Fahrradparkhäuser werden vielerorts  geplant. Diese Fotomontage zeigt einen Entwurf, wie er im niedersächsischen Wunstorf geplant ist.
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Fahrradparkhäuser werden vielerorts geplant. Diese Fotomontage zeigt einen Entwurf, wie er im niedersächsischen Wunstorf geplant ist.

"Masterplan Mobilität"

Limburg: Wo ist Platz für ein Fahrradparkhaus?

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Stadt sucht geeignete Fläche, kann sich aber mit der Bahn nicht einigen

Limburg -Im Oktober 2019 haben die Stadtverordneten in Limburg den "Masterplan Mobilität" verabschiedet. Er enthält zahlreiche konkrete Projekte, die in Limburg umgesetzt werden sollen, um eine Verkehrswende herbeizuführen. Vor allem für Radfahrer und Fußgänger soll die Innenstadt deutlich attraktiver werden, um den Autoverkehr und die damit einhergehende Belastung mit Luftschadstoffen (zu hohe Stickstoffdioxidwerte) zu reduzieren.

Einer von mehreren zentralen Bausteinen dieses Masterplans Mobilität ist der Bau eines Fahrradparkhauses in der Nähe des Bahnhofs. Dafür stehen bereits 10 000 Euro zur Verfügung, um dieses "Leuchtturmprojekt" planen zu können.

Doch einen geeigneten Platz zu finden, scheint schwierig zu sein. "Aktuell laufen Prüfungen, um eine geeignete Fläche für ein Fahrradparkhaus zu finden", teilt auf Anfrage die Sprecherin der Stadt, Anna-Sophie Seidel, mit. Nach ihren Angaben kommen viele Flächen entlang der Bahngleise "aus bahnbetrieblichen Sicherheitsgründen (Oberleitungen, Abstände zu Gleiskörper)" nicht infrage. "Des Weiteren ist die Stadt bei vielen Flächen, die rund um den Bahnhof geeignet wären, gar nicht die Eigentümerin", teilt die Sprecherin weiter mit. "Gleichzeitig wurde das Umfeld des Bahnhofs über Fördergelder hergerichtet, die einer zeitlichen Zweckbindung unterliegen."

Alternativflächen am ZOB Nord und Süd

Die Stadt habe die Bahn deshalb konkret angefragt, ob für die Schaffung eines Fahrradparkhauses eine Anmietung von leerstehenden Flächen im Bahnhofsgebäude möglich sei. "Die Anfrage wurde leider negativ beantwortet. Die Flächen stehen nicht zur Verfügung", sagt sie. Deshalb suche die Stadt an anderer Stelle nach geeigneten Flächen und verweist auf die ZOB Nord und Süd mit den Parkhäusern.

Auch der von der CDU unterstützte Bürgermeisterkandidat Stefan Laux (CDU) setzt sich für ein Fahrradparkhaus ein - aus seiner Sicht eignet sich dafür der Limburger Bahnhofsplatz am besten, teilt er in einer Presseerklärung mit. Als Standort schlägt Laux die kaum genutzte dreieckige Grünfläche zwischen dem Abgang zur Fußgängerunterführung, den offenen Bushaltestellen und den Bahngleisen vor. Von hier aus wäre auch eine direkte Verknüpfung mit dem öffentlichen Personennahverkehr möglich, da der innerstädtische Bahnhof, der Rendezvous-Platz der einzelnen Stadtlinien und auch die Abfahrtsplätze der überregionalen Buslinien in unmittelbarer Nähe liegen. Auch der Linienbus zum ICE-Bahnhof könne ohne Probleme erreicht werden.

Der Bürgermeisterkandidat favorisiert ein vollautomatisches, geschlossenes Parkhaus, in dem man sein Rad auf eine Schiene stellen kann, um es dann automatisch auf seinen Stellplatz führen zu lassen. Wichtig sei, dass das Parkhaus nicht begehbar sei, damit die Nutzer keine Beschädigungen an ihren Rädern befürchten müssten. In einem solchen Parkhaus könnten sowohl Dauerparker als auch Radtouristen ihr Rad abstellen. Eine Online-Buchungsplattform sei ratsam.

150 bis 200 Stellplätze sind geplant

Laut Masterplan Mobilität, der im Frühjahr 2019 öffentlich vorgestellt worden war, wird ein Fahrradparkhaus mit 150 bis 200 Fahrradstellplätzen empfohlen. Vorgeschlagen werden Lademöglichkeiten für E-Bikes und Pedelecs, eine Werkstatt, eine Fahrradverleihmöglichkeit, ein Zugang zum Parkhaus rund um die Uhr an allen Wochentagen, ein eigenes Einfahren und Abstellen der Fahrräder sowie zusätzliches Servicepersonal.

Die Sprecherin der Stadt verweist darauf, das am Thema "Abschließbarkeit und Bezahlsystem" für ein Fahrradparkhaus gearbeitet werde. Dies geschehe auch in Bezug auf neu anzumietende Fahrradboxen. "Derzeit wird ein Miet- und Bezahlsystem über eine Smartphone-App favorisiert, da dies derzeit die sicherste Art ist, ein Fahrrad sicher und komfortabel abzuschließen", teilt sie mit. "Es sollen fünf Fahrradboxen an der alten Lahnbrücke für Fahrrad-Tagestouristen aufgestellt werden, wo das Bezahlsystem zunächst getestet wird, bevor es dann als einheitliche Dauerlösung eingeführt werden soll."

Der Masterplan Mobilität enthält weitere "Leuchtturmprojekte", die in der Prioritätenliste oben stehen, also schnell umgesetzt werden sollen. Dazu zählt unter anderem die Schaffung von "hochwertigen Radverkehrsverbindungen in die Kernstadt", eine eigene Brücke nur für Radfahrer und Fußgänger, die die Südstadt mit dem Bahnhofsplatz verbindet (bislang gibt es nur eine Unterführung) sowie "umfangreiche Verbesserungen im Parkraummanagement"; im Kern geht es dabei darum, mittelfristig Straßenparkplätze abzuschaffen, damit Autofahrer die zahlreichen Parkhäuser anfahren.

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