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DB Busse / Busverkehr im MTK / Bahnbus

Auseinandersetzung um Abfindungen

Limburger Busfahrer streiten mit der DB Regio ums Geld

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Während rund um Limburg viele Busse nicht mehr fahren, wird im Hintergrund knallhart ums Geld verhandelt. Die mehr als 20 Busfahrer, die im Raum Limburg unterwegs sind und sich haben krank schreiben lassen, verlangen von ihrem Arbeitgeber, der DB Regio Bus Mitte, finanzielle Nachbesserungen oder aber gleich Abfindungen.

Nein, die mehr als 20 Busfahrer auf mehreren Buslinien im Raum Limburg seien nicht „plötzlich“ krank geworden. Sie fühlten sich „physisch und psychisch nicht mehr in der Lage, ihre Arbeit vernünftig zu machen“. Jeder Busfahrer sei bei „seinem Arzt des Vertrauens“ gewesen und diese hätten die Busfahrer krank geschrieben. Das behauptet in einer E-Mail an diese Zeitung ein Mann, der nach eigenen Angaben nicht selbst Busfahrer ist, aber als Vertrauensperson in dem Konflikt zwischen den Busfahrern und der DB Regio Bus Mitte eingebunden ist.

Derzeit fallen auf mehreren Linien die Busse aus, und zwar auf Linien, die noch von der DB Regio Bus Mitte bedient werden, was sich aber von Dezember an ändert: Weil ein anderes Busunternehmen den Zuschlag vom Auftraggeber Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) bekommen hat. Das hat zu einem Konflikt geführt, der derzeit hinter den Kulissen ausgetragen wird. Leidtragende sind vor allem Schüler, die von ihren Eltern mit dem Auto abgeholt werden müssen oder von ihren Lehrern mitgenommen werden.

Eine Sprecherin der Bahn erklärte gestern auf Anfrage dieser Zeitung, 50 Prozent der Leistungen würden wieder erbracht, und zwar auf den betroffenen Buslinien 281 (Limburg – Hadamar – Wilsenroth), LM 11 (Limburg – Hundsangen – Bilkheim), LM 12 (Limburg – Obertiefenbach – Mengerskirchen), LM 13 (Limburg – Hadamar – Fussingen), LM 14 (Hadamar – Obertiefenbach – Lahr), LM 19 (Limburg – Hadamar – Rennerod) und 289 (Grävenwiesbach – Weilmünster – Weilburg). Der Schülerverkehr habe für die Bahn „oberste Priorität“.

Diese Linien (außer LM 19) werden von Dezember an vom Busunternehmen Medenbach in Weilburg bedient; das hatte sich in einer Ausschreibung des RMV gegen die DB Regio Bus Mitte durchgesetzt. Und das hat wiederum Auswirkungen auf die mehr als 20 Busfahrer der Bahn-Tochter: Sie sollen künftig an anderen Standorten eingesetzt werden. „Wir versuchen, alle Busfahrer zu halten und suchen weiterhin mit jedem Einzelnen das Gespräch“, sagte Bahn-Sprecherin Ursula Eickhoff. „Wir haben allen Busfahrern alternative Übernahmeangebote gemacht.“ Mögliche neue Standorte seien zum Beispiel Montabaur und Bad Ems, aber auch Frankfurt.

Ebenfalls wichtig scheint der Bahn zu sein, den Konflikt möglichst schnell zu lösen. Das dürfte nach dem bisherigen Verlauf der Gespräche, zu der sich die Bahn-Sprecherin nicht weiter äußern möchte, allerdings schwierig werden. Auch wenn die Vertrauensperson der Busfahrer gestern betonte, diese seien jeder Zeit bereit, „eine vernünftige Lösung zu finden“ – wenn sie wieder gesund seien.

Zuvor habe es mehrere Gespräche gegeben, die aus Sicht des Mannes so verlaufen seien, dass sich die Busfahrer nicht nur „respektlos“ behandelt fühlten, sondern sich sogar „in ihrer Würde angegriffen gefühlt“ hätten. Zum einen sei in einem vereinbarten Gespräch die Vertrauensperson einer Gewerkschaft nicht zugelassen worden, zum anderen seien die betroffenen Busfahrer „unter Druck“ gesetzt worden. Von einem lauten Umgangston in den Gesprächen mit der zuständigen Niederlassungsleiterin ist die Rede.

Ein Knackpunkt der Auseinandersetzung scheint der Wunsch zu sein, dass unbefristet beschäftigte Busfahrer eine Abfindung erhalten. „Unser Personalleiter und unsere Niederlassungsleiterin haben in dem Gespräch deutlich gemacht, dass es für die Kollegen, die seit 2010 im Unternehmen mit einem Festvertrag sind, keine Abfindung geben werde“, heißt es in der E-Mail. Stattdessen seien den Kollegen andere Standorte oder auch andere Tätigkeiten vorgeschlagen worden, wie zum Beispiel eine Ausbildung zum Lokführer. Viele der Kollegen seien aber seit zehn bis 20 Jahren Busfahrer, hätten viel Geld für ihren Bus-Führerschein bezahlt und seien nicht gewillt, eine neue Ausbildung zu machen.

Angst davor, keinen neuen Job als Busfahrer in der Region Limburg zu finden, müssen die betroffenen Busfahrer nicht haben. Das Unternehmen Medenbach in Weilburg sucht selbst händeringend Busfahrer, und zwar von Dezember an, und ist sogar bereit, dafür ein

„Begrüßungsgeld“

in Höhe von 1000 Euro brutto zu zahlen.

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