Aus zehn Pfarreien wird eine: Dompfarrer Gereon Rehberg, Egon Weidenfeller (Elz), der zweiter Vorsitzende Ulrich Heun (Dehrn), Peter Sehr (Dietkirchen, oberste Reihe von links), die Vorsitzende Katharina Höhler (Limburg) und Renate Russ (unten von links) gehören zum Pastoralteam.
+
Aus zehn Pfarreien wird eine: Dompfarrer Gereon Rehberg, Egon Weidenfeller (Elz), der zweiter Vorsitzende Ulrich Heun (Dehrn), Peter Sehr (Dietkirchen, oberste Reihe von links), die Vorsitzende Katharina Höhler (Limburg) und Renate Russ (unten von links) gehören zum Pastoralteam.

Kirche organisiert sich neu

Limburg: Zehn Pfarreien schlüpfen unter ein Dach

Neuordnung der Seelsorge in vollem Gange - "Miteinander auf Augenhöhe" geplant

Limburg -Was wohl die Heiligen dazu sagen? Bisher hatten der Drachenkämpfer Georg, der Freund der Kinder, Nikolaus, und Lubentius, der die Schiffer auf der Lahn behütet, immer ihre eigene Pfarrei in der Region. Künftig werden sie alle unter einem "Dach" zusammengefasst. Die letzte und die größte neue Pfarrei im Bezirk Limburg ist am Entstehen: Am Samstag, 6. März, findet der Auftakt-Gottesdienst zur Pfarreiwerdung statt.

Am 1. Januar 2023 ist es dann amtlich: Die zehn bisher eigenständigen Pfarreien St. Antonius in Eschhofen, die Dompfarrei St. Georg (Limburg), St. Hildegard (Limburg), St. Jakobus (Lindenholzhausen), St. Johannes (Elz), St. Josef (Staffel), St. Lubentius (Dietkirchen), St. Marien (Limburg), St. Nikolaus (Dehrn) und St. Servatius (Offheim) verwandeln sich von Pfarreien in so genannte Kirchorte. Der Name der neuen "Gesamtpfarrei", oder "Pfarrei neuen Typs", wie es offiziell heißt, steht noch nicht fest. Auf alle Fälle soll der Dom Pfarrkirche werden. Die Verwaltung dagegen wird sich in einer ganz anderen Ecke der Domstadt befinden. Das zentrale Pfarrbüro wird neu in der Gartenstraße entstehen und soll 2023/24 fertig sein.

Zahl der Katholiken geht zurück

Die Idee zur "Pfarrei neuen Typs" entstand zum einen durch den mangelnden Nachwuchs hauptamtlicher Kirchenmitarbeiter und Seelsorger. Natürlich aber auch durch die abnehmenden Zahlen der Kirchenmitglieder und Gottesdienstbesucher. Dompfarrer Gereon Rehberg stellte im Gespräch mit dem Pastoralteam jetzt die rückläufige Zahl der Katholiken in den benannten Orten vor. Allein in Elz gibt es seit 2012 16,9 Prozent weniger Katholiken. In Lindenholzhausen sind es 16,9 Prozent, in Eschhofen 12,6 und in Offheim sogar 18,6 Prozent. In St. Marien gab es 2012 noch 4458 Katholiken, heute sind es 3756. "Schuld" daran sind der demografische Wandel, Kirchenaustritte und Todesfälle. Schon in den vergangenen Jahren stand außerdem nicht mehr für jede Pfarrgemeinde ein eigener pastoraler Mitarbeiter zur Verfügung. Auch diese Situation soll durch die neue Ordnung gerechter verteilt werden.

Gesucht werden dafür künftig zahlreiche Ehrenamtliche, die als getaufte und gefirmte Christen ebenfalls als Seelsorger agieren können, dürfen und hoffentlich wollen - wie in den christlichen Urgemeinden oder in vielen Regionen der katholischen heutigen "eine Welt". Die Kirche soll und muss künftig vom Einsatz des einzelnen Christen leben.

Neue Aufgaben für Ehrenamtliche

Um diese Zukunft zu sichern, hat sich die Lenkungsgruppe gebildet, der bereits Ende 2020 die Arbeit aufnahm. "Es war wie ein Marathonlauf", berichtet die Vorsitzende des Pastoralausschusses, Katharina Höhler (St. Marien) von einem steinigen Weg. "Zu den Hürden gehörten auch der Tod von Pfarrer Kremer und der Weggang von Pfarrer Meudt, so dass wir eine ganz neue Personalstruktur bilden mussten".

Dem Pastoralausschuss ist es wichtig, transparent zu agieren. Das ist auch notwendig, denn in Zukunft werden viele Aufgaben auf ehrenamtliche Mitarbeiter übertragen. Funktionieren soll das durch ein echtes Miteinander, durch Wertschätzung, Mitnehmen und miteinander Gestalten. Tatsächlich soll es keine Über- und Unterordnung von Haupt- und Ehrenamtlichen geben. Statt dessen wünschen sich die Mitglieder des Pastoralauschusses, Verantwortung zu übertragen. "Wir sind bereit, fest und gut mitzuarbeiten, damit das geistliche Leben gelingt", betont der zweite Vorsitzende des Pastoralausschusses, Ulrich Heun.

Prozess dauert zwei Jahre

"Es soll ein Miteinander auf Augenhöhe werden", hofft auch Pastoralreferentin Renate Russ (St. Johannes Elz). Sie gehört mit Pastoralreferentin Katharina Kunkel (St. Hildegard, Limburg und St. Josef, Staffel) und den drei Gemeindereferentinnen Jasmin Jung (St. Lubentius, Dietkirchen und St. Nikolaus, Dehrn), Christa Mohr (St. Servatius, Offheim) und Bernhard Harjung (St. Jakobus, Lindenholzhausen) sowie den Diakonen (im Nebenamt), Heinz-Georg Muth, Bernd Trost und Wolfgang Zernig zum Pastroralteam. Ebenso wie Pfarrer Gereon Rehberg als priesterlicher Leiter und als priesterliche Mitarbeiter Pfarrer Steffen Henrich, Pfarrer Dr. Andrzej Majewski sowie die beiden Pallottinerpatres Pater Antonius Schröers und Benjamin Atanga.

Nach dem bereits ausgebuchten Auftakt-Gottesdienst (es gibt aber eine Warteliste), geht es weiter mit der Bildung von fünf Teilprojektgruppen zu den Themen Verwaltung, Kindertagesstätten und Gesamtverband, Zentrales Pfarrbüro, Pastoral (mit Untergruppe Synodales), Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Die Teilprojektgruppen werden aus den jetzigen Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräten gebildet.

Insgesamt gibt es im Bistum Limburg derzeit 44 Pfarreien neuen Typs. Die letzten beiden, St. Johannes Nepomuk in Hadamar und St. Blasius im Westerwald (Elbtal-Dorchheim), sind 2020 hinzu gekommen. Der Prozess dauert immer zwei Jahre. Nach Abschluss der Neuordnung der Seelsorge soll es im Bistum Limburg knapp 50 Pfarreien neuen Typs geben. anette in concas

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare