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Pater Richard Henkes

Kirche

"Märtyrer der Menschlichkeit": Pater Henkes wird seliggesprochen

Pater Richard Henkes wird seliggesprochen. Dies hat Papst Franziskus entschieden und der Vatikan am Samstag in Rom bekannt gegeben. Die Einleitung des 2001 beantragten Erhebungsverfahrens in der brechend vollen Limburger Pallottinerkirche war am 25. April 2003 eine der letzten Amtshandlungen von Bischof Franz Kamphaus.

Die Nachricht ist im Bistum und bei den Pallottinern freudig aufgenommen worden. „Die Seligsprechung von Pater Henkes wird ein Fest für unsere Diözese und für die Pallottiner“, sagte Bischof Dr. Georg Bätzing. Limburg und die Pallottiner seien seit mehr als 125 Jahren eng miteinander verbunden. Es sei schön und richtig, dass unter den vielen Priestern, die in Limburg für die Gemeinschaft und oft auch für die Mission ausgebildet worden seien, nun ein Seliger sei.

„Henkes hat sich der Bevormundung des Denkens und Glaubens in der Nazizeit mutig entgegengestellt und dafür die Konsequenzen sehenden Auges übernommen“, so der Bischof. Im Konzentrationslager Dachau, einem unmenschlich rohen und gewalttätigen Ort sei der Pallottinerpater sich und seinem Glauben treu geblieben. So habe er sein Leben eingesetzt, nicht zuletzt aus Verbundenheit zu den Gefangenen aus Tschechien. Eng verbunden sei Henkes auch immer mit seiner Heimat und mit seiner Familie in Ruppach im Westerwald geblieben. Bätzing sieht in Henkes einen „Märtyrer und Boten der Mitmenschlichkeit“, der gegen Hetze, Rassismus und alle Versuche gekämpft habe, die Menschen verschiedener Kulturen, Sprachen und Nationen gegeneinander auszuspielen und aufzuhetzen, „Leider Gottes ist dieses Zeugnis ja heute wieder so wichtig. Pater Henkes lehrt mich, dass der Glaube an Christus, den gekreuzigten und auferstandenen Herrn, auch heute mutig gelebt werden will. Er fordert mich auf, in die Bresche zu springen, wenn mein Einsatz gefordert ist“, sagt der Bischof.

Mutig und glaubwürdig

Die Kirche suche heute nach Wegen, wie sie glaubwürdig sein könne. Henkes zeige, wie das gehe und habe die Antwort auf die Frage, für wen er da sei, mit dem eigenen Leben bezahlt.

Stolz und dankbar dafür, dass Pater Henkes seliggesprochen wird, sind natürlich auch die Pallottiner. „Wir freuen uns, dass die Diözese nach der Heiligen Katharina Kasper nun mit Pater Henkes auch einen neuen Seligen verehren kann“, erklärt Pater Helmut Scharler SAC, Provinzial der Pallottiner. (red)

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