In der Hospitalstraße gibt es bereits eine Fläche, die den Kurier- und Paketdiensten vorbehalten ist. Weitere solcher Liefer- oder Ladezonen sollen noch im Laufe des Jahres in der Innenstadt ausgewiesen werden.
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In der Hospitalstraße gibt es bereits eine Fläche, die den Kurier- und Paketdiensten vorbehalten ist. Weitere solcher Liefer- oder Ladezonen sollen noch im Laufe des Jahres in der Innenstadt ausgewiesen werden.

Reduzierung der Luftschadstoffe

Für eine frischere Luft: Limburg plant neue Lieferzonen und Mini-Depots

Um Schadstoffe in der Luft zu reduzieren, plant die Stadt Limburg neue Lieferzonen und Mini-Depots für Paketdienste. Doch um nachhaltig etwas zu verändern, braucht es noch mehr.

Limburg – Rund eine Million Lieferungen durch Kurier-, Express- und Paketdienste gibt es jährlich in Limburg, mehr als 300 000 davon in der Innenstadt. Das ist schon viel und wird wahrscheinlich noch deutlich mehr werden. Doch die damit verbundenen Verkehrsbelastungen sollen sinken. Dies will die Stadt Limburg mit dem von ihr initiierten Projekt "City-Logistik" erreichen, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Planer und Gutachter haben demnach mit Vertretern der Stadt und verschiedenen Logistikanbietern in einem zweiten Workshop erste konkrete Schritte besprochen. Verbesserungen sollen dabei in drei großen Arbeitsfeldern erzielt werden: Durch eine Elektrifizierung der Zustellfahrzeuge, durch die Schaffung von neuen Lieferzonen sowie durch das Einrichten von kleineren Depots.

Deutlich mehr Lieferverkehr in Limburg – Innenstadt leidet unter Dieselabgasen

Der Verkehr durch Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP-Verkehr) hat nach Angaben der Stadt in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen und dürfte durch die Corona-Pandemie noch einmal zusätzlich gepusht worden sein. Das führt natürlich zu einer steigenden Belastung auf den Straßen. Nach Berechnungen der an dem Projekt "City-Logistik" beteiligten Büros und Gutachter, werden durch die KEP-Dienste jährlich 106 Kilogramm Stickstoffdioxid erzeugt.

Unter diesem durch Dieselabgase entstehenden Atemgift leidet die Limburger Innenstadt, sie ist der Grund für den vom Land Hessen aufgestellten Luftreinhalteplan, um den seit 2010 verbindlichen Grenzwert für Stickstoffdioxid endlich an allen Messstellen in der Innenstadt einzuhalten. Ziel ist es nach Angaben von Julia Badura von der Verkehrsplanung der Stadt Limburg, diese Menge bis zum Jahr 2030 um 60 Kilogramm zu reduzieren.

Zehn neue Lieferzonen für Limburg: Straßenflächen nur für KEP-Dienstleister

Auch beim zweiten Workshop nahmen wieder Vertreter der Kurier-, Express- und Paketdienste teil, denn alle Veränderungen, die konzipiert werden, entfalten nur dann Wirkung, wenn sie auch umgesetzt werden. Nach Angaben von Julia Badura wird es die ersten sichtbaren Veränderungen noch in diesem Jahr geben. So ist die Einrichtung von bis zu zehn Lieferzonen vorgesehen, von denen kurzfristig sechs umgesetzt werden.

Dabei handelt es sich um Flächen an Straßen, die ausschließlich den KEP-Dienstleistern vorbehalten bleiben. Damit soll verhindert werden, dass die Fahrzeuge in der zweiten Reihe halten und damit den fließenden Verkehr blockieren. Eine dieser Lieferzonen gibt es bereits in der Hospitalstraße in Höhe der Fußgängerzone. Auf den Flächen ist das Halten und Abstellen oder Parken von Autos natürlich nicht mehr möglich.

Paketauslieferung mit Lastenrädern oder zu Fuß: Stadt Limburg will Mikro-Depots schaffen

Nach Angaben der Verkehrsabteilung der Stadt sollen noch in diesem Jahr die ersten neuen Zonen eingerichtet werden. Zwei sind in der Grabenstraße geplant, eine jeweils in der Konrad-Kurzbold-Straße, der Hospitalstraße sowie in der Dr.-Wolff-Straße. Zudem werden auch einzelne Zonen an den Hauptverkehrsachsen, der Schiede, der Ste.-Foy-Straße und der Diezer Straße geplant.

Ein zweites Handlungsfeld für Verbesserungen ist die Schaffung von sogenannten Mikro-Depots in der Stadt. Darunter sind kleine Um- und Verladezentren zu verstehen. Die Sendungen werden mit größeren Fahrzeugen angeliefert und dann umgeladen werden. Die Entfernungen von den Mikro-Depots bis zu den Kunden sollen dabei mit Lastenrädern mit Elektroantrieb oder auch zu Fuß zurückgelegt werden. Rund 500 Sendungen lassen sich nach Einschätzung der Gutachter auf diese Weise täglich zustellen.

Über die Schaffung eines Mikro-Depots, zentral in der Stadt gelegen, finden derzeit konkrete Gespräche statt, wie die Stadt Limburg weiter mitteilt. Insgesamt werden ein größeres oder zwei bis drei kleinere solcher Depots für die Innenstadt als notwendig erachtet.

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Limburg will Luftschadstoffe in der Innenstadt durch Elektrifizierung reduzieren

Drittes Standbein, um die angestrebte Reduzierung der Luftschadstoffe in der Innenstadt zu erreichen, ist eine Elektrifizierung der Fahrzeugflotte, die die Lieferung von außen kommend in die Stadt befördert. Dabei wird vor allem in der Gruppe der Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen, dort ist die Mehrzahl der Kurierfahrzeuge anzusiedeln, mit einem Elektrifizierungspotenzial von 50 Prozent (gegenüber dem Stand heute) gerechnet.

Aufgabe der Stadt Limburg ist dabei, attraktive und gute Rahmenbedingungen für die KEP-Dienstleister zu schaffen. Eine Idee ist zum Beispiel die künftigen Ladezonen mit Lademöglichkeiten auszustatten. Bei den Pkw oder den Lastwagen mit einer höheren Nutzlast fällt die Elektrifizierungsrate dagegen deutlich geringer aus.

Reduzierung der Luftschadstoffe in Limburg – Fahrrad-Infrastruktur muss verbessert werden

Nach Einschätzung der von der Stadt beauftragten Gutachter und Planer wird es auch ohne eigene Maßnahmen der Stadt zu einer Reduzierung der Luftschadstoffe und vor allem von Stickstoffdioxid kommen. Dies werde über die Verbesserung der Verbrennungsmotoren oder auch durch einen Umstieg auf andere Antriebsformen erreicht.

Allerdings reichten diese Verbesserungen nicht aus, um die für Limburg notwendige Reduzierung zu erreichen. "Verbesserungen für die Luftqualität, die wir unbedingt erreichen müssen, haben jedoch auch Auswirkungen auf das übrige Verkehrsgeschehen", sagt Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD). Wer Ladezonen anbiete und damit Staus durch Lieferfahrzeuge in der zweiten Reihe vermeide, fördere den Verkehrsfluss. Und wer möchte, dass möglichst viele Sendungen mit Hilfe von Lastenrädern verteilt werden, müsse auch eine entsprechende Fahrrad-Infrastruktur schaffen. Und die wiederum komme, dann allen zugute, die auf Fahrrädern in der Stadt unterwegs sind.

Zwischen allen Beteiligten ist künftig ein ständiger Austausch geplant, um sich über erzielte Verbesserungen durch die neuen Angebote wie Ladezonen und Mikro-Depots klar zu werden oder auch negative Veränderungen, die möglicherweise als Begleiteffekte eintreten, abzustellen. (red)

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