Mensfelder Kopf

Mitglieder der Sternwarte und Hunderte Interessierte verfolgen die totale Mondfinsternis

  • schließen

Die Zufahrt zum Mensfelder Kopf ist anlässlich der totalen Mondfinsternis vollkommen zugeparkt. Über 300 Interessierte verfolgten dort am Freitagabend auf Einladung der Limburger Sternwarte das Jahrhundertereignis.

Mehr als 300 Menschen haben vom Mensfelder Kopf aus am Freitagabend die totale Mondfinsternis verfolgt. Da eine solch lange Phase der Verfinsterung von einer Stunde und 43 Minuten sehr selten ist und in diesem Jahrhundert nicht mehr auftreten wird, war es ein echtes Jahrhundertereignis. Kein Wunder, dass schon lange vorher einige Hundert Menschen auf den Wegen und im freien Feld von Hünfelden gebannt in die Ferne schauten.

Üblicherweise dauert eine Mondfinsternis laut Oliver Rieck nur circa eine Stunde. „Von dem großen Besucherandrang waren wir selbst überrascht“, berichtet der zweite Vorsitzende der Sternwarte. Auch viele Kinder und Jugendliche, die mit ihren Eltern gekommen waren, interessierten sich für das Naturspektakel. Vereinsmitglieder der Sternwarte und weitere Besucher brachten ihre Teleskope und Ferngläser mit, um gemeinsam das Spektakel verfolgen zu können.

„Da der Mond bereits verfinstert über dem Horizont aufging, musste er sich durch die dem Horizont nahe Dunstschicht durchkämpfen, so dass wir erst zwanzig bis 30 Minuten nach Mondaufgang die Mondfinsternis beobachten konnten“, erläuterte Rieck. Eine Mondfinsternis entstehe, so der Astronom, wenn die Erde genau zwischen Sonne und Mond stehe. Dabei wandere der Vollmond durch den Kernschatten der Erde. „Ein Beobachter auf dem Mond würde von seinem Standpunkt aus eine totale Sonnenfinsternis erleben“, erläuterte Rieck. Die rötliche Färbung des Mondes entstehe durch das Sonnenlicht, das durch die Erdatmosphäre gestreut werde und zum Mond gelange.

Der zweite Vorsitzende der Sternwarte kündigte an: „Die nächste totale Mondfinsternis, die von Europa aus gesehen werden kann, findet in den frühen Morgenstunden des 21. Januars 2019 statt.“ Die Mondfinsternis sieht man übrigens, wie die Limburger Fachleute erläutern, im Gegensatz zur Sonnenfinsternis von allen Punkten der Erde, an denen zu diesem Zeitpunkt gerade Dunkelheit herrscht, gleich.

Die Besucher auf dem Mensfelder Kopf sahen aber noch viel mehr als den Blutmond. Es waren auch der Planet Jupiter mit seinen vier größten Monden gut zu erkennen, der Ringplanet Saturn sowie der Mars. Letzterer befand sich, wie Rieck erzählte, an diesem Tag so nahe an der Erde wie seit August 2003 nicht mehr. „Doch leider konnten aufgrund eines globalen Staubsturmes auf unserem Nachbarplaneten sowie der schlechten Horizontsicht keine Details beobachtet werden“, so der Vize-Vorsitzende der Sternwarte. Deutlich sei aber die rote Färbung seiner Oberfläche zu erkennen gewesen. Sehr interessant war es für die Besucher auch, die Internationale Raumstation ISS, in der sich aktuell der deutsche Astronaut Alexander Gerst befindet, auf dem Überflug am Nachthimmel beobachten zu können,

„Wenn in Mensfelden etwas Größeres stattfindet, ist man natürlich dabei“, sagte Ortsvorsteher Stephan Blödel. Er sei erstaunt, wie viele Hünfeldener auf den Mensfelder Kopf gekommen seien, aber auch eine Menge Auswärtiger. „Es ist aber natürlich auch für mich etwas Besonderes, solch ein Jahrhundertereignis wie die absolute Mondfinsternis mitzuerleben“, meinte Blödel.

Birgit Ruf brauchte nicht lange zu überlegen, um zu sagen, warum sie hier ist: „Das ist ein Jahrhundertereignis. Ich bin einfach sehr gespannt, wie das aussieht.“ Marco Kremer war mit seiner Familie aus Runkel-Schadeck gekommen, denn der Sohnemann ist durch Filme in der Schule vom Thema Astronomie begeistert worden. Aber auch Marco Kremer hat den abendlichen Ausflug keineswegs bereut: „Das ist hier schon interessant, zumal so etwas nicht oft vorkommt.“ Jörg Kremers aus Limburg ist durch den Pressehinweis der Limburger Sternwarte auf die Sache aufmerksam geworden und spontan hergefahren. „Naturphänomene finde ich immer interessant“, erklärte er. Er fand es nur schade, dass an diesem Abend der Himmel so dunstig war und man den Mond nicht so klar wie erhofft gesehen hat. Ebenfalls hätte Kremer sich gewünscht, dass die Sternwarte, wenn sie schon zum Mensfelder Kopf einlädt, die Sache für alle Gäste verständlich kommentiert hätte.

Mona Mollandin aus Limburg hatte strahlende Augen: „Das war etwas ganz besonders für mich“, sagte die Sechsjährige. „Sehr interessant, wenn der Mond völlig rot wirkt.“ Mona durfte auch durch das Fernrohr der Sternwarte schauen und hat den Jupiter gesehen: „Es war einfach ein gelber Fleck“, kommentierte das Kind.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare