Noch läuft der Verkehr auf der Lichfieldbrücke wie gewohnt. Doch mit dem Neubau wird es eng.
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Noch läuft der Verkehr auf der Lichfieldbrücke wie gewohnt. Doch mit dem Neubau wird es eng.

Kritik kommt von der FDP

Neue Lichfieldbrücke nicht vor 2030

Landesregierung bestätigt späteren Baubeginn und trifft weitere Aussagen.

Limburg -Das Hessische Verkehrsministerium hat in der Antwort auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten und Fraktionsvorsitzende der FDP im Limburger Stadtparlament Marion Schardt-Sauer den späteren Baubeginn für den Neubau der Lichfieldbrücke über die Lahn in Limburg bestätigt. Demnach sieht die Landesregierung keine Möglichkeit mehr den bereits auf 2025 verschobenen Baubeginn des ersten Teilbauwerks einzuhalten und gibt nun Mitte 2026 als neuen Baubeginn bekannt.

Ursprünglich war der Start bereits für 2022 geplant. Vor allem in der ersten Phase der Bauarbeiten wird mit erheblichen Verkehrsbehinderungen gerechnet, weil dann statt vier nur zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen.

Als Gründe für die Verspätung nennt die Landesregierung in ihrer Antwort auf die kleine Anfrage Schardt-Sauers Verzögerungen in der Absprache durch die Corona-Pandemie und weiterhin die Problematik der Ersatztrinkwasserbeschaffung, für die nach wie vor kein abschließendes Konzept vorliegt. Den Abschluss des Bauprojekts sehen die Vertreter für den ersten Teilabschnitt bis Ende 2028 und für den zweiten Teilabschnitt bis frühestens Ende 2030 gegeben.

Kritik an fehlender

Bürgerversammlung

Hessen Mobil plante ursprünglich im Jahr 2020 eine öffentliche Bürgerversammlung, damit sich Anwohner und Betroffene h über die Baumaßnahmen informieren und Fragen stellen können. Aufgrund der pandemischen Lage wurde die Versammlung jedoch abgesagt. Auf Nachfrage von Marion Schardt-Sauer bestätigt die Landesregierung, dass weiterhin wegen des Infektionsrisikos keine öffentliche Befragung geplant ist. Zu einer möglichen digitalen Veranstaltung oder einer Präsenzveranstaltung mit entsprechenden Schutzkonzept, machen die Vertreter des Landes keine Angabe. "Der Neubau ist für viele Pendler, Unternehmen und Anwohner einen erheblichen Eingriff in ihren Alltag. Die Landesregierung streut unnötig Planungsunsicherheit für die Region. Die Betroffenen haben ein Recht sich zu informieren", so Schardt-Sauer. Es sei ihr völlig unverständlich, warum das Verkehrsministerium eine breite Bürgerbeteiligung bei diesem wichtigem Verkehrsvorhaben regelrecht scheue.

Außerdem fragte die Limburger Politikerin nach möglichen Alternativen zu den bisherigen Lösungsansätzen des Neubaus der Lichfieldbrücke. Dabei interessierte sie sich insbesondere für das erheblich veränderte Verkehrsaufkommen durch die Entwicklungen des vergangenen Jahres aufgrund der verstärkten Nutzung von Online-Handel und Homeoffice. Hierzu konnte die Landesregierung zwar ein vermindertes Verkehrsaufkommen in ganz Westhessen feststellen, räumte aber ein, die Lichfieldbrücke oder das Limburger Stadtgebiet nicht weiterführend analysiert zu haben.

Die Vertreter des Ministeriums gehen demnach unabhängig der Erfahrungen seit Beginn der Pandemie von einer gleichbleibenden langfristigen Entwicklung des Verkehrs aus und sehen keinen Anlass, die Neubaupläne anzupassen. Diese Haltung lasse jegliche Kreativität und Offenheit vermissen, kritisiert Schardt-Sauer. Warum präsentiere man schlicht keine Varianten für den Neubau. Warum gehe man nicht wie bei den Planungen in Wetzlar an der B 49 neue Wege - auch mittels digitaler Technik. Abriss und Neubau an gleicher Stelle bedeute für Limburg den Verkehrskollaps mit Ansage, kritisiert die FDP-Politikerin. red

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