Das Gebäude der Staudengärtnerei wird unter anderem von der Stadtgärtnerei genutzt. Die ehemalige Wohnung im Obergeschoss dient als Unterkunft für landwirtschaftliche Helfer. Auf dem umgebenden Areal herrscht derzeit ebenfalls Betrieb.
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Das Gebäude der Staudengärtnerei wird unter anderem von der Stadtgärtnerei genutzt. Die ehemalige Wohnung im Obergeschoss dient als Unterkunft für landwirtschaftliche Helfer. Auf dem umgebenden Areal herrscht derzeit ebenfalls Betrieb.

Stadtentwicklung

Limburg: Wohnen, lernen, spielen, gärtnern und leben

Welche Nutzung die Stadt für die ehemalige Staudengärtnerei im Schirlinger Feld in Staffel plant.

Limburg -Die ehemalige Staudengärtnerei im Schirlinger Feld in Staffel hat die Stadt bereits im Herbst 2016 erworben. Nun legt der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung ein Konzept zur langfristigen Nutzung für die Gebäude und die Außenflächen vor: Erlebniskindergarten, Wohnen, Nutzung durch die Stadtgärtnerei, solidarische Landwirtschaft und Verpachtung; als langfristige Perspektive wird zudem ein Mehrgenerationenkonzept vorgeschlagen.

"Wir sehen verschiedene Möglichkeiten einer Nutzung, die sich auf dem Areal der ehemaligen Staudengärtnerei verwirklichen lassen", sagt der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU). Dabei geht es um Verwendungen, wie sie teilweise schon seit Übernahme des Areals durch die Stadt bestehen oder im Laufe der Zeit hinzukamen (Verpachtung, eigene Nutzung durch Stadtgärtnerei), aber auch darum, neue Aspekte zu berücksichtigen.

Stadtgärtnerei ist bereits aktiv

Seit der Übernahme durch die Stadt nutzt die Stadtgärtnerei Teile des Areals. Das soll auch so bleiben. Dazu gehören das Erdgeschoss des ehemaligen Gärtnereigebäudes mit einem beheizbaren Gewächshaus und einer rund 1000 Quadratmeter großen Gartenbaufläche. Die Stadtgärtnerei nutzt das Gebäude als Lagerraum; zuvor befand sich das Material im ehemaligen Depot im Staffeler Wald. Dort lagert noch Material für Dekorationen, die von den Stadtgärtnern immer wieder zu besonderen Anlässen gefertigt werden. Das Gewächshaus und die Freifläche werden genutzt, um angelieferte Pflanzen so lange zu versorgen, bis sie an ihren Platz in der Stadt bekommen. Zudem nutzt die Stadtgärtnerei die noch vorhandenen Stauden, die sich auf dem Gelände befinden.

Bereits am 1. Juni 2017 zog der Waldorfkindergarten in den Bungalow auf dem Areal ein und nutzte für die Betreuung der Kinder auch die dazugehörige Gartenfläche. Seit dem 1. August vergangenen Jahres befindet sich der Waldorfkindergarten an seinem Standort am Schafsberg. Doch die Zukunft der ehemaligen Staudengärtnerei sieht wieder eine Kinderbetreuung vor. Der "Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik" möchte im Schirlinger Feld einen landwirtschaftlich orientierten Erlebniskindergarten mit Ganztagsbetreuung anbieten. Das 2000 Quadratmeter große Freigelände soll mit verschiedenen Beeten bestückt werden, angedacht ist zudem eine kleine Tierhaltung. Die Nutzung als Kindergarten kann laut Stadt über ein Bauleitverfahren ermöglicht werden.

Die landwirtschaftlichen Flächen sind verpachtet, das soll weiterhin so bleiben soll. Verpachtet sind auch die ehemals gärtnerisch genutzten Flächen, das nicht beheizbare Gewächshaus sowie das Foliengewächshaus. Pächter ist ein landwirtschaftlicher Betrieb aus der Region, der dort beispielsweise Kürbisse, Erdbeeren und Himbeeren anbaut. Die Verpachtung soll fortgesetzt werden. Der Betrieb nutzt zudem das erste Obergeschoss im Gärtnereigebäude, das zuvor von den Inhabern der Staudengärtnerei bewohnt wurde. Die Wohnung dient Erntehelfern des Betriebs als Unterkunft.

Zwei völlig

neue Konzepte

Das Konzept, das der Magistrat befürwortet, sieht zudem zwei völlig neue Nutzungen vor. Zum einen will die Interessengemeinschaft (IG) "Solidarische Landwirtschaft" dort eine Fläche bebauen, zum anderen könnte dort langfristig ein Mehrgenerationenkonzept umgesetzt werden. Die IG möchte eine rund 4400 Quadratmeter große Fläche pachten, um sie zu bewirtschaften und dort unter anderem Gemüse anzubauen. Ein entsprechendes Bewirtschaftungskonzept wird von der IG erstellt und selbst umgesetzt. Klar ist dabei, dass bei der Umsetzung die Zusammenarbeit mit dem Waldorfkindergarten gesucht werden soll.

Eine Verbindung zum Waldorfkindergarten und der Interessengemeinschaft ist ebenfalls angedacht, wenn es um die Umsetzung eines Mehrgenerationenkonzepts geht. Dabei ist eine Nutzung durch eine "Alters-WG mit Landwirtschaftsbezug für Senioren und demenzkranken Menschen" angedacht. Auch hierfür bedarf es einer entsprechenden Bauleitplanung und vermutlich Flächen, die mit weiteren kleinen Gebäuden bebaut werden.

Disput in der

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung hat bei ihrer vergangenen Sitzung bereits einen SPD-Antrag zu einem "Gemeinschaftsgarten für die Bevölkerung" für die ehemalige Staudengärtnerei beschlossen. Gscheitert war dagegen die FDP-Fraktion mit ihrem Vorschlag, das Gelände wieder zu verkaufen.

Die FDP hatte damals kritisiert, dass die Stadt das Gelände gekauft habe, "obgleich es private Kaufinteressenten gab". Noch immer liege kein "umfassendes Konzept für eine vollständige und nachhaltige Nutzung" vor. "Das einst gepflegte Gelände befindet sich in keinem ansprechenden Zustand. Seitens der Stadt entstehen lediglich Unkosten. Der Zustand verbessert sich nicht", hieß es in dem abgelehnten FDP-Antrag.

Nun liegt dieses Konzept, das der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) damals bereits angekündigt hatte vor (siehe Haupttext). In dem Streit hatte FDP-Fraktionsvorsitzende Marion Schardt-Sauer den Vorwurf erhoben, die Stadt habe mit dem Gelände noch immer nichts Gescheites anfangen können. Diesen konterte der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Rompf (SPD). "Die Stadt hat etwas getan", sagte er. Die Stadtgärtnerei nutze das Gelände schon längere Zeit und habe dort unter anderem einen freien Zugang zum Lahnwasser (für die Bewässerung der Blumen und Pflanzen in der Stadt). Eine Kita sei in dem Gebäude längere Zeit untergebracht gewesen (während ein neues Kita-Gebäude gebaut wurde). Außerdem sei ein weiterer Teil des Geländes an einen Landwirt verpachtet. red

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