Die Lockdowns wurden genutzt, um das Hallenbad Offheim wieder in Schuss zu kriegen.
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Die Lockdowns wurden genutzt, um das Hallenbad Offheim wieder in Schuss zu kriegen.

Jahreshauptversammlung

Limburg: "Wir werden weiter vorsichtig wirtschaften"

  • VonRobin Klöppel
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Hallenbadverein kommt mit einem blauen Auge durch die Corona-Krise

Offheim -Corona hat dem Mitgliederstand des Hallenbadvereins Offheim nicht gutgetan. In der Jahreshauptversammlung am Montagabend im Offheimer Bürgerhaus wurde berichtet, dass bei 178 Neueintritten 2020 720 Personen aus dem Verein ausgetreten seien. Vorsitzender Georg Westerfeld bedauerte, dass es Menschen gebe, die kein Verständnis für die Lockdown-bedingten Einschränkungen des Badebetriebes gehabt hätten und sogar noch Beiträge zurückgefordert hätten. Auch von Vereinen seien erboste Schreiben gekommen, dass Anliegen nicht ausreichend berücksichtigt würden. Westerfeld dazu: "Es ist sehr einfach, aus der Ferne zu schimpfen und sich zu beschweren. Wer diese Aufgaben besser erfüllen kann als wir, der möge bitte im Vorstand mitarbeiten."

Westerfeld dankte dem Großteil der Mitglieder, die dem Verein treu geblieben sind. Aktuell hat der Verein 5149 Mitglieder, darunter 1265 Jugendliche. Dadurch, dass vorübergehend keine Schwimmkurse im Bad möglich waren, seien auch deutlich weniger Familien als in normalen Jahren beigetreten.

Da in der Vergangenheit öfter mal Missbrauch mit Mitgliedskarten betrieben worden sei - Mitglieder ihre Karten unbefugt an Angehörige und andere zum Schwimmen weitergegeben hätten -, hat der Vorstand in der Versammlung ein Zeichen gesetzt. Erfolgreich wurde beantragt, dass künftig bei einem Missbrauch von Karten diese eingezogen und die betreffenden Mitglieder aus dem Verein ausgeschlossen werden können.

Der Schwimmbadbetrieb soll bis Weihnachten durchgehend weitergehen. Dann wird bis Neujahr eine Grundreinigung erfolgen. Badezeitfensterbuchungen sind über die Webseite des Vereins, aber nach wie vor auch telefonisch möglich.

Überlastete Telefonanlage

"Ein Jahr wie das vergangene 2020 und auch das laufende Jahr haben wir alle noch nicht erlebt", sagte Westerfeld. Der Vorsitzende rechnet trotz derzeit steigender Infiziertenzahlen im Kreis nicht damit, dass das Bad noch einmal Corona-bedingt geschlossen werden muss. Jedoch müsse abgewartet werden, wie viele Personen man gleichzeitig ins Bad lassen dürfe. Der Vorsitzende berichtete, dass die vorübergehende Zwangsschließung des Bades dazu geführt habe, dass geplante Arbeiten vorgezogen worden seien. So seien die Beckenauskleidung sowie die Decken der Halle und Umkleiden erneuert worden. Nach der Wiedereröffnung sei die Telefonanlage durch die vielen Anmeldungen völlig überlastet gewesen und habe ausgetauscht werden müssen. Anfang Juni konnte das Bad für das Anfängerschwimmen der Sportvereine wieder öffnen, ab 4. Juni für alle Mitglieder. Auf eine Sommerpause im Bad sei verzichtet worden, um den Aktiven durchgehendes Schwimmen zu ermöglichen.

Westerfeld berichtete, dass die neue Software des Vereins in der Lage sei, Daten über Impfungen und Genesungen abzuspeichern, so dass ein Gast den Nachweis nicht bei jedem Besuch wieder neu vorlegen müsse. Während der Corona-Zeit sind dem Verein Einnahmen aus abgesagten Angeboten wie Wassergymnastik und Schwimmkursen weggefallen. Dafür seien die Energiekosten nach unten gegangen. Und der Verein habe Corona-Hilfen vom Kreis und Bund erhalten sowie eine Förderung aus dem hessischen Landesprogramm "Swim" für Arbeiten im Bad.

Auch die Stadt Limburg habe dazu beigetragen, die Lage des Hallenbadvereins zu verbessern. Mit Hilfe des Bauamtes konnte der defekte Treppenlift am Aufgang zum Bad erneuert werden. Georg Westerfelds Fazit: "Alles in allem sind wir bisher mit einem blauen Auge davongekommen, nicht zuletzt da viele Arbeiten ehrenamtlich übernommen wurden."

Die Ausgaben des Vereins betrugen im vergangenen Jahr 457 509 Euro, die Einnahmen 522 800 Euro. "Wir werden weiter vorsichtig wirtschaften", versprach Westerfeld. Für 2021 sind noch eine Erneuerung der in die Jahre gekommenen Wasserenthärtungsanlage und die Modernisierung der Zugangskontrolle vorgesehen. Dann können alle Mitglieder eigenständig einchecken. Personal soll deswegen aber nicht abgebaut, sondern laut dem Vorsitzenden nur anders eingesetzt werden. Unter anderem zur Umsetzung der vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen.

Als neue Beisitzer wurden Timo Kilb und Moritz Müller in den Vorstand gewählt. Nähere Infos über den Verein auf www.hallenbadverein-offheim.de.

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