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Landrat Michael Köberle an seinem aufgeräumten Schreibtisch. Das Bild (von Eckhard Kremers) stammt von Vorvorgänger Dr. Manfred Fluck.

Erster Arbeitstag

Michael Köberle (CDU) startet gut gelaunt in seinen Dienst als Landrat des Kreises

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Michael Köberle (CDU) hat gestern seinen Dienst als Landrat des Kreises begonnen. Er geht die Aufgabe gelassen und zuversichtlich an.

Landrat scheint tatsächlich ein „Traumjob“ zu sein, wie Manfred Michel bei seiner Verabschiedung erklärt hat. Der neue Chef der Kreisverwaltung wirkt am Ende seines ersten Arbeitstages glücklich – und völlig entspannt. Michael Köberle weiß freilich, dass die Tage im Dienst, an denen er so wenig und nur Angenehmes zu tun haben wird, künftig sehr selten sein dürften. Er lässt es auch morgen und am Freitag noch einmal ruhig angehen, um sich im neuen Amt und im Kreishaus einzuleben. Nächste Woche ist der Terminkalender dann schon etwas voller.

Der 53-Jährige setzt auf positive Stimmung. „Heute wird ein guter Tag sein“, steht auf der mit Herzen verzierten Kaffeetasse, die ihm Limburgs Ortsvorsteherin Siggi Wolf zur Wahl geschenkt hat. Zwischen den beiden Fenstern im Büro hängt ein Werk des Limburger Malers Michael Karst, das Köberle seit 20 Jahren an den verschiedenen Arbeitsplätzen begleitet und er als „Gute-Laune-Bild“ bezeichnet.

Michael Köberle begrüßt denn auch alle mit einem Lächeln, als er um halb neun mit dunkelblauem Anzug, weißem Hemd und weinroter Krawatte ins Kreishaus kommt. Einen Vorteil des neuen Jobs hat er da schon im wörtlichen Sinn erfahren. Von seinem Haus in Eschhofen braucht er mit dem Auto nur fünf Minuten bis zum Parkplatz (gestern war allerdings kaum Verkehr); früher war er zu Fuß bis zum Bahnhof länger unterwegs.

Sekretärin Nicolle Bay empfängt den Chef mit Orchideen für den noch blitzeblanken Schreibtisch; in den Topf hat sie ein kleines Glücksschwein gelegt. Das Büro ist gut doppelt so groß wie das bisherige beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt, wo Köberle als Bereichsleiter Betriebsmanagement auch für die Wirtschaftlichkeit des Senders verantwortlich war. An neuer Wirkungsstätte hat er erst einmal alles beim Alten belassen; bis auf den Lederstuhl. Wo Michel zwischen den grauen Wänden einen roten Farbtupfer setzte, bevorzugt der Nachfolger dezentes Schwarz.

Der Chef kocht Kaffee

Der Landrat steckt sich sein Namensschild „Herr Köberle“ und eine Nadel mit dem Kreiswappen ans Jacket – und brüht sich einen Kaffee. „Das mache ich immer selbst, wenn keine Gäste zu bewirten sind“, erklärt er. „An der Kaffeemaschine entwickeln sich oft interessante Gespräche.“

Köberle hat nur wenige Utensilien in seiner braunen Aktentasche mitgebracht. Ein gerahmtes Foto von der sechsköpfigen Familie hängt er rechts vom PC an die Wand, das gleiche Motiv schmückt das Mousepad. Der Familienkalender kommt an die linke Wand hinter dem Stehpult. Außerdem stellt er lediglich ein Bild von seinem Lieblingsverein 1.FC Köln auf.

„Alles Weitere wird sich ergeben. Ich muss das alles in Ruhe auf mich einwirken lassen“, sagt der neue Hausherr. Das gilt nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich. Der Christdemokrat will erst mal zuhören und beobachten und auf keinen Fall vorschnelle Entscheidungen treffen. „Manfred Michel hat seine Mannschaft in den höchsten Tönen gelobt, und ich wäre dumm, etwas aus Prinzip zu ändern“, erläutert Köberle. Das macht er zum Start auch seinen engsten Mitarbeitern klar. So-lange Helmut Jung (SPD) sein Stellvertreter ist – bis Ende März – bleibt es auch bei der Zuständigkeit der Dezernate.

Zunächst spricht der Landrat mit seinem persönlichen Referenten Thorsten Roth und dem Büroleitenden Beamten Michael Lohr, um 10 Uhr mit seinem „Stab“ in der Bibliothek. Um 11 Uhr folgt die erste Sitzung mit den Abteilungsleitern und den Chefs der Eigenbetriebe.

Mit dem Rad nach Hause

Das Treffen geht mit belegten Brötchen in die Mittagspause über. Künftig will der Familienvater nach Möglichkeit zu Hause essen. „Und bei halbwegs ordentlichem Wetter mit dem Fahrrad fahren“, schiebt er hinterher. „Ich muss mich unbedingt wieder mehr bewegen.“

Am Nachmittag unterhält der Landrat sich mit dem Personalratsvorsitzenden Christoph Heun und dessen Stellvertreterin Patricia Heiland. Zwischendurch nimmt er am Telefon gute Wünsche entgegen und unterschreibt er die ersten Dokumente („Nichts Wichtiges“). Am ersten Tag lässt Köberle alle zu sich kommen, demnächst will er sich im Hause umsehen und auch alle Außenstellen besuchen. Am Freitag steht der erste Außentermin im Kalender (bei IHK-Hauptgeschäftsführerin Monika Sommer), am Samstag die erste Schirmherrschaft (beim Rassegeflügelzuchtverein in Dauborn).

Kurz vor Feierabend versichert Köberle, wie sehr er sich darauf freut, seine Heimat in maßgeblicher Funktion mitzugestalten und wie gelassen er diese Aufgabe angeht. „Ich bin sehr zuversichtlich“, sagt er. Na, dann.

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