CO2-Melder, wie Lehrerin Charlotte Weber einen in der Hand hält, zeigen die Konzentration von Kohlenstoffdioxid in der Raumluft. An der Limburger Goetheschule werden sie schon länger eingesetzt.
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CO2-Melder, wie Lehrerin Charlotte Weber einen in der Hand hält, zeigen die Konzentration von Kohlenstoffdioxid in der Raumluft. An der Limburger Goetheschule werden sie schon länger eingesetzt.

Finanzierung über Förderprogramm

Mobile Luftreiniger und weitere CO2-Melder

Landkreis Limburg-Weilburg verspricht sich mehr Sicherheit für Schulen und Kitas. Kosten auf rund 600 000 Euro geschätzt.

Limburg-Weilburg -Es ist zwar keine komplette Kehrtwende und doch ein bemerkenswerter Beschluss des Kreisausschusses: Der Landkreis Limburg-Weilburg wird in Abstimmung mit den Städten und Gemeinden zur Bewältigung von lokalen Corona-Infektionsgeschehen 600 mobile Luftreiniger mit Filter-Technik für den flexiblen Einsatz in Schulen und Kitas sowie weitere 700 CO2-Melder für die Schulen im Landkreis beschaffen. Dabei sind CO2-Melder schon länger in den heimischen Schulen im Einsatz, nun sollen es genug für alle Schulräume sein. Die Anschaffung von Lüftungsanlagen war aber - bis auf wenige Ausnahmen - bisher vom Kreis abgelehnt worden. Stattdessen wurde die "Fensterlüftung" als "nachhaltigste Variante" betrachtet. Durch die mobilen Geräte wird nun zumindest eine Alternative geschaffen.

Ein Großteil der geschätzten Kosten von rund 600 000 Euro kann über das Förderprogramm für Schutzmaßnahmen an Schulen und Kitas abgewickelt werden. Dieses Programm war kurzfristig durch das Hessische Ministerium für Finanzen verlängert worden.

Schulbetrieb

gewährleisten

"Im Hinblick auf den Herbst und Winter, die Delta-Variante und die aktuell steigenden Inzidenzen bereitet sich der Landkreis Limburg-Weilburg auf eine mögliche vierte Corona-Welle vor. Zielsetzung ist es, den Schulbetrieb auch bei einer gegebenenfalls steigenden Infektionslage gewährleisten zu können", sagt Landrat Michael Köberle (CDU). Er wird am heutigen Dienstag zudem in einer Videokonferenz mit Vertreterinnen und Vertretern des Staatlichen Schulamtes, des Kreiselternbeirates, der Kreisschülervertretung sowie der Kreisverwaltung über das weitere Vorgehen nach den Sommerferien sprechen.

Neben den bereits ergriffenen Maßnahmen wie der Beschaffung von CO2-Meldern, Schutzmasken und Desinfektionsmitteln sowie der täglichen Sonderreinigungen in den Schulen plant der Landkreis weitere Maßnahmen, um für den Spätsommer und den Herbst vorbereitet zu sein. Basis für die Entscheidung bildet eine Einschätzung des Umweltbundesamtes. Dies teilt Schulungsräume aus hygienischer Sicht in drei Kategorien ein:

Kategorie 1: Räume mit guter Lüftungsmöglichkeit (raumlufttechnische Anlage und/oder Fenster weit zu öffnen).

Kategorie 2: Räume mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit (keine raumlufttechnische Anlage, Fenster nur kippbar oder Lüftungsklappen mit minimalem Querschnitt).

Kategorie 3: Nicht zu belüftende Räume.

46 Räume werden bis

Ferienende ausgestattet

Eine Prüfung anhand dieser Kriterien hat Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft (EGW) des Kreises erledigt. Räume der Kategorie 3 gibt es im Landkreis Limburg-Weilburg nicht. Für 46 Räume (von rund 2000 Klassenzimmern insgesamt) wurde der EGW zur Beschaffung von Luftreinigungsgeräten sowie Lüftungsverbesserungen bereits im Mai durch den Kreisausschuss beauftragt. Jetzt steht auch fest: Diese wird bis zum Ende der Sommerferien umgesetzt sein.

Für die Räume nach den Kategorien 1 und 2 sowie zur Aufrechterhaltung des Schul- und Kitabetriebs bei Infektionsfällen in einzelnen Einrichtungen wird der Kreis die 600 mobilen Luftreiniger mit Filter sowie weitere 700 CO2-Melder beschaffen. Erstere sollen der Flexibilität dienen, um auf das Pandemiegeschehen in einzelnen Regionen des Landkreises (Schulen/Kitas) schnell reagieren und die Geräte bei Bedarf sofort zur Verfügung stellen zu können. Sie werden zentral eingelagert. Über den Einsatz entscheidet das Gesundheitsamt. Bewusst seien mobile Lüftungsgeräte mit HEPA-Filtertechnik ausgewählt worden, da diese ohne Gefahr für die Schülerinnen und Schüler sowie Kinder in den Räumlichkeiten aufgestellt werden können.

1400 CO2-Melder hatte der Kreis bereits beschafft. Nun sollen dann alle Schulräume ausgestattet sein. red

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