Mit diesen Elektro-Kleinbussen von Mercedes werden die Fahrgäste unterwegs sein.
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Mit diesen Elektro-Kleinbussen von Mercedes werden die Fahrgäste unterwegs sein.

Verbesserung des Nahverkehrs in Limburg

Neue Elektro-Kleinbusse ersetzen Anrufsammeltaxi

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Das bisherige Angebot als Busersatz wird deutlich ausgeweitet. Start ist Ende August geplant.

Limburg -Wann kommt das neue Anrufsammeltaxi, das künftig nicht nur anders heißen wird, sondern mit einem verbesserten Angebot nicht nur abends, sondern auch tagsüber mehr Kunden locken und so dazu beitragen soll, das Limburger Bürger ihr Auto häufiger stehen lassen?

Das neue Angebot sollte ursprünglich schon im Juni starten, aber weil es Verzögerungen bei der Beschaffung der Kleinbusse gab, geht es nun später los. Die neuen Kleinbusse sind zwar die deutlichste Änderung gegenüber dem bisherigen Modell, bei dem abends Taxis als Busersatz im Stadtgebiet im Einsatz sind, aber bei Weitem nicht die einzige.

Hier ein Überblick über die wichtigsten Änderungen:

Wann geht es los? "Geplant ist, dass das neue Angebot Ende August zur Verfügung steht", teilt der Sprecher der Stadt, Johannes Laubach, auf Anfrage mit.

Welche Fahrzeuge sind künftig im Einsatz? Fünf E-Fahrzeuge von Mercedes mit sieben Sitzplätzen für Fahrgäste werden nur innerhalb Limburgs unterwegs sein. Sollte die Nachfrage größer sein, behält sich die Stadt die Option vor, drei weitere Fahrzeuge über den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) anzuschaffen.

Wie kann ich einen Kleinbus bestellen? Das Angebot kann per App auf dem Smartphone und per Telefon bestellt werden.

Wo halten die Kleinbusse? Gefahren wird nach Laubachs Angaben weiterhin von Bushaltestelle zu Bushaltestelle, wobei im Stadtgebiet 22 zusätzliche Haltestellen angeboten werden, "und somit ein flächendeckendes Haltestellen-Netz zur Verfügung steht".

Wie lange muss ich warten? Es gibt zwar keine Mindest-Vorbestellzeit, aber eine gewisse Vorlaufzeit ist einzukalkulieren, zumal ohnehin der Fußweg zur Haltestelle einzuplanen ist. Die Kunden geben eine gewünschte Abfahrt- oder Ankunftszeit an, das System meldet dann per App, ob die Buchung so funktioniert oder die Vorlaufzeit zu knapp ist und es länger dauern kann. Aber als Faustregel gilt: Zwischen der Bestellung und der Ankunft sollen weniger als 30 Minuten liegen. Das Ziel ist es, innerhalb von 15 bis 20 Minuten zwischen Bestellung und Ankunft zu bleiben.

Warum holt mich der Kleinbus nicht direkt von zu Hause ab? Das neue Angebot darf keine Konkurrenz zu Taxis sein. Das heißt, wer einen solchen Kleinbus bestellt und damit innerhalb Limburgs gefahren werden möchte, muss zur nächstgelegenen Bushaltestelle laufen. Das gilt auch für das eigentliche Ziel, das ebenfalls nur eine Bushaltestelle in Limburg sein kann. Und: Unterwegs können andere Fahrgäste, die den gleichen Weg haben, zusteigen, so dass eine Fahrt mit mehreren Zwischenstopps etwas länger dauern kann.

Von Stadtteil

zu Stadtteil

Wer profitiert am meisten vom neuen Angebot? Ganz klar die Bürger, die in den Limburger Stadtteilen wohnen. Denn die Kleinbusse sollen tagsüber überall dort eingesetzt werden, wo es keine direkte Busverbindung der Stadtlinie gibt - und die gibt es zwischen den Stadtteilen nicht. Die Kernstädter können mit der Stadtlinie in jeden Stadtteil direkt fahren, aber ein Ahlbacher, der mit dem Bus nach Linter will, muss in der Kernstadt umsteigen. Jetzt kann er einen Kleinbus ordern, der direkt nach Linter fährt. Ein Offheimer (oder jemand aus einem anderen Stadtteil), der zum ICE-Bahnhof will, kann das neue Angebot tagsüber ebenfalls nutzen. Heißt aber auch: Die Kleinbusse können in einem Stadtteil nicht geordert werden, um in die Innenstadt gefahren zu werden; dann muss die Stadtlinie genommen werden. Das neue Angebot soll keine Konkurrenz zu bestehenden Buslinien sein. Aber: Neben den Stadtteilen werden nach Laubachs Angaben auch die Randbezirke der Innenstadt (Krankenhaus, Blumenrod, Brückenvorstadt) in das Tagesangebot eingebunden.

In welchem Zeitraum fahren die Kleinbusse? Sie sind von morgens 6 Uhr bis nachts um 1 Uhr unterwegs. In der Betriebszeit von 6 bis 19 Uhr bleibt der zentrale Innenstadtbereich außen vor. In der Zeit von 19 bis 1 Uhr ist das neue Angebot für die komplette Stadt verfügbar und funktioniert so wie schon jetzt das Anrufsammeltaxi. Dann können sich Kernstädter mit dem Kleinbus in die Stadtteile fahren lassen und Bewohner der Stadtteile in die Innenstadt, weil dann die Stadtlinie eben nicht mehr fährt.

Was kostet das neue Angebot? Pro Fahrt zahlen Erwachsene einen Grundpreis in Höhe von 2,10 Euro (entspricht dem Bustarif), sofern kein RMV-Ticket vorliegt (dann entfällt der Grundpreis). Zusätzlich wird pro Fahrt ein Zuschlag von 1,50 Euro fällig - und zwar egal, ob jemand ein Wochen- oder Monatsticket des RMV hat oder Grundpreiszahler ist; dieser Zuschlag ist auch für Kinder fällig. Aber: Mitfahrer zahlen keinen Grundpreis, sondern nur den Zuschlag. Beispiel: Wenn eine Mutter mit ihrem Kind das Angebot wahrnimmt und kein RMV-Ticket besitzt, zahlt sie insgesamt 5,10 Euro für eine Fahrt (den Grundpreis und zwei Mal den Zuschlag). Besitzt sie ein RMV-Ticket, zahlt sie drei Euro (zwei Mal den Zuschlag).

Wie wird gezahlt? Bargeldlos, entweder mit EC- oder mit Kreditkarte beim Fahrer. Wer die App nutzt, kann digital zahlen (Paypal, Paydirekt).

Wie sehen die Kleinbusse aus? Die neuen Kleinbusse sollen "ein klar erkennbares eigenes Aussehen und Erscheinungsbild haben und sich deutlich von einem konventionellen Taxi oder auch einem Bus der Stadtlinie absetzen", teilt Laubach mit. Die Farben der Stadtlinie und das Logo sowie die Silhouette der Stadt werden auf den Fahrzeugen platziert, "allerdings ist noch nicht klar, wie das dann aussehen wird. Dazu läuft noch der Findungs- und Entscheidungsprozess".

Wie heißt das neue Angebot? Das steht noch nicht fest. Sicher ist nur, dass es nicht mehr "Anrufsammeltaxi" heißen wird. Der Arbeitstitel lautet bislang etwas sperrig "On-Demand-Mobilitätsangebot".

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