Der Limburger Bürgermeister-Kandidat der FDP, Maximilian Acht, vor der "Alten Vikarie" auf dem Domplatz.
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Der Limburger Bürgermeister-Kandidat der FDP, Maximilian Acht, vor der "Alten Vikarie" auf dem Domplatz.

Kandidaten im Porträt

"Max, nicht meckern, anpacken!"

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Der 31-jährige Maximilian Acht will Bürgermeister von Limburg werden.

Limburg -Mit 31 Jahren ist er mit Abstand der jüngste der vier Kandidaten, die am Sonntag, 14. März, zum Bürgermeister von Limburg gewählt werden wollen. Als Treffpunkt für dieses Porträt schlägt Maximilian Acht, der von der FDP nominiert ist und seit 2018 Mitglied der Liberalen ist, die Altstadt vor - vor dem Haus, in dem seine Großmutter jahrzehntelang ein Bekleidungsgeschäft führte.

"Meine Großeltern sind sehr wichtig für mich, ich war als Kind sehr oft bei ihnen", sagt er. "Sie wohnen in Mensfelden. Mein Opa ist schon 96, wird aber immer viel jünger geschätzt. Er hat nach dem Krieg den elterlichen Betrieb wiederaufgebaut und die Sinalco-Fabrik in Limburg geleitet und verschiedene Getränke in der ganzen Region ausgeliefert. Meine Oma ist 82. Viele Limburger kennen sie, weil sie 45 Jahre lang ein Geschäft in der Altstadt hatte - Emma's Boutique, die heute von meiner Tante und meiner Cousine geführt wird. Ich schaue jeden Tag nach meinen Großeltern und sorge mit einem ambulanten Pflegedienst dafür, dass sie nicht ins Altenheim müssen."

"Es wird zu wenig

für junge Leute getan"

Maximilian Acht lebt zusammen mit seiner Freundin in der Kernstadt in einem Mehrfamilienhaus, in der auch seine Mutter eine eigene Wohnung hat; sein Vater ist vor zwei Jahren an Krebs gestorben. Mensfelden, der Wohnort seiner Großeltern, liegt für ihn auf dem Weg zur Arbeit, denn er betreut als IT-Fachmann Kunden der Firma Star Com-Bauer GmbH. Seine Ausbildung hat Acht in Offheim absolviert - bei Pauly, wo er siebeneinhalb Jahre tätig war.

Spricht man ihn auf Freizeitaktivitäten an, wird sehr schnell klar, dass seine Arbeit für ihn einen großen Stellenwert hat. Doch auf die Frage, ob er ein Workaholic sei, antwortet er: "Ich würde sagen nein", und lacht dabei. "Mir macht meine Arbeit sehr viel Spaß, und dann kann es auch schon mal sein, dass ich erst um 22 Uhr oder 23 Uhr nach Hause komme. Ich mag es, Dinge zu tun, bei denen ich hinterher konkrete Ergebnisse sehen kann."

Über seine Entscheidung, sich politisch zu engagieren, sagt er: "Ich habe früher viel gemeckert, wenn mir in der Politik etwas nicht gefallen hat. Dann habe ich mir gesagt: Max, nicht meckern, anpacken!"

Warum er Bürgermeister werden will? "Ich liebe Herausforderungen. Es ist mir wichtig mitzugestalten", sagt er und zeigt auf eine der neuen Hinweistafeln für Touristen auf dem Domplatz. "Sehen Sie, das war ein Vorschlag der FDP. Am Anfang gab es keine große Zustimmung. Aber jetzt stehen die Tafeln, auch wenn es etwas länger gedauert hat."

Alle Parteien hätten gute Ideen. "Es ist mir wichtig, Hand in Hand zu arbeiten, gemeinsam mit allen nach Lösungen zu suchen und um der Sache Willen voranzukommen. Dafür möchte ich mich als Bürgermeister einsetzen."

Außerdem sei es ihm wichtig, "dass die Verwaltung der Stadt als Dienstleister für die Bürger wahrgenommen wird - mit einem echten Bürgerbüro, das schnell hilft. Manches passiert mir da noch zu langsam. Der Bürger soll sich vollumfänglich wohlfühlen." Aufgrund seines für einen Politiker jungen Alters hat er einen direkten Blick auf die Wahrnehmung junger Menschen.

"Viele meiner Freunde sind aus Limburg weggezogen, weil ihnen hier etwas fehlt", sagt er. "Es wird in Limburg zu wenig für junge Leute getan. Limburg ist eine schöne Stadt mit einer sehenswerten Altstadt. Aber welche Freizeitaktivitäten bietet sie jungen Leuten? Das Tal Josaphat befindet sich in einem Dornröschenschlaf und könnte deutlich aufgewertet werden. Warum gibt es dort nicht einen Trimm-Dich-Pfad so wie im Diezer Hain? Auch die Eppenau könnte den Bürgern viel mehr bieten, zum Beispiel als Erholungsgebiet. Auch das Lahnufer sollte mehr in den Blick genommen werden. Es liegt direkt vor der Tür, aber da passiert mir leider viel zu wenig", sagt Maximilian Acht.

Ein weiterer Schwerpunkt seines Programms ist die Sicherheit in Limburg und ein offenbar weiterhin weit verbreitetes Unsicherheitsgefühl vieler Menschen an manchen Plätzen. Das wundert Maximilian Acht nicht: "Meine Freundin und ich haben uns im November 2019 mit zwei Freunden an der Obermühle getroffen", erzählt er. "Als ich abends mit ihr auf dem Heimweg war, ist mir eine Gruppe Jugendlicher aufgefallen, die uns entgegen kam. Als wir dann Zuhause waren, bekam ich einen Anruf, dass meine Freunde überfallen wurden! Die Jugendlichen haben sie bedroht und das Geld und die Smartphones gestohlen. Ein Zeuge hat das beobachtet und sofort die Polizei alarmiert. Die Diebe, die mit Rollern geflüchtet sind, wurden zwar noch bis Offheim verfolgt, konnten aber flüchten. Die Täter sind bis heute leider nicht gefasst worden", sagt er.

"Polizei ist chronisch

unterbesetzt"

Und in die Wohnung seiner Mutter sei einmal beinahe eingebrochen worden; der bellende Familienhund verscheuchte den Einbrecher, der schon auf dem Balkon stand. "Meine Mutter hat sofort die Polizei angerufen, dort teilte man ihr allerdings mit, es könne noch eineinhalb Stunden dauern, bis eine Streife vorbeikommen kann. So etwas kann doch nicht sein! Die Polizei in der Polizeidirektion Limburg-Weilburg ist chronisch unterbesetzt; das muss sich schnell ändern." Acht setzt sich deshalb - wie SPD und CDU - für eine "Stadtpolizei" ein; das sind besonders geschulte Mitarbeiter des Ordnungsamts.

Sollte er nicht zum Bürgermeister gewählt werden, will er sich auf jeden Fall weiter politisch engagieren. Bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung am 14. März steht er auf Listenplatz 2 der FDP und hat sehr gute Chancen, Stadtverordneter zu werden.

Wo er sich privat in zehn Jahren sieht? "Ich denke, dass ich dann verheiratet bin. Ein oder zwei Kinder wären schön. Ich lebe dann mit meiner Familie im eigenen Haus, und wir haben einen Hund."

Podiumsdiskussion mit allen

vier Kandidaten

In einer digitalen Podiumsdiskussion dieser Zeitung, die am Donnerstag, 18. Februar, 19 Uhr,

im Internet live gezeigt wird, kommen Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD), der von der CDU unterstützte Stefan Laux, Maximilian Acht (FDP) und Birgit Geis (Grüne) ins Gespräch. Die vier Hauptthemen sind: "Verkehr", "Sicherheit", "Landverbrauch" (für Wohngebiete und Gewerbeflächen) und die "Zukunft des Neumarkts".

Die von NNP-Redaktionsleiter Sebastian Semrau und Limburg-Redakteur Stefan Dickmann moderierte Veranstaltung soll circa zwei Stunden dauern und ist im Internet unter fnp.de/eventvideo zu sehen. Über eine Chat-Funktion kann jeder interessierte Bürger den Kandidaten während der Veranstaltung eigene Fragen stellen. Übrigens: Das Video von dieser Veranstaltung ist nach deren Ende im Internet weiterhin abrufbar.

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