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Die EVL schließt derzeit ein im Bau befindliches Wohnhaus an die Wasserleitung an und hat dafür ein Stück der Josefstraße in Offheim aufgerissen; die Wohnstraße ist erst im vergangenen Jahr von der Stadt saniert worden.

In Offheim

Anwohner in Limburg verärgert: Frisch sanierte Josefstraße wieder aufgerissen

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Dass Wohnstraßen im Laufe der Jahre zu Asphalt-Flickenteppichen werden, ist nicht ungewöhnlich: Auf unbebauten Grundstücke werden doch noch Häuser gebaut und an die Versorgungsleitungen unter der Straße angeschlossen. Aber warum passiert das bei einem Bauvorhaben in Offheim, von dem die EVL angeblich schon vor der Sanierung der Wohnstraße wusste?

Wenn Offheimer ausgerechnet die Elzer als Vorbild wahrnehmen, sagt das schon einiges aus über den Gemütszustand in diesem Stadtteil. . .

Der ehemalige Ortsvorsteher von Offheim, Hermann Muth, hat durch einen Bericht in dieser Zeitung verwundert registriert, dass an der Straße „Am Fleckenberg“ in Elz „zu unbebauten Grundstücken die Versorgungsleitungen gelegt werden, ehe der Straßenendausbau beginnt. „Warum, so frage ich mich, war das im letzten Jahr in der Josefstraße nicht möglich?“

Hermann Muth: Verhalten der EVL in der Josefstraße ist "Sachbeschädigung"

Im vergangenen Jahr ist die Josefstraße komplett saniert worden. Jetzt ist ein Stück des Asphalts wieder aufgerissen worden, damit die EVL dort an einem Wohnhaus, das gerade gebaut wird, den Wasseranschluss verlegen kann. Muth, der selbst in der Josefstraße wohnt, sagt, dies ärgere nicht nur ihn, sondern viele Anwohner. „Auch die EVL wurde von dem Bauvorhaben in Kenntnis gesetzt, verweigerte aber, gemeinsam mit anderen Versorgungsleitungen, den Wasseranschluss zu legen. Jetzt rückte sie an, und machte den Wasseranschluss, wofür die Straße aufgerissen wurde.“ Muth betrachtet das Verhalten der EVL als „Sachbeschädigung“.

Die Stadtverwaltung weist jede Verantwortung von sich. Nach Angaben des Ersten Stadtrats Michael Stanke (CDU) wusste die Stadt nichts von der Wasserleitung vor Fertigstellung der Josefstraße. „Bei dem Grundstück handelt es sich nämlich nicht um ein jahrzehntealtes, leeres (unbebautes) Baugrundstück, sondern um den Garten eines jahrzehntealten Wohnhauses. Erst im Laufe der Planungen/Baumaßnahme Josefstraße wurde aus dem Gartengrundstück ein potenzielles Baugrundstück. Die Stadt ist erst im September 2018 – und somit deutlich nach Fertigstellung des ersten . Bauabschnitts der Josefstraße überhaupt informiert worden – da war die Deckschicht aber schon drauf“, antwortet er auf Anfrage.

Gleichwohl sieht Stanke keinen Grund, die EVL so harsch zu kritisieren. Diese habe bereits im Vorgriff auf die Straßensanierung in der Josefstraße Leerrohre für Gas, Wasser und Strom gelegt. „Sie hat aber aus grundsätzlichen Erwägungen wegen Verkeimungsgefahr noch nicht die eigentliche Wasserleitung reingelegt.“ Und Begründungen, „die auf den Gesundheitsschutz der Bevölkerung zielen, sind schwer zu widerlegen“.

EVL kontert: "Kein böser Wille", dass frisch sanierte Straße noch einmal aufgerissen wurde

Dass die EVL die frisch sanierte Straße aufgerissen habe, sei „kein böser Wille“, sondern entspreche den Rechtsvorschriften in den Allgemeinen Versorgungsbedingungen, erklärt Andreas Doß von der EVL. „Daran müssen wir uns halten“, sagt Doß; er ist als Teamleiter unter anderem für solche Hausanschlüsse zuständig. Wenn ein Hausanschluss gelegt werden solle, obwohl das Wohnhaus noch nicht gebaut worden sei, gebe es drei Probleme: Zum einen bestehe die Gefahr der Verkeimung des Trinkwassers bei einer Leitung, in der das Wasser über einen langen Zeitraum steht und nicht fließt. Dies sei eine Gefahr für die umliegenden Anwohner. Zum anderen sage ein Bauantrag nichts darüber aus, ob morgen, in einem Monat oder erst in einem Jahr gebaut werde. Und schließlich könne es sein, dass der gelegte Wasseranschluss aus Sicht des Bauherrn „falsch“ liege, weil sich Planungen geändert hätten.

Wenn das in Elz angeblich anders gehandhabt werde, sei das „deren Risiko“, sagt Andreas Doß.

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