+
Nicht alltäglich für die Jugendlichen ist der Einsatz des Drehleiterwagens.

Übung

Limburger Feuerwehrnachwuchs ist auf Zack

Ein Gebäude der Energieversorgung Limburg steht in Flammen und mehrere Personen werden vermisst. Dies war das Szenario einer gemeinsamen Übung aller Limburger Jugendfeuerwehren am Samstag.

Die Kellertür Tür geht auf, und plötzlich ist kaum noch etwas zu sehen: Die vor Beginn der Feuerwehrübung des Nachwuchses im Keller des Limburger EVL-Gebäudes angeworfene Nebelmaschine hat ganze Arbeit geleistet. Für die beiden Jungen vom Angriffstrupp ist daher an der Kellertür Schluss. Bevor es weitergehen kann, muss einer von ihnen erst einmal die Treppe hoch zurück zum Löschfahrzeug laufen, um die dringend benötigte Taschenlampe zu holen. Mit der Taschenlampe und dem Löschschlauch in der Hand geht es weiter in die zugerauchten Räume. Um Wasserschäden zu vermeiden, bleibt der Schlauch jedoch trocken.

„Es wird ein Brand bei der EVL mit mehreren vermissten Personen angenommen“, umreißt der Jugendwart der Feuerwehr Limburg, Benedikt Hanke, das Szenario der Übung, an der alle Stadtteilfeuerwehren beteiligt sind. Insgesamt nehmen 52 Kinder und Jugendliche mit 22 Betreuern an der Aktion teil, die am Samstag um 14 Uhr beginnt. Damit sich die Fahrzeit in Grenzen hält, sind die Einsatzfahrzeuge bereits in Staffel, am Limburger Freiherr-vom-Stein-Platz sowie am Katzenturm in Position gegangen und warten dort auf das Alarmsignal.

Mit Blaulicht und Sirene geht es dann rasch über einen Nebeneingang aufs EVL-Gelände, während vor dem geschlossenen Haupttor ein EVL-Fahrzeug geduldig auf Einlass wartet. „Wir haben uns bei der Übung für die EVL entschieden, weil ein Kollege dort arbeitet und das Gelände so groß ist, das es genug Platz für alle Fahrzeuge bietet“, sagt Benedikt Hanke, der auch die Organisation der Übung übernommen hat. Und die ist ziemlich realitätsnah. Denn wie im echten Leben muss der Angriffstrupp den Verteiler selbst mitschleppen und eine Schlauchverbindung zum Löschfahrzeug herstellen. Für einen eigenen Schlauchtrupp sind schlicht nicht genug Teilnehmer da.

„Das ist aber normal. Gerade bei Tagesalarmierungen reicht es oft nur zur sogenannten Staffelstärke, die ohne eigenen Schlauchtrupp auskommt“, sagt Hanke. Erst bei Mannschaftsstärke gebe es auch einen Schlauchtrupp. „Das ist aber alles so in den Vorschriften geregelt“, betont der Jugendwart.

Draußen vor der Tür des Übungsgebäudes warten währenddessen Justin Schmitt (16) und Marvin Ramos Weißer (14) auf die Verletzten. Ihre Aufgabe ist es, sie anzusprechen und zu beruhigen, bis ein Arzt vor Ort ist. Die angenommen Verletzungen sind diesmal aber undramatisch.

Mitglieder der Kinderfeuerwehr mimen die Vermissten, die sich beim Ausbruch des Brandes im Keller versteckt hatten. „Sie waren aber ansprechbar und konnten auch selbstständig gehen“, erzählt der Betreuer der Staffeler Jugendfeuerwehr. Thomas di Cesare. Das Staffeler Einsatzfahrzeug mit seinem 600-Liter-Wassertank stellt auch das Löschwasser für den Angriffstrupp sowie für die wenige Meter entfernt stehende Drehleiter zur Verfügung, bis die Verbindung zum Hydranten hergestellt ist.

Dass der Löschtrupp auf der Drehleiter genug Wasser hat, dafür sorgt Till Bär (15). Seit fünf Jahren gehört er bereits der Jugendfeuerwehr an. Sein Vater Peter leitet die Tauchergruppe der Limburger Feuerwehr. Für den Jugendlichen ist die Übung aber schon etwas Besonderes: „Schließlich haben wir nicht jeden Tag mit einer Drehleiter zu tun“, sagt er.

Auf einem anderen Winkel des Geländes wird in der Zwischenzeit ein Chemieunfall nachgestellt. Da die Teilnehmer aus Altersgründen allesamt noch nicht mit echten Atemschutzgeräten und Schutzanzügen üben dürfen, müssen dafür Attrappen herhalten. Was der Atmosphäre aber keinen Abbruch tut.

Entsprechend zufrieden mit dem Ablauf der Übung ist auch Bendikt Hanke: „Nach anfänglicher Nervosität haben die Kinder und Jugendlichen das Erlernte gut umgesetzt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare