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Trotz der Niederlage sind SPD-Landratskandidat Jörg Sauer (links) und der SPD-Kreisvorsitzende Tobias Eckert nicht unzufrieden. Foto: Stefan Dickmann

Nach der Landratswahl

Wird Jörg Sauer (SPD) jetzt Erster Kreisbeigeordneter?

Wird SPD-Landratskandidat Jörg Sauer nach seiner Niederlage neuer Erster Kreisbeigeordneter? Der mögliche Kandidat hält sich bedeckt, auch der SPD-Kreisvorsitzende kann oder will diese Frage nicht beantworten. Trotz der Niederlage hielt sich die schlechte Laune bei den Sozialdemokraten jedoch in Grenzen.

Dass es in diesen schwierigen Zeiten für die Sozialdemokraten für einen knappen Sieg gegen den CDU-Kandidaten und neugewählten Landrat Michael Köberle (CDU) nicht reichen würde, war auch den Optimisten in der SPD klar. Der Limburger SPD-Stadtverordnete Jochem Holzhäuser, der im Hintergrund schon am Wahlsieg des Limburger SPD-Bürgermeisters erfolgreich beteiligt war, hatte mit 45 Prozent für Jörg Sauer gerechnet und lag damit von den erzielten 42,1 Prozent nicht allzu weit entfernt.

58 Prozent für den neuen Landrat: Köberle (CDU) gewinnt Stichwahl

Kandidat Sauer wirkte am Wahlabend, den er überwiegend mit SPD-Vertretern im Büro des Ersten Kreisbeigeordneten Helmut Jung (SPD) verbrachte, entspannt. 35 Prozent wollte er nach dem desaströsen Ergebnis seiner Partei bei der hessischen Landtagswahl auf jeden Fall erreichen, um „zufrieden“ zu sein. Sollten es mehr als 40 Prozent werden, wäre das für ihn ein „sehr gutes Ergebnis“, sagte er, als das noch nicht klar war.

Entscheidend für seine Niederlage war das Wahlergebnis in Limburg, weil es mit Abstand die größte Kommune im Landkreis ist. Am Ende war Köberles Vorsprung in seiner Heimatstadt mit rund 2650 Stimmen viel zu groß, um das in den anderen Kommunen noch wettmachen zu können.

Als die Niederlage nach dem Limburg-Ergebnis unausweichlich wird, gibt es für Sauer eine tröstende Umarmung der Hünfeldener Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer, die als Parteilose Mitglied der SPD-Fraktion im Kreistag ist, und einen anerkennenden Schulterklopfer des Limburger Bürgermeisters Dr. Marius Hahn (SPD).

Auf die beiden Säulen eigener Wahlkampf und Unterstützung der heimischen Genossen im Wahlkampf konnte sich Jörg Sauer verlassen, die Säule gutes Ergebnis für die SPD in Hessen war ihm aber schon vor zwei Wochen weggebrochen. Und diesen Rückenwind hätte Sauer nach eigener Analyse gebraucht, um einen knappen Sieg erzielen zu können, der dann auch aus seiner Sicht realistisch gewesen wäre.

Von einem „achtbaren Ergebnis“ sprach der SPD-Kreisvorsitzende Tobias Eckert. Der Landkreis sei für die SPD ein „schwieriges Terrain“. Enttäuscht zeigte sich Eckert von der Wahlbeteiligung (34,5 Prozent), schließlich hätte jeder Bürger mit seiner Stimme etwas bewegen können.

Am morgigen Dienstag wird nach Eckerts Angaben der SPD-Unterbezirk das Ergebnis analysieren und den Fahrplan für die nächsten Wochen festlegen. Denn irgendwann muss die SPD entscheiden, wer Nachfolger von Helmut Jung (SPD) als Erster Kreisbeigeordneter wird.

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