein des Sicherheitskonzepts sind „bauliche Maßnahmen“, mit denen die Stadt „Tatgelegenheiten minimieren“ und „soziale Kontrolle“ fördern will. Dazu gehöre beispielsweise eine bessere Ausleuchtung von Unterführungen, Straßen und Plätzen, so der Erste Stadtrat. Auch von der geplanten Umgestaltung des Neumarktes erhofft sich die Stadt einen positiven Effekt auf das Sicherheitsgefühl ihrer Bürger.

Geprüft wird laut Stanke außerdem, ob die Stadt eine Waffenverbotszone im Bereich des Bahnhofsvorplatzes und der unmittelbar angrenzenden Straßen einrichtet. Dort wäre dann das Mitführen von gefährlichen Gegenständen wie Schlagringe und Butterfly-Messer untersagt.

Klar ist für Stanke aber auch, dass die Stadt Limburg nicht alleine für mehr Sicherheit sorgen kann. Entscheidend sei, dass alle Beteiligten, die etwas zum subjektiven und objektiven Sicherheitsgefühl beitragen können, an einem Strang ziehen. Die Stadt will daher künftig beim Sicherheitskonzept „Kompass“ des Hessischen Innenministeriums mitmachen.

Groß geschrieben wird in dem Konzept das Thema Prävention, an der viele Stellen zusammenwirken sollen: Stadtjugendpflege, Integrations- und Seniorensicherheitsbeauftragte, Schulsozialarbeiter und etliche andere mehr. Ein wichtiges Kapitel ist laut Stanke beispielsweise der Lärm auf den Straßen. Dröhnende Motorräder in der Innenstadt verunsicherten viele Bürger und verärgerten die Hoteliers. Auch hier gelte es gegenzusteuern.

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