Wer ist nun stinkig, fragten sich ?Adlerfasan? Frederic und Bauchredner Sascha Grammel.
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Wer ist nun stinkig, fragten sich ?Adlerfasan? Frederic und Bauchredner Sascha Grammel.

Sascha Grammel

Der Mann, der mit Puppen spielt

Eine Schildkröte, ein „Adler-fasan“ und ein außerirdischer Zahnarzt nahmen die Limburger Stadthalle im Sturm. Vor ausverkauftem Haus überzeugte Bauchredner Sascha Grammel mit seinem neuen Programm „Ich find’s lustig!“.

Von JOHANNES KOENIG

50 Seiten Text auswendig lernen, ist sicher nicht einfach. Aber gelohnt hat es sich für „Puppenkönig“ und Bauchredner Sascha Grammel auf jeden Fall. Denn am Schluss seiner mehr als zweistündigen neuen Show „Ich find’s lustig!“ hielt es keinen im Publikum in der ausverkauften Limburger Stadthalle mehr auf seinem Platz. Mit stehenden Ovationen feierten die Zuschauer den Spandauer Comedian und sein Team.

„Klausurhagel“

„Wenn’s gut ist, flippt aus, und wenn’s schlecht ist auch“, hatte er dabei zu Beginn das Publikum ermutigt. Denn der Limburger Auftritt war erst der zweite mit dem neuen Programm. Am Abend zuvor hatte die Tour mit der Premiere in Wetzlar begonnen. „Wir probieren gerade verschiedene Sachen aus“, sagte er; manche davon würden vielleicht nie wieder gespielt, andere könnten noch zu einem echten Hit werden. „Und ihr könnt dann sagen, ich war dabei, als der Gag entstanden ist“, feuerte er die Anwesenden an.

Sorgen, dass die Gags vielleicht doch nicht so recht zünden würden, erwiesen sich jedenfalls als völlig unbegründet. Denn wie die zahlreichen Fan-Shirts im Publikum bewiesen, kann sich Grammel schon bei seiner dritten Tour auf eine treue Fanschar verlassen. Fan-Nähe stand daher auch im Vordergrund: So sprang der Künstler wiederholt von der Bühne in den Zuschauerraum. Dabei überreichte er nicht nur einer jungen Zuschauerin in der ersten Reihe einen großen Lollipop, sondern holte sich persönlich das „Wort der Show“ von einer Schülerin ab. „Klausurhagel“ lautete der Vorschlag. „Was ist denn das?“ –„Na ja, wenn’s Klausuren hagelt“, lautete die Antwort. „Nehmen wir“, sprach’s und von da an schlug der „Klausurhagel“ immer wieder mal unvermittelt auf der Bühne zu. Momente, die das Publikum mit lautem Gelächter und Szenenapplaus feierte.

Die eigentlichen Stars des Abends waren aber die bekannten und beliebten Puppenfiguren, allen voran die naiv-süße Schildkrötendame Josie und der „Adlerfasan“ Frederic, auch bekannt unter seinem Wahlspruch „Tschakka“. Beide gab es gleich in zwei Versionen: So erlebten die Zuschauer nicht nur per Rückblick „Baby Josie“, sondern auch Frederics adligen Zwillingsbruder Frederic Freiherr von Furchensumpf, der mit Zitaten klassischer Literatur jeden Zweifel über seine Identität zerstreute. Ebenfalls mit von der Partie war das sprechende Hamburger-Brötchen und Beinahe-Bestsellerautor, Dr. Hacke, der vier- bis sechsarmige Außerirdische „Herr Schröder“ mit Assistentin Ursula, die Socke mit Augen „Außer Rüdiger“ und der berlinernde Fisch „Mieze“.

Auf den Mund oder den Schnabel gefallen war keine der Puppen: „Gibt’s heute Griechisch?“ – der Seitenhieb auf den angeblichen Mundgeruch Grammels war neben dem „Klausurhagel“ der wiederkehrende Witz des Abends.

Ein Fisch als Einhorn

Im Laufe der Show jagte ohnehin ein abstruser Auftritt den nächsten. So begeisterte Dr. Hacke mit seiner neuen Spaghetti-Carbonara-Frisur während „Außer Rüdiger“ neben seinem bizarren Namen auch einige ausgefeilte Tanzbewegungen mit auf die Bühne gebracht hatte. Der ehemalige Losverkäufer „Dr. Schröder“ hinterließ hingegen, trotz seines Doktortitels, erhebliche Zweifel an seiner zahnärztlichen Fachkompetenz, während Fisch „Mieze“ endlich Farbe bekennen musste: „Ich bin keine Katze, sondern ein Einhorn.“

Eingebettet war die Show in einer quietsch-bunten „Puppenhaus-Kulisse“, die sich immer wieder den verschiedenen Auftritten anpasste. War „Mieze“ an der Reihe, stiegen zum Beispiel kleine Luftbläschen an den Fenstern hoch, während „Baby Josie“ mit pinken Farbtönen und lieben Glückwünschen zum Geburtstag bezauberte. So bat Sascha Grammel zum Schluss der Show dann auch um einen lauten Extra-Applaus für das Team hinter den Kulissen. „Ohne sie wäre das alles nicht möglich.“

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