Matthias Distel hat mit seiner Kritik zumindest einen Teilerfolg erreicht.
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Matthias Distel hat mit seiner Kritik zumindest einen Teilerfolg erreicht.

Erfolg für Limburger Partysänger

Nach Distel-Kritik: Sat.1 setzt Sendung ab

  • VonRobin Klöppel
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TV-Sender räumt Fehler ein. Imago TV teilt mit: Teil der Aussagen des Medienunternehmers entspricht nicht der Wahrheit.

Limburg -Der Limburger Medienunternehmer und Partysänger Matthias Distel ("Ikke Hüftgold") hat im Streit mit dem Fernsehsender SAT.1 und der Berliner Produktionsfirma Imago TV einen ersten Teilerfolg erzielt. Die Pressestelle des Senders teilte am Wochenende mit: "SAT.1 hat entschieden, die Sendung ,Plötzlich arm, plötzlich reich' mit sofortiger Wirkung aus dem Programm zu nehmen." Die Aufarbeitung des Drehs laufe noch.

SAT.1 kommt aber jetzt schon zu dem Fazit, dass es außer Frage stehe, dass Fehler passiert seien, für die der Sender die Öffentlichkeit und die betroffene Familie um Entschuldigung bitte. SAT.1 erklärt in seiner Stellungnahme: "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass diese Sendung nicht mehr zu SAT.1 passt, dass wir gemeinsam mit und für unsere Zuschauer weiterentwickeln wollen." Deshalb werde es keine neue Folgen geben, würden bereits gedrehte Folgen nicht ausgestrahlt.

An oberster Stelle stehe das Wohl der Kinder und der Familie, mit der die der Sender in engem Austausch stehe. Auch in den kommenden Monaten wolle SAT.1 die Familie bestmöglich finanziell und menschlich unterstützen. Der Sender erklärt: "Es war und ist niemals Ziel von SAT.1, Menschen zu verletzen. Wir stehen für Unterhaltung mit Herz."

Presserechtliche

Abmahnung

Nachdem Matthias Distel nach eigenen Angaben im Gespräch mit dieser Zeitung Anzeige gegen Sat.1 und Imago TV erstattet hat, hat sich nun zu dem Rechtsstreit mit dem Limburger auf Anfrage des Kölner Express auch Imago TV zu Wort gemeldet. Der Anwalt des Unternehmens teilte mit: "Es ist richtig, dass wir Matthias Distel auf Unterlassung einzelner unwahrer und rechtswidriger Äußerungen in Anspruch genommen haben. Gegenstand unserer presserechtlichen Abmahnung ist jedoch nicht das gesamte Video." Geschäftsführerin Andrea Schönhuber wolle nicht öffentliche Kritik oder Distel seine Meinung verbieten. Jedoch seien, so der Anwalt, unwahre Tatsachenbehauptungen nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Imago TV ist der Überzeugung, dass ein Teil von Distels Aussagen nicht der Wahrheit entsprechen und setzt sich dagegen rechtlich zur Wehr. So bestreitet die Produktionsfirma, dass eines der Kinder sich während des Drehs absichtlich Verletzungen am Kopf beigebracht habe. Ebenfalls wird es als unwahr bezeichnet, dass ein Kind mit Selbstmord gedroht habe. Die Produktionsfirma bedauert, dass Matthias Distel die ihm zugesagte kritische Aufklärung nicht abgewartet habe. Die Produktionsfirma glaubt, der Limburger wolle sich nur medienwirksam als vermeintlicher Beschützer von Kindern in Szene setzen.

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