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Limburg: Zurückhaltung beim Glasfaserausbau

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Von: Stefan Dickmann

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Die Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen von Giga Netz scheint überschaubar.
Die Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen von Giga Netz scheint überschaubar. © picture alliance/dpa

Die Giga Netz veröffentlicht bisher keine Zahlen zur Nachfragebündelung.

Limburg -Noch exakt vier Wochen, dann wird feststehen, ob das Unternehmen Giga Netz GmbH genügend Privathaushalte in Limburg von einem Glasfaseranschluss überzeugt hat. Bislang sieht es allerdings nicht danach aus, dass sich bis zum 5. September 40 Prozent der Haushalte dafür entschieden haben, bei einem Vertragsabschluss bei diesem Anbieter sich Glasfaser kostenfrei ins Haus legen zu lassen. Das ist die selbst gesetzte Hürde des Unternehmens.

Anders als bei anderen Kommunen im Landkreis wie unter anderem Weilburg, Elbtal und Bad Camberg, in denen Giga Netz bereits tätig ist (und die Hürde übersprungen hat), werden auf der Homepage des Unternehmens für Limburg jedoch keine Zahlen über die bisher erreichten Abschlüsse veröffentlicht. "Der Ausbau in Limburg an der Lahn ist voraussichtlich ab Frühjahr 2023 geplant", steht dort. "Derzeit bündeln wir bis zum 05.09.2022 die Nachfrage von Interessent/innen." Doch wie viel Prozent sind nach mehr als zwei Monaten Nachfragebündelung erreicht?

Auf Anfrage teilt eine Sprecherin im Auftrag des Unternehmens mit, der Verzicht auf eine Prozent-Angabe sei eine bewusste Entscheidung und liege darin begründet, dass es bislang ein sehr "heterogenes Bild" bei den Abschlüssen in Limburg gebe. In manchen Stadtteilen laufe es sehr gut, in der Kernstadt und auch der Altstadt dagegen nicht so gut. Deshalb ergebe ein Gesamtdurchschnitt für Limburg aus Sicht des Unternehmens keinen Sinn.

Telekom will aktiv werden

Am besten läuft es nach ihren Angaben in Lindenholzhausen und Dietkirchen mit bislang erzielten Abschlüssen von mehr als 20 Prozent aller dortigen Haushalte. Aber auch das ist gerade einmal mehr als die Hälfte dessen, was das Unternehmen sich selbst als Ziel gesetzt hat. Alle anderen Stadtteile liegen demnach unter diesem Wert - wie viel genau, darüber gibt es keine Angaben. Aber in den anderen Stadtteilen scheint es noch besser zu laufen als in der Kernstadt. Mit anderen Worten: Der Gesamtdurchschnitt dürfte also gerade einmal im Zehner-Bereich liegen.

Nach Angaben der Sprecherin setzt Giga Netz auf weitere Aktionen zur Werbung wie bei den "Summer Games" vom 25. bis 28. August. Ob das am Ende wirklich reichen wird?

Schon die Deutsche Glasfaser war Ende 2019 krachend gescheitert, den Glasfaserausbau in den Limburger Stadtteilen auf eigene Kosten voranzutreiben; die Kernstadt war von Anfang an außen vor. Nur elf Prozent der Haushalte entschieden sich damals für dieses Angebot - ebenfalls bei der 40-Prozent-Hürde. Was sind die Gründe für die Zurückhaltung vieler Limburger Bürger? Das technisch limitierte VDSL-Netz bietet immerhin Bandbreiten von bis zu 250 Mbit/Sekunde (der "langsamste" Glasfaser-Tarif fängt bei 300 Mbit an, der schnellste beträgt 1000 Mbit). Den meisten Bürgern scheint das noch zu reichen. Und viele denken im Moment wohl lieber an ihren Urlaub oder sind dort noch.

Dazu kommt: Im Juni gab die Telekom bekannt, den Glasfaserausbau in Limburg selbst umsetzen und im nächsten Jahr in der Brückenvorstadt damit starten zu wollen. In den folgenden drei bis fünf Jahren solle dies in ganz Limburg geschehen, inklusive Ahlbach.

Die Pläne der Telekom gibt es nach Informationen dieser Zeitung schon sehr viel länger, aber mit der Bekanntgabe ließ sich das Unternehmen viel Zeit - zumindest so lange, bis die Giga Netz GmbH auftauchte und für den eigenen Glasfaseranschluss Werbung machte.

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