Bürgerinitiative

Natur erhalten, Golfplatz vermeiden

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Gegen die Pläne des Golfclubs Eschhofen, in Limburg einen Golfplatz zu errichten, gibt es weiter Widerstand. Nach dem Scheitern der Pläne für das Schirlinger Feld stößt auch die Eppenau auf Ablehnung.

Die Bürgerinitiative (BI) um den früheren Grünen-Stadtpolitiker Leo Vanecek möchte nach dem Schirlinger Feld auch in der Eppenau einen Golfplatz des Golfclubs Eschhofen verhindern. Das wurde am Wochenende bei einem Ortstermin deutlich. Zudem hat die BI einen offenen Brief an die Stadtverordneten geschrieben, in der sie fordert, die Eppenau als Naherholungsgebiet zu erhalten. Vanecek befürchtet, dass dieses durch einen Golfplatzbau zerstört wird.

Durch das Anlegen der mindestens neun Golfbahnen sieht er einen wichtigen Lebensraum für Pflanzen und Tiere zerstört. Vanecek nimmt den Verantwortlichen des Golfclubs nicht ab, dass das Vereinsgelände später, wie angekündigt, für normale Spaziergängern begehbar bleiben wird.

Der frühere Stadtverordnete hatte zum Ortstermin der Bürgerinitiative Bilder mitgebracht, die andere Golfplätze mit hohen Zäunen zeigen. Vanecek hatte auch Zeitungsberichte dabei, um den Leuten zu verdeutlichen, wie gefährlich der Golfsport für Spaziergänger sein könne. So war kürzlich eine Besucherin eines Golfturniers von dem abgerutschten Ball eines Profis schwer verletzt worden.

Laut Vanecek hat auch Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) der Bürgerinitiative gegenüber am Telefon erklärt, dass er für einen Golfplatz in der Eppenau keine Realisierungsmöglichkeit sehe. Auch Anwesende vermuteten, dass es aus naturschutzrechtlichen Gründen an diesem Standort vermutlich sehr schwer werde, eine Baugenehmigung zu erhalten. Vanecek traut dem Braten aber nicht. Denn die telefonische Aussage des Bürgermeisters sei ja wenig wert, falls die städtischen Gremien am Ende doch etwas anderes beschließen sollten.

Vanecek erklärte, dass Bürgermeister Hahn unbedingt einen Golfplatz für Limburg wolle, um hiermit weitere Unternehmer besser in die Domstadt locken zu können. Und er erzählte, dass die Eppenau bereits am Anfang beim Golfclub im Gespräch gewesen sei. Doch dann hätten die Verantwortlichen des Vereins das Schirlinger Feld als interessanteren Standort ausgeguckt. Nachdem ein Landwirt seine Fläche doch nicht für das Projekt abgeben wollte, musste sich der Verein aber wieder nach anderen Standorten umschauen.

Leo Vanecek kündigte an, weiter rigoros gegen einen Golfplatz in der Eppenau zu kämpfen, weil dieses Gebiet sehr wichtig für die Natur sowie das Klima der Stadt sei. Auf keinen Fall will er, dass der durchgehende Grünzug vom Linterer Wald über die Eppenau und den Eduard-Horn-Park bis zum Tal Josaphat gekappt wird. In Zeiten des Klimawandels brauche die Innenstadt die von diesem Grüngürtel ausgehende Frischluftzufuhr.

Und Vanecek ist sich sicher, dass wenn hier einmal neun Löcher genehmigt werden, auch die bereits geplanten Löcher zehn bis 18 nicht lange auf sich warten lassen würden. Dann wäre laut dem Sprecher der Bürgerinitiative der komplette Abschnitt von den Berufsschulen in Blumenrod bis zur Jugendherberge zugebaut.

Barbara Sylla-Belok, Ortsbeiratsmitglied der Grünen, spricht sich alleine schon deswegen gegen den Bau eines Golfplatzes in der Eppenau aus, weil die Stadt an der Wiesbadener Straße keinen „weiteren Verkehrsmagnet“ verkraften könne. Die Situation sei schon schlimm genug, wenn zu der Verkehrsbelastung durch die Berufsschulen auch noch Autos durch zusätzliche Wohnhäuser in den Klostergärten sowie in Blumenrod hinzukämen. Gerade bei einer solchen sowieso schon vorhandenen Belastung sei es, so Sylla-Belok, wichtig, wenigstens die noch vorhandenen Grünflächen zu erhalten.

CDU-Stadtverordneter Dr. Stefan Schäfer sagte, dass er sich noch keine abschließende Meinung gebildet habe. Er sagte aber, dass die Befürworter erklärt hätten, der Verein wolle nicht nur alle in der Eppenau vorhandenen Biotope erhalten, sondern zusätzliche schaffen. Die aktuell vorhandenen Flächen seien nach deren Angaben nicht wertvoll, sondern lediglich „Agrarsteppen“. Vanecek sagte, das sei doch nur eine Masche, das Projekt auf- und die Meinung anderer abzuwerten. Er habe hier früher Orchideen gefunden, Rebhühner gesehen. Eine Golfwiese bestehe nur aus zwei Grasarten. Jeder Acker mit Seitenbewuchs sei da für die Natur wertvoller.

Kai-Hagen Maiwald, Fraktionschef der Linken in der Stadtverordnetenversammlung, meinte, der Kampf gegen den Golfplatz Eppenau müsse fortgeführt werden, da eine mündliche Aussage des Bürgermeisters noch gar nichts heißen müsse. Jörg Zimmermann, Landratskandidat der Linken, sagte, die Stadt solle für einen nur der Elite dienenden Golfplatz keine wertvollen Flächen hergeben. Zusätzliche Wohnungen beispielsweise würden in Limburg viel dringender gebraucht.

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