Wechsel zum 1. November

Monika Sommer wird IHK-Chefin

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Die 13 000 Mitglieder starke Limburger Industrie- und Handelskammer bekommt erstmals in ihrer 153-jährigen Geschichte eine Frau als Hauptgeschäftsführerin. Monika Sommer aus Steeden ist gestern gewählt worden.

Monika Sommer und Ulrich Heep strahlten mit der Sonne um die Wette. „Ich freue mich sehr“, sagten beide gestern dem Vertreter dieser Zeitung: Die Frau aus Steeden über die einstimmige Wahl der Vollversammlung und auf ihre neue Aufgabe als IHK-Hauptgeschäftsführerin, der Präsident der Kammer über die Gewissheit, die seit März vakante Stelle bald mit einer qualifizierten Kraft besetzen zu können.

Die 48-Jährige tritt am 1. November die Nachfolge des vorzeitig in den Ruhestand gegangenen Norbert Oestreicher an. Monika Sommer muss ihren Arbeitsplatz nur um etwa 300 Meter verlegen: Sie ist bislang Geschäftsleiterin und Personalreferentin des Landgerichts (LG) und in dieser Funktion für knapp 400 Beschäftigte inklusive der Amtsgerichte zuständig. In diesem Punkt wird sie sich verschlechtern. An der Spitze des Hauptamtes der IHK hat Monika Sommer knapp 30 Mitarbeiter. Der Posten in der rund 13 000 Mitglieder starken Industrie- und Handelskammer dürfte allerdings wesentlich besser dotiert sein als der im Landgericht.

Der Justiz kehrt die Diplom-Rechtspflegerin nach 32 Jahren „mit einem weinenden Auge“ den Rücken, wie sie der NNP erläuterte. Die in der Region verwurzelte Steedenerin hat sich kontinuierlich hochgearbeitet. Nach dem Examen war sie von 1996 bis 2003 beim Amtsgericht Idstein in der allgemeinen Rechtspflege tätig. Im Anschluss an ein Aufbaustudium im Bereich Justizmanagement übernahm sie im Sommer 2003 die stellvertretende Geschäftsleitung beim Landgericht Limburg, 2010 rückte sie auf – damals auch als erste Frau. Monika Sommer ist in der Behörde an der Schiede seitdem verantwortlich für die organisatorischen Abläufe, Personalangelegenheiten im nichtrichterlichen Bereich, Bauprojekte und Haushaltsplanungen. Bei der Entwicklung des elektronischen Rechtsverkehrs in der hessischen Justiz war sie in verschiedene Projekte eingebunden.

Ihre Expertise in der Digitalisierung war wohl einer der Pluspunkte, die Sommer schnell zur Favoritin des Präsidiums machten. Die achtköpfige Findungskommission entschied sich einstimmig für die Frau aus Steeden; die gestern anwesenden 21 Mitglieder der Vollversammlung stimmten ebenfalls geschlossen für die einzige Kandidatin.

Beworben hatten sich laut Heep 30 Personen, überwiegend Männer, aus allen Teilen des Deutschlands.

„Die Kenntnis der Region war uns wichtig“, sagte der Präsident – neben der Qualifikation, versteht sich. „Wir sehen die IHK Limburg mit Monika Sommer sehr gut für die Zukunft aufgestellt und sind sicher, mit ihr die richtigen Weichen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der IHK und der Wirtschaft in der Region zu stellen“, sagte Ulrich Heep.

Er bezeichnete die Digitalisierung der Kammer als vordringliche interne Aufgabe der Hauptgeschäftsführerin. „Wir wollen und müssen das Service-Angebot für die Firmen ständig erweitern. Das geht nur mit technischem Fortschritt“, erläuterte der Präsident. „Unsere 13 000 Mitglieder erwarten was für ihr Geld – und das sollen sie auch bekommen.“

„Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen der Vollversammlung“, betonte die künftige Hauptgeschäftsführerin. Sie werde viele Gespräche führen und sich in der Kammer und in der heimischen Wirtschaft möglichst stark einbringen. „Limburg-Weilburg ist ein hervorragender Standort, nicht nur für die Wirtschaft, dem ich mich sehr verbunden fühle.“

Monika Sommer ist ledig, sportlich und sozial engagiert. Die 48-Jährige lebt in einer Partnerschaft, hält sich mit Laufen fit und ist Vorsitzende eines gemeinnützigen Vereins der katholischen Kirche in Steeden.

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