So wie hier in der Grabenstraße sah es am gesamten Verlauf des letzten Dreibundzugs in Limburg im Jahr 2019 aus. Dicht gedrängt standen die Menschen hintereinander und warteten auf die Zugnummern. Ob es das 2021 geben wird, ist äußerst ungewiss.
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So wie hier in der Grabenstraße sah es am gesamten Verlauf des letzten Dreibundzugs in Limburg im Jahr 2019 aus. Dicht gedrängt standen die Menschen hintereinander und warteten auf die Zugnummern. Ob es das 2021 geben wird, ist äußerst ungewiss.

Fünfte Jahreszeit

Nassauer Land: Der Fastnacht droht das Aus

  • vonKlaus-Dieter Häring
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Karnevalvereine in und um Limburg beschäftigen sich mit Absage der Veranstaltungen.

Limburg -Steht die Fastnacht 2021 vor dem Aus? Diese Frage stellt sich auch den Karnevalvereinen im Nassauer Land. Bundesweit sind schon einige Veranstaltungen und Umzüge abgesagt, der Verband der Rheinischen Karnevals-Korporationen (RKK Deutschland) hat als erster närrischer Dachverband empfohlen, sämtliche Turniere vor dem Hintergrund der Corona-Krise ausfallen zu lassen.

Die Nachricht schlug bei den heimischen Vereinen wie eine Bombe ein. Einig ist man sich darin, dass die aktuellen gesetzlichen Vorgaben für Großveranstaltungen fast nicht einzuhalten sind. Allerdings gelten diese ja auch noch nicht bis ins kommende Jahr - bei Großveranstaltungen ist derzeit Ende Oktober der Termin, was ja auch noch vor dem 11. 11. liegt.

Dennoch laufen bei den Vereinen Sitzungen und Gespräche untereinander, um für die nächste Saison gewappnet zu sein und eine gemeinsame Linie zu fahren. Denn es stehen neben den eigenen Sitzungen mit dem Dreierbundzug in Limburg und dem großen Karnevalsumzug in Hundsangen zwei Großveranstaltungen an, die in der Vergangenheit immer mehr als 10 000 Besucher und eine hohe Zahl an Teilnehmern angelockt haben.

Kein gemeinsamer Nenner

Dabei tun sich die an den Planungen beteiligten Personen schwer, über eine Zu- oder eine Absage zu entscheiden. "Unsere Sitzung ging aus wie das Homberger schießen", verweist der Präsident des Rings Limburger Carneval, Uli Vogelrieder, auf ein Treffen in dieser Woche. "Wir sind auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen." Dabei waren der Rauchclub aus Limburg, der Staffeler Carnvalverein, die KG Hadamar, der Karnevalverein Niederhadamar und die GKG Diez.

Unter den momentanen Bestimmungen spricht viel für eine Absage des Umzugs in Limburg. Bei den Sitzungen sieht es nach derzeitigen Planungen so aus, dass es keinen Elferrat geben soll "und auch kein Schunkeln und keine Bützje". Nimmt man dann noch die Sitzordnung mit dem Mindestabstand und die Maskenpflicht als Aufgabe, hätte dies nach Auffassung von Uli Vogelrieder mit der klassischen Fastnacht nichts mehr zu tun, "denn den Leuten soll es auch Spaß machen".

Trainiert wird wieder, Optimismus variiert

Entsprechend vorsichtig gibt man sich auch bei den anderen großen Vereinen im Nassauer Land. So wie beim Hundsangener Carnevalverein (HCV), wo der Vorstand die Entwicklung in Sachen Vorgaben weiter abwarten will. "Es wäre im Moment utopisch, an eine Durchführung zu glauben", sagt Frank Göbel vom HCV. Er sieht jedoch beim Blick in die nächsten Wochen die Hoffnung auf eine Lockerung der Vorgaben. Beim Verein sind einzelne Abteilungen im Training "auf der Sportvereinswiese", andere Abteilungen wie die Wambachlerchen ruhen aber noch. Vor einer Absage will man beim HCV noch weitere Gespräche untereinander in den nächsten Wochen abwarten.

Beim Langendernbacher Carnvalverein sind die Abteilungen ebenfalls wieder im Training "um sich vor allem mal wieder zu sehen", wie der Vorsitzende Manfred Fröhlich berichtet. Ob jedoch Sitzungen stattfinden, steht auch im Dornburger Ortsteil in den Sternen. Manfred Fröhlich will dies aber nicht ausschließen.

Noch optimistischer ist man beim Carnevalverein Bad Camberg. Dort laufen die Vorbereitungen für die nächste Saison auf Hochtouren und "wir haben auch schon das Zelt für die nächste Saison geordert", wie Vorsitzender Martin Schütz mitteilt. "Bei uns stehen alle Termine.". Offen sei lediglich noch die Frage wie der 11. 11. durchzuführen sei. Ausgefallen ist jedoch in diesem Jahr die Jahreshauptversammlung. "Daher gab es auch keine Wahlen." Bei den Rot-Weißen-Funken Frickhofen hat das Training für die einzelnen Abteilungen begonnen. Der Verein stellt nach Auskunft des Vorsitzenden Dieter Munsch das Zusammengehörigkeitsgefühl in den Vordergrund. Wichtig sei, dass sich die jungen Tänzerinnen mal wiedersehen und treffen "auch wenn dies unter erschwerten Bedingungen ist". (Von Klaus-Dieter Häring)

Trotz Corona wird es in Mainz eine Fastnacht geben. Wie die närrische Jahreszeit jedoch gestaltet werden kann, bleibt abzuwarten. Einige Ideen gibt es bereits.

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