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Limburger Campingplatz muss erneuert werden

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Von: Stefan Dickmann

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Eine sehr gute Lage direkt an der Lahn: Doch der Campingplatz in Limburg muss dringend modernisiert werden. Und das wird teuer.
Eine sehr gute Lage direkt an der Lahn: Doch der Campingplatz in Limburg muss dringend modernisiert werden. Und das wird teuer. © Stefan Dickmann (Stefan Dickmann)

Der Campingplatz in Limburg muss dringend modernisiert werden. Ein Gutachter geht von einer Investitionssumme in Höhe von 1,5 Millionen Euro aus. Weil der Pachtvertrag dieses Jahr ausläuft, wird es eine Ausschreibung geben, um einen Betreiber zu finden.

Um den sanierungsbedürftigen Limburger Campingplatz auf ein notwendiges Drei- bis Vier-Sterne-Niveau zu bekommen, ist eine Investition in Höhe von 1,5 Millionen Euro erforderlich. Das seien „nahezu Neubaukosten“, erklärte der von der Stadt beauftragte Gutachter Professor Dr. Heinrich Lang im Haupt- und Finanzausschuss. Eine Modernisierung sollte auf jeden Fall während des laufenden Betriebs erfolgen, empfahl er, und nannte eine Bauzeit von drei bis fünf Jahren. Den Campingplatz ein Jahr zu schließen, um dann unter anderem die sanitären Anlagen zu erneuern und für eine zeitgemäße Stromversorgung zu sorgen, sei auf keinen Fall sinnvoll. „Das ist mörderisch“, sagte Lang.

Noch ist allerdings nicht klar, wer den Campingplatz vom kommenden Jahr an betreibt und die Summe investiert. Der künftige Betreiber soll einen sogenannten Erbbaurechtsvertrag mit einer Laufzeit von 40 Jahren erhalten. Ein solche Regelung ist aus Sicht zweier Steuerexperten, die ebenfalls im Ausschuss zu Wort kamen, für die Stadt am besten – viel besser, als den Campingplatz zu verpachten oder zu verkaufen. Das Erbbaurecht biete für die Stadt die „optimalste Risiko- und Chancenverteilung“.

Campen liegt im Trend

Der Vertrag mit der derzeitigen Pächterin war im vergangenen Jahr um ein weiteres Jahr verlängert worden, weil es für die Empfehlung des Magistrats, mit der Pächterin einen langfristigen Erbbaurechtsvertrag abzuschließen, keine politische Mehrheit gab. CDU, Grüne und FDP waren unzufrieden mit dem von der Pächterin vorgelegten Konzept. Sie wünschen konkrete Pläne, um zu wissen, was, wann und wie modernisiert wird.

Für den Vorschlag des Bürgermeisters, Dr. Marius Hahn (SPD), dass der Magistrat mit Unterstützung von Experten einen Ausschreibungstext vorbereitet und diesen dem Ausschuss vorlegt, gab es eine deutliche Mehrheit; nur der Fraktionschef der Linken, Kai-Hagen Maiwald, stimmte dagegen. Die Pächterin Irmgard Albert mache ihre Sache gut. Die Camper seien offenbar zufrieden: Im Internet gebe es überwiegend positive Bewertungen.

Grundsätzlich seien die Rahmenbedingungen für den Betrieb eines Campingplatzes derzeit sehr positiv, erklärte Gutachter Lang. Es gebe schon seit Jahren Zuwachsraten, Camping gewinne immer mehr Marktanteile. Dazu komme, dass der Campingplatz in Limburg der größte Beherbergungsbetrieb in der Stadt sei, der immerhin für zehn Prozent aller Übernachtungen im Jahr sorge.

Der Campingplatz profitiere von der sehr guten Erreichbarkeit und Lage an der Lahn, dem Radweg und dem Freibad in direkter Nachbarschaft. Allerdings gebe es auch negative Faktoren: Nach Angaben des Gutachters sind dies das langgestreckte Gelände, die Nähe zur Autobahn- und ICE-Brücke und besonders der Lärm durch die Züge auf der anderen Uferseite.

„Radweg durch Hotelflur“

Eine klare Absage erteilte der Gutachter dem Bau einer Brücke für Fußgänger und Radfahrer, die bei einer möglichen Variante, direkt über das Gelände des Campingplatzes geführt würde. „Das wäre das wirtschaftliche Aus für den Campingplatz“, sagte Gutachter Lang. Eine solche Brücke wäre verbunden mit dem Verlust der Intimsphäre der Camper. „Das wäre wie ein Radweg durch einen Hotelflur bei geöffneten Türen“, sagte er.

Der Stadtverordnete Achim Waldherr (CDU) kritisierte den Bürgermeister, den Stadtverordneten den ursprünglich mit der derzeitigen Pächterin vorgesehenen Erbbaurechtsvertrag nicht vorgelegt zu haben. Stattdessen habe es eine „Wischiwaschi-Vorlage“ gegeben. „Ich verstehe die Schärfe nicht“, sagte Hahn. Die Verwaltung habe von Anfang an einen Erbbaurechtsvertrag vorgeschlagen, was von den Experten nun auch empfohlen werde.

„Warum dauert das so lange?“, wollte CDU-Fraktionschef Dr. Christopher Dietz wissen. Seit zweieinhalb bis drei Jahren sei in dieser Frage Eile geboten. Nun wollten die Stadtverordneten endlich mal was Konkretes sehen. Das forderte auch die FDP-Fraktionschefin Marion Schardt-Sauer: „Es muss zeitnah etwas passieren.“ Was jetzt noch fehle, sei ein konkretes Konzept.

Für das Entwicklungspotenzial des Campingplatzes interessierte sich Dr. Sebastian Schaub (Grüne). Gutachter Lang empfiehlt, vermietbare Hüten für Kanufahrer aufzustellen. Außerdem seien Fahrradboxen auf dem Campingplatz wichtig, ordentliche Ladestationen und abschließbare Spinde.

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