Der 36 Jahre alte Angeklagte muss sich vor dem Limburger Landgericht wegen versuchten Totschlags verantworten.
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Der 36 Jahre alte Angeklagte muss sich vor dem Limburger Landgericht wegen versuchten Totschlags verantworten.

Tatort Fußgängerzone

Messerstiche in Limburg: Prozess beginnt am Freitag

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Angeklagter hatte Waffe angeblich dabei, weil er vorher eine Gurke gegessen habe.

Limburg -Wegen versuchten Totschlags muss sich ab Freitag ein 36-jähriger Mann vor dem Limburger Landgericht verantworten. Er soll im Juli vergangenen Jahres im Streit mit einem Bekannten auf diesen mit einem Messer eingestochen haben.

Vier Verhandlungstage hat die Schwurgerichtskammer angesetzt, um jenen Vorfall auszuleuchten und zu beurteilen, der sich am frühen Nachmittag des 20. Juli 2020 in der Werner-Senger-Straße (Fußgängerzone) abgespielt haben soll. Dort traf ein 36 Jahre alter Mann aus dem Rhein-Lahn-Kreis auf einen 40-Jährigen, den er erst zwei oder drei Monate zuvor kennengelernt haben soll. Die Begegnung der Männer entwickelte sich rasch zu einer Auseinandersetzung, die Oberstaatsanwalt Joachim Herrchen zufolge mit der Arbeitssituation der Männer zu tun hatte. Der Streit eskalierte. Nach einem Wortwechsel soll der Angeklagte seinem Gegenüber ins Gesicht geschlagen haben und auf ihn losgegangen sein.

Dabei habe er gebrüllt: "Ich bring' dich um." Tatsächlich soll der 36-Jährige ein Springmesser mit einer zehn Zentimeter langen Klinge gezückt und zweimal in den linken Oberschenkel gestochen haben, wodurch eine Arterie verletzt wurde. Außerdem habe er seinem Kontrahenten zwei oberflächliche Schnittwunden im Brustbereich und eine weitere Verletzung am Hals zugefügt, teilt Herrchen mit.

Als das Opfer in der Fußgängerzone um Hilfe schrie und Passanten auf die Messerstecherei aufmerksam wurden, lief der Angeklagte in Richtung Diezer Straße davon und konnte "gegen 14.30 Uhr von Zivilkräften der Polizeidirektion Limburg in Diez festgenommen werden", heißt es dazu im Polizeibericht. Die Tatwaffe sei zunächst nicht gefunden worden, später aber in einem Mülleimer aufgetaucht. Auf die Frage, weshalb er überhaupt ein Springmesser dabei gehabt habe, erklärte der Angeklagte 36-Jährige laut Herrchen, er habe vorher eine Gurke gegessen.

Die Stich- und Schnittverletzungen des Geschädigten waren nach Angaben der Polizei zwar nicht lebensgefährlich. Dennoch musste der 40-Jährige zur stationären Behandlung im Krankenhaus aufgenommen werden. Der Angeklagte sitzt in Untersuchungshaft. Der Prozess vor dem Landgericht beginnt um 9 Uhr.

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